Arbeitsrecht

Regelungen zum Nebenjob

Regelungen zum Nebenjob

Mit einem Nebenjob halten sich Studenten finanziell über Wasser. Auch Geringverdiener und Arbeitslose bessern sich damit ihre Haushaltkasse auf. Doch welche gesetzlichen Regeln bestehen im Arbeitsrecht für den Nebenjob? ABSOLVENTA klärt die wichtigsten Fragen.

Inhalt

  1. Recht auf freie Berufswahl
  2. Nebenjob darf Hauptjob nicht beeinträchtigen
  3. Nebenjob im Krankheitsfall
  4. Wann lohnt sich ein Nebenjob

Recht auf freie Berufswahl

Grundsätzlich hat jeder das Recht auf die Wahl seines Arbeitsplatzes und seines Berufs. Das ist im Grundgesetz in Artikel 12 verankert. Das heißt, dass du dir einen Nebenjob frei auswählen und diesen ausüben kannst. Häufig sind im Arbeitsvertrag genauere Regeln festgelegt. Auch ein Blick in den Tarifvertrag, falls für deinen Beruf/deine Branche einer existiert, kann Fragen klären. Selbst wenn in deinem Arbeitsvertrag keine Klauseln zu einem Nebenjob stehen, kann dir dein Chef trotzdem untersagen, einen Nebenjob auszuüben. Er braucht dafür jedoch einen triftigen Grund.

Auch grundsätzliche gesetzliche Regelungen verhindern, dass du unbegrenzt Nebenjobs ausüben kannst. So muss gewährleistet sein, dass du zwischen den Arbeitstagen mindestens elf Stunden Pause hast. Das heißt, dass du nicht nachts Taxi fahren und morgens in einem Büro arbeiten darfst. Dazu gibt es eine maximale Arbeitsdauer von 48 Stunden pro Woche.

Nebenjob darf Hauptjob nicht beeinträchtigen

Ein Grund, der einen Nebenjob unmöglich macht, ist ein Konkurrenzfall. Das heißt, dass du in deinem Nebenjob nicht für einen Konkurrenten deines Hauptarbeitgebers arbeiten darfst. Genauso klar ist, dass sich die Arbeitszeiten der beiden (oder auch noch mehr) Jobs nicht überschneiden dürfen. Der Hauptjob hat Vorrang.

Der Arbeitgeber des Hauptjobs kann einen Nebenjob auch ablehnen, wenn ein „berechtigtes Interesse“ besteht. Dieses liegt vor, wenn du deinen Hauptjob nicht mehr vollständig erfüllen kannst. Er darf durch den Nebenjob nicht behindert werden. Wenn du beispielsweise in einer Bank arbeitest und dort seriös aussehen musst, ist ein Nebenjob als Ultimate Fighter unzulässig, wenn du regelmäßig mit Platzwunden und anderen Verletzungen im Gesicht zur Arbeit erscheinst. Auch ein Job als Nachtportier kann von deinem Chef verboten werden, wenn du morgens ständig übermüdest erscheinst. Grundsätzlich solltest du es mit deinem Hauptarbeitgeber absprechen, wenn du einen Nebenjob annimmst, da sonst auch eine Kündigung drohen kann. 

Nebenjob im Krankheitsfall

Wenn du krankgeschrieben bist und deinen Hauptjob nicht ausüben kannst, solltest du auch deinen Nebenjob ruhen lassen. Eine Krankschreibung gilt berufsübergreifend. Es gibt jedoch die Ausnahme, dass du deinen Nebenjob ausüben kannst, wenn er den Heilungsprozess nicht beeinträchtigt. Wenn du dir das Bein gebrochen hast und deswegen nicht als Fitnesstrainer arbeiten kannst, ist es trotzdem legitim am Computer sitzend, Artikel für ein Sportmagazin zu schreiben.

Wann lohnt sich ein Nebenjob?

Als Student darfst du im Jahr 9.354 Euro hinzuverdienen, ohne dass du Sozialabgaben zahlen musst. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem jährlichen Steuerfreibetrag von 8.354 Euro und 1.000 Euro Werbunsgkostenpauschale. Für einen normalen Angestellten ist ein 450-Euro Job ("Minijob") neben seiner normalen Tätigkeit abgabenfrei. Er muss jedoch darauf achten, dass sein Nebenverdienst voll auf ein eventuelles Kurzarbeitergeld angerechnet wird. Ausnahme: Der Nebenjob hat schon bestanden, bevor das Kurzarbeitergeld im Hauptjob eingeführt wurde.

Studenten müssen auch darauf achten, dass sie nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, da sonst angenommen werden kann, dass sie mehr arbeiten als studieren. In diesem Fall kann ein Student seinen Studentenstatus verlieren. Am besten ist es hier, sich als Student für einen Nebenjob als Werkstudent zu entscheiden. Ein arbeitsloser Nebenjobber auf 450-Euro-Basis zahlt zwar keine Arbeitslosenversicherung, ist von den anderen Sozialabgaben wie Pflege- oder Rentenbeitrag nicht befreit.

Weitere Infos:
Selbst kündigen – Kündigung als Arbeitnehmer
Inhalte im Arbeitvertrag – Rechte und Pflichten
Abmahnung – Gelbe Karte für Angestellte

Nebenjob Prostitution – Keine Seltenheit!

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Case Study – Was ist das eigentlich?
Analytisches Denken gefordert

Case Study – Was ist das eigentlich?

Eine Case Study (engl.: Fallstudie) ist vor allem für Consulting-Jobs oft Teil eines Auswahlverfahrens. Die Aufgabe ist handlungs- und entscheidungsorientiert. Der Bewerber übernimmt dabei die Position eines Entscheidungsträgers, der vor einem bestimmten Problem steht. Mittels einer Fallstudie wollen die Personaler ...

Zum Artikel
Dialekt und Hochdeutsch im Beruf
Moin, moin!

Dialekt und Hochdeutsch im Beruf

Ein Dialekt kann auf Gesprächspartner sowohl negativ als auch positiv wirken. Was dem einen sympathisch erscheint, bewirkt bei dem anderen mitunter Abneigung. Daher kann ein Dialekt ein Karrierekiller sein, muss er aber nicht. Das hängt auch von der Position des Dialekt-Sprechenden ab. Beispielsweise kann ein ausgep...

Zum Artikel
Die Gehaltsforderung
Den eigenen Wert einschätzen

Die Gehaltsforderung

Bei der Gehaltsforderung solltest man nicht zu bescheiden sein. Aber auch zu hohe Forderungen kommen beim Chef nicht gut an. Es gilt, das richtige Mittelmaß zu finden und eine realistische, den eigenen Fähigkeiten entsprechende Gehaltsforderung zu formulieren. ABSOLVENTA erklärt, was man beachten sollte und wie man ...

Zum Artikel