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Mut zur Lücke

Anspruchsvolle Stellenangebote? Trotzdem bewerben!

Anspruchsvolle Stellenangebote? Trotzdem bewerben!

Große Firmen wie Procter & Gamble erhalten mehrere Tausend Bewerbungen am Tag. Dabei arbeiten dort weltweit "nur" ca. 125.000 Leute. Die Anzahl der Bewerbungen übersteigt den Bedarf also um ein Vielfaches. Manche Betriebe reagieren darauf, indem sie die Anforderungen in Stellenanzeigen aufstocken. Damit wollen sie zwei Ziele erreichen: Nur die qualifiziertesten und insgesamt weniger Personen sollen Bewerbung abschicken, um das Auswahlverfahren einfacher und schneller zu gestalten.

Mit Selbstbewusstsein und Mut zur Lücke

Auch bei der Arbeitssuche gilt, dass Mut sich auszahlt. Absolventen sollten sich auch auf Stellenangebote bewerben, bei denen Berufserfahrung erwünscht ist. Selbst wenn keine entsprechenden Praktika oder Nebenjobs nachweisbar sind, können andere Stärken betont werden. Viele Fragen lassen sich gut durch einen Anruf klären.

Geisteswissenschaftler sollten sich nicht entmutigen lassen, falls sich die Ausschreibung auf einen anderen Studiengang bezieht. Im Zuge der Umstellung auf Bachelor und Master Studiengänge haben sich die Bezeichnungen vervielfacht. Wenn ein Wirtschaftsjournalist gesucht wird, heißt das nicht, dass Betriebswirte oder Kommunikationswissenschaftler chancenlos sind.

Zwar sollte man keine aussichtslose Bewerbungen verschicken, aber wenn man einen großen Teil der Anforderungen erfüllen kann und seine Motivation für den Job darlegen kann, der sollte die Chance ergreifen. Wer nicht wagt, der nichjt gewinnt! Sicherlich wird man auf viele Bewerbungen auch Absagen erhalten, doch davon sollte man sich nicht entmutigen lassen, sondern weiter an seine Chance glauben.

Stellenangebote genau lesen

Entscheidend ist, beim Lesen der Stellenangebote darauf zu achten, welche Anforderungen vorausgesetzt, welche erwünscht und welche nur idealerweise nachzuweisen sind. Einige Firmen schreiben unter dem Stichpunkt „Voraussetzung“ großzügig „Dem Aufgabengebiet entsprechend umfassende Kenntnisse.

Der Text unter dem Stichpunkt „Erwünschte Qualifikationen“ ist oft deutlich länger. Wenn Dein Profil halbwegs passt, sollte man sich trotzdem bewerben. Der ideale Kandidat, der alle erwünschten Kenntnisse mitbringt, existiert vielleicht gar nicht.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Laut einer vom Studie der Hochschule Furtwangen und der Personalberatung Promerit AG plant derzeit jedes zweite Unternehmen aus den besten Bewerbern einen Pool einzurichten, z.B. mittels eines Bewerbermanagementsystems, um nach der Krise auf qualifiziertes Personal zurückgreifen zu können.

Viele Bewerber halten eine entsprechende Anfrage für eine höfliche Absage. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Armin Trost, Leiter der Studie, rät darauf auf jeden Fall einzugehen. Der Suchende sollte die Personaler nur festlegen: "'Freut mich, wenn Sie meine Daten noch aufheben wollen. Wie geht es denn weiter, wann kann ich mich melden?', ist dann die richtige Antwort".

Individuelle Bewerbungen setzen sich von der Masse ab

Unerlässlich ist es mittlerweile, dass Du Dich vor dem Bewerbungsschreiben über den entsprechenden Betrieb informierst und jedes Mal ein individuell zugeschnittenes Anschreiben verfasst. Begründe, was Deine Qualifikationen mit den Anforderungen der jeweiligen Stelle zu tun haben. Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Organisationstalent und Zuverlässigkeit solltest Du am besten anhand von konkreten Beispielen belegen. Falls keine entsprechenden Berufserfahrungen (Praktika, Jobs, Ehrenamtliche Mitarbeit, Promotionjobs) nachweisbar sind, darf es auch etwas ausgefallener sein, zum Beispiel Planung und Vorbereitungen von Events (Sportfest, Hochzeit, Musikfestival).

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