Blickkontakt richtig einsetzen und deuten

Blickkontakt richtig einsetzen und deuten
Der Blickkontakt ist ein zentrales Element der nonverbalen Kommunikation. Er spielt bei der Kontaktaufnahme, im Gespräch und auch bei Vorträgen eine entscheidende Rolle. Wer seinem Gesprächspartner nicht in die Augen schaut oder ihn anstarrt, hinterlässt einen negativen Eindruck. Hier bekommst du Tipps für den richtigen Blickkontakt in Vorstellungsgespräch und Co.
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  1. Ins Gespräch kommen: Kontaktaufnahme durch Blickkontakt

    Ob Jobmesse, Firmenevent oder die Vorstellungsrunde am neuen Arbeitsplatz – wenn man auf unbekannte Menschen trifft, dient der gekonnte Blickkontakt häufig als erster Schritt zur Kontaktaufnahme. Hier gilt es, das richtige Mittelmaß zu treffen. Folgende Blickkontakt-Regeln helfen dir dabei, Interesse zu bekunden, ohne aufdringlich zu sein:

         Der gelungene Blickkontakt

    • Ein offener, klarer Blick mit angedeutetem Lächeln symbolisiert Interesse, Neugier und Sympathie.
    • Hebt man kurz die Augenbrauen, ist das ein Zeichen für Freude über die Kontaktaufnahme.
    • Der Blickkontakt sollte mindestens eine Sekunde, jedoch nicht länger als drei Sekunden dauern.
    • Ist der Blickkontakt nur flüchtig, dann symbolisiert das eher Desinteresse.
    • Ist der Blickkontakt zu lang, kann dies beim Empfänger als zu aufdringlich empfunden werden.

    Je nachdem, wie der potentielle Gesprächspartner reagiert, sollte man die weiteren Schritte der Kontaktaufnahme gestalten. Ist das gegenseitige Interesse gegeben, kann man freundlich auf die Person zugehen, sich per Händedruck kurz vorstellen und dann mit einer Einstiegsfrage ins Gespräch kommen. Folgende Anzeichen deuten jedoch auf Desinteresse, Schüchternheit oder gar Provokation hin:

         Blicke richtig deuten

    • Wenn der andere den Blick senkt oder den Blickkontakt gar nicht erwidert, ist dies in den meisten Fällen ein Zeichen dafür, dass momentan kein Interesse an einer Kontaktaufnahme besteht.
    • Erwidert der andere den Blickkontakt mit einem schiefen Blick, so steht dies für abschätzende Zurückhaltung.
    • Ein stetig gesenkter und umherfliegender der Blick sowie häufiges Blinzeln deuten auf Unsicherheit hin.
    • Betontes Wegschauen ist ein deutliches Zeichen für Abneigung bis hin zur Provokation.
  2. Interesse bekunden: Blickkontakt im (Vorstellungs-)Gespräch

    Bei offiziellen Gesprächen dient der Blickkontakt zur Versicherung von Aufmerksamkeit und Verständnis. Er kann jedoch auch den Sprecherwechsel einläuten und jemanden dazu auffordern, etwas zu tun. Insbesondere im Vorstellungsgespräch trägt der Blickkontakt als wichtiges Element der Mimik zur Überzeugungskraft des Bewerbers bei.

    Sprichst du mit zwei oder mehr Personen, solltest du in erster Linie mit dem Sprecher Blickkontakt halten, aber dennoch zwischendurch auch den Blickkontakt zu den Beisitzern suchen, um diese in das Gespräch mit einzubinden. Ein Blickkontakt sollte mindestens eine Sekunde dauern, jedoch drei Sekunden in der Regel nicht überschreiten. Das Gespräch sollte dabei möglichst auf gleicher Augenhöhe stattfinden, ohne dass man herab oder aufblicken muss.

  3. Fehler vermeiden: Starren und schnelle Blickwechsel

    Wenn du Blickkontakt aufgebaut hast, wechsle nicht ständig zwischen den Augen deines Gesprächspartners. Das passiert häufig dann, wenn man versucht, seinem Gegenüber in beiden Augen zu schauen. Die schnellen, wechselnden Augenbewegungen wirken jedoch hektisch und unsicher. Daher ist es ratsam, auf ein Auge zu schauen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Blick auf den Nasenrücken des Anderen zu fokussieren.

    Zudem solltest du darauf achten, deinen Gesprächspartnern nicht zu tief in die Augen zu schauen. „Anstarren“ wird von den meisten Menschen als unangenehm empfunden und ruft Abwehrreaktionen hervor. Wer angestarrt wird, versucht sich entweder abzuwenden, um dem starrenden Blickkontakt zu entkommen oder er starrt zurück, um sich zu wehren. Das wiederum kann (wechselseitig) Aggression auslösen.

  4. Aufmerksamkeit einfordern: Blickkontakt zu den Zuhörern

    Ein Redner muss zu seinen Zuhörern Blickkontakt aufbauen, damit diese eine Verbindung zu ihm eingehen und sich auf ihn konzentrieren. Wenn er spricht und sich die Zuhörer untereinander unterhalten, kann er zum Beispiel durch einen „strafenden“ Blick Ruhe einfordern und versuchen, durch Blickkontakt Kontrolle auszuüben. Erst wenn das Publikum nicht reagiert, muss er verbale Mittel einsetzen.

    Als Redner solltest du in jedem Fall darum bemüht sein, dass möglichst alle Zuhörer Blickkontakt zu dir herstellen können und du ebenfalls alle Zuhörer mit einem Blick erfasst. Beim Halten einer Rede vor einem größeren Publikum ist es eine bewährte Technik, den Blick während des Vortrages gelegentlich von einer auf die andere Seite schweifen zu lassen oder aber einige gezielte Punkte anzuvisieren.

  5. Missverständnisse vermeiden: Kulturelle Unterschiede

    Nicht nur die verbale Kommunikation ist von Kulturkreis zu Kulturkreis unterschiedlich, sondern auch die Körpersprache. Insbesondere beim Blickkontakt kann es hierbei schnell zu Missverständnissen kommen. Während in Europa und im US-amerikanischen Raum der direkte, offene Blick Aufmerksamkeit symbolisiert, kann er in anderen Ländern sogar als Dominanz oder gar Herausforderung empfunden werden.

    So wird ein längerer Blickkontakt zum Beispiel in China und Japan als mangelnder Respekt gewertet. Hier ist es die Norm, den Blick etwas schweifen zu lassen bzw. dem Gesprächspartner eher auf den Hals als in die Augen zu schauen. Araber hingegen suchen sogar mehr Blickkontakt als Europäer. In Ägypten ist ein längerer Blickkontakt ein deutliches Zeichen für Respekt, allerdings nur zwischen Männern.

    Du siehst, es gibt viele kulturelle Unterschiede im Hinblick auf die Körpersprache und den Blickkontakt. Das solltest du insbesondere in einem interkulturellen Arbeitsumfeld beachten.

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