Focus Money Auszeichnung - Beste Jobbörse

6128 Jobs für Berufseinsteiger. Jetzt suchen!

Zur Vorbereitung

Vorstellungsgespräch-Muster: Typischer Ablauf

Vorstellungsgespräch-Muster: Typischer Ablauf

Auch wenn jedes Vor­stel­lungs­ge­spräch unter­schiedlich abläuft, lassen sich viele Parallelen erkennen. Das Gespräch lässt sich dabei in mehrere Phasen unterteilen. Das folgende Muster-Vorstel­lungs­ge­spräch zeigt die typischen Phasen eines Bewerbungsgesprächs auf.

Inhalt:

  1. Begrüßung und Small Talk
  2. Kennenlernen: Sich selbst vorstellen
  3. Kennenlernen: Unternehmensvorstellung
  4. Bewerbung- und Leistungsmotivation
  5. Organisatorisches
  6. Eigene Fragen
  7. Verabschiedung

Fakten zum Ablauf deines Vorstellungsgesprächs

  • Die meisten Vorstellungsgespräche verlaufen nach einem ähnlichen Muster.
  • Ein Vorstellungsgespräch dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten.
  • Dabei gilt: Je höher die Anstellung, desto länger dauert auch das Vorstellungsgespräch.
  • Viele Personaler sagen, sie wissen schon in den ersten 90 Sekunden, ob sie jemanden einstellen oder nicht.

Step 1: Begrüßung & Small Talk – Lass das Spiel beginnen

Das Vorstellungsgespräch beginnt meist mit der Begrüßung außerhalb des eigentlichen Gesprächsraumes. Typischer Ablauf ist, dass du im Unternehmen ankommst und dich am Empfang vorstellst. Dann wirst du entweder in einen Raum gebracht oder von deinem Gsprächspartner abgeholt.

Sobald man auf den Personaler trifft, stellt man sich kurz vor, indem man die Hand schüttelt und seinen Namen sagt. Vermeide hier bitte die wenig dynamisch wirkende „tote-Fisch-Nummer“ und erwidere stattdessen die Begrüßung mit einem festen, trockenen Händedruck. Jetzt findet auch der erste Small Talk statt. Man fragt dich zum Beispiel: „Wie war Ihre Anreise?“, „Haben Sie gut hergefunden?“ oder „So ein schönes Wetter heute, nicht wahr?“. Hier solltest du freundlich antworten und ein bisschen plaudern – zum einen für Sympathiepunkte und zum anderen, um dich selbst zu entspannen.

Wichtig: Personaler behaupten, sie entscheiden innerhalb der ersten 90 Sekunden, ob sie jemanden einstellen oder nicht. Die ersten Momente des persönlichen Kennenlernens sind also nicht zu unterschätzen. Die Devise lautet daher: lächeln, freundlich und höflich sein, den Augenkontakt suchen und vorher für passende Kleidung im Vorstellungsgespräch gesorgt haben.

Im Gesprächsraum angekommen, setzt du dich erst, wenn es dir angeboten wird. Außerdem wirst du gefragt, ob du etwas trinken möchtest. Das nimmst du an. Denn einerseits ist das höflich und andererseits bist du irgendwann froh, deinen garantierten Pappmund zu benetzen. Tatsächlich austrinken musst du das Glas aber nicht.

Step 2 im Vorstellungsgespräch-Ablauf: Das Kennenlernen – Manege frei für dich

Hände wurden geschüttelt, Small Talk ausgetauscht, jetzt sitzen alle: Wir sind in der Kennenlern-Phase angekommen. Nun stellen sich die Gesprächsteilnehmer jeweils kurz einander offiziell vor. Häufig wird das einfach eingeleitet mit: „Dann stellen Sie sich doch bitte einmal kurz vor“. Oder: „Dann erzählen Sie doch einmal kurz was von sich.“ Natürlich bist du dafür gewappnet und hast bereits zu Hause eine kleine Selbstpräsentation vorbereitet, die nicht länger als zwei bis drei Minuten dauert. Falls du nicht genau weißt, wie das Ganze aussehen soll, findest du hier Hinweise zur Selbstpräsentation.

Wie wichtig die Persönlichkeit im Ablauf des Einstellungsgespräches ist, zeigt auch die Umfrage unter Personalern. Bei dieser geben 78 Prozent an, dass die Persönlichkeit der Bewerber ein entscheidender Fakor für die finale Auswahl ist. 

Quelle: statista.de (2016) 

Step 3: Und auf der anderen Seite – Vorstellung des Unternehmens

Du hast dich kurz vorgestellt, jetzt ist das Unternehmen dran. Der Personaler stellt kurz das Unternehmen sowie dessen Produkte und Dienstleistungen vor. Hier gilt es, konzentriert und interessiert zu bleiben und sich nicht entspannt zurückzulehnen. Schaue deinen Gesprächspartner an und signalisiere durch Nicken, dass du aufmerksam bist. Auch kannst du dir für spätere Fragen Notizen machen. Da du dich vorher über das Unternehmen informiert hast, kannst du auch behutsam Informationen einstreuen. Aber falle hier bitte nicht ins Wort oder mach einen auf Streber-hat-seine-Hausaufgaben-gemacht. 

Auch kann es sein, dass du gefragt wirst, was du schon über das Unternehmen weißt, und der Personaler erst dann weitermacht. Hier liegt auch der größte Fehler, der sofort deine Karten verschlechtert, wenn du dich nicht über das Unternehmen, zum Beispiel auf der Homepage oder Firmenprofilen, informiert hast.

Es geht weiter im Ablauf: Step 4 im Vorstellungsgespräch – Jetzt geht’s ans Eingemachte

Nachdem erst ein wenig Geplänkel kam und du Sympathiepunkte sammeln konntest, kommen jetzt die entscheidenden Fragen. Denn nun will dein Gegenüber wissen, warum du die perfekte Besetzung für die freie Stelle bist.

Typische Fragen, die jetzt kommen, sind zum Beispiel:

  • Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben?
  • Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?
  • Warum möchten Sie den Arbeitsplatz wechseln?

Auf diese Fragen sollte man gut vorbereitet sein. Du musst jetzt begründen: 

Frage Gute Antwort

Was interessiert dich an der Stelle?

Immer gut: Die Aufgaben!

Warum ist das Unternehmen für dich interessant? 

Ehrlicher Schleim: tolle Firma, spannende Kunden

Welche Qualifikationen bringst du für den Job mit?

Studium + Erfahrungen mit konrekten Beispielen

Warum zur Hölle passt dieser Job einfach perfekt zu dir und deinem bisherigen Werdegang?

Hier kannst du wieder auf Erfahrungen gehen. Auch schön ist, wenn du dich in diesem Bereich weiterbilden willst und jetzt kannst du auch deine Stärken-Karte ausspielen, denn die passen natürlich – oh Wunder – perfekt!

Denke dabei daran: Menschen lieben Geschichten, ein bisschen Storytelling – solange es glaubwürdig bleibt – schadet hier also gar nicht. Bringe Stationen aus deinem Lebenslauf mit ein und greife auf deine Bewerbungsunterlagen zurück, um Bezüge herzustellen.

Außerdem gut fürs Vorstellungsgespräch zu wissen:

  • Geschulte Personaler wenden verschiedene Gesprächs- und Fragetechniken im Vorstellungsgespräch an. Selbst wenn der Personaler geschlossene Fragen (Ja/Nein-Fragen) stellt, sollte man seine Antwort jeweils noch begründen.
  • Deine Antworten sollten klar strukturiert sein und einen Stellenbezug haben, anstatt einfach nur Schlagworte aufzuzählen. Mit Bewerber-Floskeln wie „teamfähig“ und „kreativ“ kann ein Personaler nicht viel anfangen.
  • Neben den beruflichen Qualifikationen und Zielen ist ein Personaler auch an der Persönlichkeit des Bewerbers interessiert. Es kommt nämlich nicht nur darauf an, dass man die Stelle kompetent besetzen kann, sondern darüber hinaus auch, dass man in das bestehende Team und zur Firmenkultur passt.

Step 5 im Bewerbungsmuster: Das Organisatorische – muss nicht immer kommen, kann aber

Dieser Schritt birgt einige Gefahren, weil man hier nochmal richtig schön kaputt machen kann, was man sich gerade aufgebaut hat. Denn jetzt werden organisatorische Sachen geklärt. Dazu gehört, wie hoch das Gehalt ist und wie viele Urlaubstage es gibt. Hast du in deinen Bewerbungsunterlagen schon deinen Gehaltswunsch angeben müssen, wird hier darauf eingegangen. Bei einem Praktikum oder einem Trainee-Programm sind die Gehälter meist festgelegt. Auch wenn das Unternehmen tariflich vergütet, kannst du dich vorher darüber informieren. Jetzt kommt es ein bisschen aufs Pokern an und du musst einschätzen, wie viel geht. Wichtig ist jedoch: Zeige dem Unternehmen, dass du den Job nicht nur wegen des Geldes willst! Ist das Gehalt etwas unter deiner Wunschvorstellung, kann man zum Beispiel auch fragen, in welchem zeitlichen Rahmen Beförderungen anstehen.

Muster-Vorstellungsgespräch Step 6: Eigene Fragen – Stell Fragen

Wahrscheinlich wird die Frage eher so nebenbei in den Raum gestellt – „Haben Sie Ihrerseits noch Fragen?“ – aber Obacht! Das ist eigentlich keine freiwillige Option, sondern eine deutliche Aufforderung dazu, im Vorstellungsgespräch eigene Fragen zu stellen. Wenn ein Bewerber hier keine Fragen stellt, kann dies schnell als Desinteresse oder Schüchternheit interpretiert werden. Oft bieten die Stellenangebote Anknüpfungspunkte für sinnvolle Fragen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist, sich im Vorfeld selbst möglichst genau klarzumachen, wie man eigentlich gerne arbeiten möchte.

Angeblich gibt es zwar keine dummen Fragen – im Vorstellungsgespräch allerdings schon. Man sollte keine Fragen zu Dingen stellen, die im Gespräch schon längt gesagt bzw. geklärt wurden oder die man sich selbst beantworten kann. Auch Fragen zu Arbeits- oder Urlaubszeiten sowie zu Sonderleistungen und Gehaltserhöhungen sollte man (zumindest im ersten Gespräch) nicht stellen, denn das stellt die eigene Motivation infrage. Diese Dinge sollten zweitrangig sein bzw. zumindest zunächst so behandelt werden.

Und zum Schluss Step 7: Die Verabschiedung nach dem Vorstellungsgespräch

Das Gespräch kommt zum Ende. Jetzt geht es darum, die Fristen zu setzen und in Erfahrung zu bringen, wie es im Auswahlprozess weitergeht und wann man mit einer Rückmeldung rechnen kann. Nachdem das geklärt ist und keine Fragen mehr offen sind, wird sich der Personaler bei dir bedanken und sich verabschieden. Du bedankst dich ebenfalls, dass man sich die Zeit für das Einstellungsgespräch genommen hat, sagst, dass du sehr gerne im Unternehmen arbeiten würdest und schüttelst noch einmal brav Hände. Dann verschiedest du dich freundlich und verlässt mit ruhigem Schritt den Raum. Contenance ist alles. 

Lies auch:
>> 10 Tipps fürs Vorstellungsgespräch
>> Wertvolle Tipps fürs Telefoninterview
>> Lebenslauf optimieren: Tipps und Tricks

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Mindestlohn im Praktikum
Generation Praktikum adé

Mindestlohn im Praktikum

Dass es einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland gibt, hast du sicher mitbekommen. Mit dem neuen Gesetz bekommt somit jeder in Deutschland eine Vergütung von mind. 8,50 Euro pro Stunde für seine Arbeit. Und Freude für dich: Auch Praktikanten fallen unter den gesetzlichen Mindestlohn. Haken jedoch: Nicht alle. D...

Zum Artikel
Berufseinstieg bei Talentschmiede Unternehmensberatung: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg bei Talentschmiede Unternehmensberatung: Erfahrungen

Dominic Murschel ist staatlich geprüfter Techniker und arbeitet als IT-Consultant bei der Talentschmiede Unternehmensberatung. Im Gespräch mit ABSOLVENTA gibt er Einblicke in seinen Auswahlprozess und spricht darüber, wie die ersten Tage nach seinem Berufseinstieg bei der Talentschmiede waren. Außerdem gibt er wertv...

Zum Artikel
Berufseinstieg bei der FDM Group: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg bei der FDM Group: Erfahrungen

Lena Knepper hat BWL an der WWU Münster studiert, bevor sie als IT-Consultant bei der FDM Group eingestiegen ist. Im Interview mit ABSOLVENTA gibt sie einen Einblick in den Auswahlprozess sowie das vorbereitende viermonatige Trainee-Programm bei FDM. Außerdem erzählt sie von ihren Aufgaben im Berufsalltag und verrät...

Zum Artikel