Bewerbertage als Recruitinginstrument

Bewerbertage als Recruitinginstrument

Um innerhalb eines kurzen Zeitraumes viele Bewerber auf einmal intensiv kennen zu lernen, laden Unternehmen zu sogenannten Bewerbertagen ein. Ähnlich einem Assessment Center (AC) werden die Bewerber dort auf ihre fachliche Eignung, ihre sozialen Kompetenzen und auf ihre Motivation für die Mitarbeit in der Firma geprüft und beurteilt. Für solche Bewerbertage müssen sich die Interessenten bei den meisten Firmen vorab bewerben.

Inhalt

  1. Sich auf einem Bewerbertag gegenseitig intensiv kennenlernen
  2. Bewerbertage als Tag der offenen Tür
  3. Neue Formen der Personalauswahl

Neben Bewerbungsgesprächen und AC-Aufgaben warten auf die Kandidaten auch Fachvorträge von Führungskräften aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen der Unternehmen. Bewerbertage tragen ebenso dazu bei, dass sich die Bewerber ein umfassendes Bild vom potentiellen Arbeitgeber machen können. So bekommen die Kandidaten an einem Bewerbertag auch die Unternehmensphilosophie, Tätigkeitsbereiche, Anforderungen und Weiterbildungsmöglichkeiten aufgezeigt. Oft steht auch eine Firmen- bzw. Werksbesichtigung auf dem Programm.

Kandidaten und Unternehmen lernen sich auf einem Bewerbertag gegenseitig intensiv kennen

Ein Beispiel: Mit dem „Bewerbertag IT & Software Engineering“ (22./23.03.2012) bietet msg systems eine Form der Bewerbertage an, die bei dem Software-Unternehmen tief im Personalauswahlverfahren verankert sind. msg systems nutzt seinen Bewerbertag dabei gezielt als Auswahlinstrument zur Besetzung offener Jobs für IT-Fachkräfte.

Herbert Wittemer, Leiter Personal bei msg systems, gibt einen Einblick in die Bewerbertage des Unternehmens: "Wir halten unsere Bewerbertage mehrmals pro Jahr ab. Hinter jedem Termin steht jeweils eine konkreter Stellenausschreibung aus einem bestimmten Fachbereich. An einem Bewerbertag  bekommt jeder Kandidat die Möglichkeit, unser Unternehmen msg systems, die Unternehmenskultur, die Führungskräfte und Mitarbeiter sowie realitätsnahe Themen kennen zu lernen. Neben Fallstudien und Teamaufgaben finden gegenseitige Vorstellungsrunden statt. Der Bewerbertag ermöglicht uns, Kandidaten intensiv kennenzulernen und flexibel auf individuelle Fähigkeiten zu reagieren. Sofern ein Bewerber überzeugt, wird ihm ein konkretes Angebot unterbreitet. Es kann dabei auch durchaus vorkommen, dass Kandidaten, die sich auf eine Stelle als Programmierer beworben hatten, auf Grund ihres Präsentations- und Kommunikationsstils ein Angebot für eine Beratertätigkeit erhalten. Für beide Seiten bedeutet dies eine Win-win-Situation. Wir lernen die Kandidaten in praxisnahen Situationen kennen und können dadurch Bewerber für diejenige Stelle rekrutieren, die am besten zu ihren Fähigkeiten passen. Am Ende der Veranstaltung erhält übrigens jeder Kandidat ein ausführliches Feedback.“

Bewerbertage als Tag der offenen Tür

Bewerbertage sind besonders im Ausbildungsmarketing eine Möglichkeit für Unternehmen, Nachwuchskräfte wie Schüler, Studenten und Absolventen auf die Einstiegsmöglichkeiten und Laufbahnen in ihrem Unternehmen aufmerksam zu machen. Ein Beispiel dafür ist die Deutsche Bahn (DB), die in Nürnberg den „Schüler/Eltern Bahn Bewerbertag 2012“ ausrichtet. Dort stellt die DB typische Bahn-Jobs vor und gewährt Einblicke in die verschiedenen Berufsbilder. Das Event ist für alle Interessierten zugänglich. Ziel der DB ist es, dass sich die Teilnehmer im Anschluss für einen Einstieg in dem Unternehmen bewerben. 

Neue Formen der Personalauswahl

Auch wenn sich Recruiting und Personalmarketing immer stärker ins Internet verlagern, ohne persönlichen Kontakt zwischen Kandidat und Unternehmen geht die Personalauswahl in den allermeisten Fällen nicht von statten. Ob Bewerbertag, Jobmesse, Informationsveranstaltung oder Assessment Center – zunehmend mischen sich die verschiedenen Rekrutierung-Formate und weitere Ideen zu alternativen Veranstaltungen schießen aus dem Boden. So veranstaltet die Kölner Agentur denkwerk  beispielsweise den sogenannten „BrainDay“. Das Assessment Center mit stark spielerischer Intention ist eine Mischung aus Job-Speed-Dating und Quizshow. Von den Bewerbern sind dort vor allem Kreativität und Originalität gefordert.

Um was für eine Veranstaltung es sich im Einzelnen auch immer handelt –  Bewerber sollten sich vorab genau informieren, damit sie wissen, was auf sie zukommt. Nur so kann man sich optimal vorbereiten und seine Chancen auf den gewünschten Job erhöhen.

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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