Was du mit Körpersprache erreichen kannst.

Was du mit Körpersprache erreichen kannst.
Deine Körperhaltung ist für deine Mitmenschen ein wichtiges Signal. Sie bestimmt zu einem großen Teil deine Wirkung auf andere. Es beginnt bereits beim Betreten eines Raums. Absolventa erklärt, welche Fehler du in puncto Körperhaltung vermeiden solltest und wie du sie gezielt einsetzt.
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  1. So wichtig ist Körpersprache: Tipps.

    Die Körperhaltung ist ein wichtiger Teil der Körpersprache und gehört somit samt Gestik und Mimik zum Thema Soft Skills. Sie steht in enger Verbindung mit der Ausstrahlung und dem gesamten Erscheinungsbild einer Person. Wer hat es nicht früher von Eltern & Co. gehört… „Sitz gerade, Kind!“

    Ein aufrechter Gang zeugt in der Wahrnehmung der Mitmenschen von Selbstvertrauen und Kompetenz. Besonders wichtig ist das für Situationen, in denen man unter Beobachtung steht, wie zum Beispiel im Vorstellungsgespräch. Tritt deshalb möglichst gerade einem neuen Gesprächspartner gegenüber oder in einen Raum ein. Das Ganze soll aber nicht angestrengt oder unnatürlich rüberkommen, sonst ist es wenig überzeugend. Im Zweifel kann man die richtige Körperhaltung vor einem Spiegel erfolgreich lernen.

    Zwar ist es schwierig, im Kontext der nonverbalen Kommunikation von „richtig“ und „falsch“ zu sprechen, doch vielleicht hilft es, wenn du dir bewusst machst, dass die folgenden Signale in Gesprächen problematisch sind:

    • verschränkte Arme
    • unsicherer Stand
    • mangelnder oder zu häufiger Blickkontakt
    • die Gesten passen nicht zu den verbalen Aussagen

    Und, ja – eine aufrechte Körperhaltung ist zwar wünschenswert, dennoch solltest du darauf achten, nicht zu steif zu wirken. Ein wenig Bewegung, wie zum Beispiel eine Gewichtsverlagerung, lockert deine Körpersprache auf und lässt dich selbstsicher auftreten. Aber auch hier gilt es, das richtige Mittelmaß zu finden. Wer zu viel „herumzappelt“, macht einen nervösen Eindruck.

    Last but not least: Ein Blick sagt mehr als tausend Worte. Natürlich spielen auch die Augen beim Thema Körpersprache eine große Rolle. Ein fester Blick trägt zu viel Sympathie bei.

  2. Körpersprache in verschiedenen Situationen.

    Körperhaltung im Stehen.

    Gerade zu stehen ist ganz einfach. Um herauszufinden, wie es sich richtig anfühlt, kannst du dich einfach mit dem Rücken an eine Wand stellen. Achte darauf, kein Hohlkreuz zu machen, sondern mit dem Gesäß fest an der Wand zu stehen und von da aus deinen Oberkörper auszurichten, sodass ein möglichst großer Teil deines Rückens die Wand berührt. Das gelingt dir, indem du die Bauchmuskeln etwas anspannst und deinen Nacken lang machst.

    Außerdem solltest du dich deinem Gegenüber möglichst frontal zuwenden und einen sicheren Stand haben. Beides strahlt Selbstvertrauen und Sicherheit aus. Gerade Frauen sollten daher auch bei der Schuhwahl aufpassen. Die schönsten High Heels haben keinen Effekt, wenn man damit auf wackeligen Beinen steht und geht.

    Körperhaltung im Sitzen und bei Telefoninterviews.

    Auch wenn du sitzt, sollte dein Körper möglichst aufrecht sein. Nutze dazu möglichst die ganze Sitzfläche des Stuhls. Wenn du auf deinem Stuhl hin und her rutschst oder ständig die Beine übereinanderschlägst, zeugt das von Nervosität. Sei locker, aber nicht zu lässig. Ein Arbeitgeber erwartet von seinen Mitarbeitern, dass sie beispielsweise im Kundengespräch auch im Sitzen eine gute Figur machen und Kompetenz, Interesse sowie Offenheit ausstrahlen.

    Die Körperhaltung im Sitzen und Stehen ist nicht nur für die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht wichtig. Selbst bei einem Telefoninterview solltest du auf deine Körperhaltung achten, denn die Sitzhaltung beeinflusst die Atmung und damit auch die Sprache. Auch wenn dein Gesprächspartner dich nicht sehen kann, wird er hören, wie selbstbewusst und offen du bist – vorausgesetzt, du sitzt aufrecht und lümmelst nicht im Stuhl.

    Körperhaltung im Vortrag.

    Verwendest du für deine Präsentation Medien, wie zum Beispiel ein Whiteboard, achte darauf, deinen Zuhörern trotz allem nicht den Rücken zuzukehren. Insbesondere bei Aufgaben wie der Selbstpräsentation im Assessment Center sind die körpersprachlichen Signale mitentscheidend für die spätere Beurteilung.

    In Sachen eigene Körpersprache sind besonders Balance und Körperspannung sehr wichtig. Achte deshalb darauf, dein Gewicht gleichmäßig durch hüftbreites Stehen gleichmäßig auf beide Beine zu verteilen. Aus dieser Körperhaltung heraus kannst du dein Gewicht ohne Kontrollverlust verlagern oder bequem in eine Richtung gehen, um beispielsweise anderen Menschen etwas an einer Grafik zu erklären.

    An einem Rednerpult ist die Körperhaltung im Stehen weit weniger kompliziert. Du solltest jedoch niemals der Versuchung erliegen, dich hinter einem Requisit zu verstecken. Auch hinterm Rednerpult solltest du aufrecht stehen, gewissermaßen darüber hinweg strahlen.

    Übrigens sehen viele Präsentatoren unsicher aus, weil sie nicht wissen, wo und wie sie ihre Hände positionieren sollen. Nicht selten landen diese dann in den Hosentaschen. Das solltest du jedoch unbedingt vermeiden. Stattdessen solltest du deine Hände aktiv einsetzen, um das Gesagte mit Gesten zu unterstreichen.

  3. Verschiedene Körpersprache bei Frauen und Männern.

    Die Körpersprache von Männern und Frauen ist tendenziell unterschiedlich. Die Körpersprache vieler Frauen strahlt Ruhe und Kompromissbereitschaft aus, was man auch böse als Unentschlossenheit deuten kann. Hingegen fällt die Körpersprache von Männern oft aggressiver aus – besonders in Stresssituationen.

    Letztlich ist die Körpersprache von Männern und Frauen jedoch auch typabhängig: Sowohl aggressive als auch unterwürfige Gesten gehören zur Körpersprache beider Geschlechter. Bei Männern wird Unterwürfigkeit durch eine geneigte Körperhaltung verraten und dadurch, dass er Blickkontakt mit dem Gesprächspartner vermeidet. Dennoch ist Aggressivität in der Körpersprache des Mannes üblicher als devotes Verhalten.

    Das äußert sich schon bei der Begrüßung. Der Mann neigt zu einem zu starken Händedruck. Dabei kann man(n) die Hand des Gegenüber auch mal zu fest drücken oder in eine bestimmte Richtung drängen, was in beiden Fällen ein Kräftemessen bedeuten kann. In einer Bewerbungssituation ist dies unangebracht, denn Begrüßungsgesten sollen dort keinesfalls bedrohlich wirken. Ein kraftloser Händedruck hingegen ist ein Zeichen für Unentschlossenheit und Angst und ebenso unangebracht. Hier das richtige Mittelmaß zu kennen, ist auch im Umgang mit Kunden sehr wichtig. Das gilt insbesondere für Vertriebler, Berater oder etwa Personaler.

    Weibliche und männliche Verhaltensweisen unterscheiden sich auch im Hinblick auf den Handlungsraum. Während Männer zu ausladenden Gesten neigen, beansprucht eine Frau in der Regel vergleichsweise weniger Raum. Männer nehmen mit einer breitbeinigen Sitz- oder Standhaltung automatisch mehr Platz für sich ein und wirken dadurch präsenter.

    Im Stehen erkennt man die aggressive Körpersprache des Mannes noch deutlicher. Männer tendieren dazu, sich frontal vor ein Publikum zu stellen und die Hände in die Seite zu stemmen. Ähnlichkeiten zum Balzverhalten einiger Tierarten sind nicht ganz zufällig: Denn wer ein Revier markieren will, der muss zunächst Eindruck schinden und sich groß und breit machen. Beispielsweise in Gehaltsverhandlungen kann dieses dominante Verhalten leider einen Vorteil einbringen.

  4. Auch Kleidung ist Körpersprache.

    Die Wahl unserer Kleidung ist nicht nur Teil unserer Erscheinung und somit maßgeblich für die Körpersprache, sondern sie beeinflusst unsere Körpersprache auch unterbewusst. Ein Mann verhält sich in einem Anzug automatisch etwas seriöser und achtet stärker auf sein Benehmen als in Hawaiihemd und Jogginghose. Das gleiche gilt natürlich für Frauen – bequemer Flauschpulli oder steife Bluse und unelastischer Rock: Das macht Welten aus.

    Besonders Leute in Führungspositionen wollen mit ihrer Körpersprache Integrität und Kompetenz vermitteln. Daher wird bei Verhandlungen auch meist ein hochwertiges Business-Outfit gewählt. Wenn Auftreten, Aussage, Kleidung und Körpersprache einer Person nicht zusammenpassen, bewerten das die Personen im Umfeld negativ. Allerdings ist es selbstredend von Branche zu Branche unterschiedlich, welche Kleidung angemessen ist.

    Schmuck und Make-up sind indirekte Ausdrucksformen der Körpersprache der Frau und unterstützen diese. Das Make-up im Beruf ist im Optimalfall gepflegt und dezent aufgetragen. Hier eignen sich insbesondere Nude-Look und No-Colour-Look Make-up. Auch der Schmuck sollte je nach Umfeld eher dezent ausfallen.

    Ein zu großer Ausschnitt und zu kurze Röcke werden bisweilen mit Inkompetenz assoziiert. Funktionalität und Qualität der Kleidung sind für Frauen in Führungspositionen alles in allem ebenso wichtig wie die Optik. Schließlich zählt, dass man sich wohlfühlt – denn das strahlt man letztlich auch aus.

    Männer hingegen haben in höheren Positionen häufig einen Hang zu Statussymbolen, wie etwa teuren Uhren oder auffälligen Manschettenknöpfen. Allerdings muss das nicht zwangsläufig heißen, dass diese Symbole ein Muss sind, um die jeweilige Position zu erreichen – besonders in der GenY findet diesbezüglich schon lange ein Umdenken statt.

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