Halbzeitbilanz

Das Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis

Ein Zwischenzeugnis kann aus verschiedenen Gründen wichtig sein. Der Arbeitgeber ist dazu ver­pflichtet, ein vorläufi­ges Zeugnis auszu­stellen, wenn der Arbeit­nehmer dafür einen triftigen Grund vor­bringen kann. ABSOLVENTA erklärt, welche Gründe ein Zwischen­zeugnis erfordern und welche Rechte ein Arbeit­nehmer in Bezug auf sein Zwischen­zeugnis hat.

Inhalt

  1. Definition Zwischenzeugnis
  2. Formalien beim Zwischenzeugnis
  3. Gründe für die Erstellung eines Zwischenzeugnisses
  4. Leistungsbewertungen bei einem Zwischenzeugnis

Definition Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis ist eine vorläufige Bewertung der Arbeit oder aber eine Bestätigung, dass der Arbeitnehmer aktuell einer Tätigkeit nachgeht. Es dient zur Vorlage bei Bewerbungen oder verschiedenen Ämtern und Institutionen.

Wie für das Arbeitszeugnis nach Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses, gibt es auch für das Zwischenzeugnis rechtliche Vorgaben. Obwohl bei einer Bewerbung vor allem die Zeugnisse eines abgeschlossenen Beschäftigungsverhältnisses zählen, kann das Zwischenzeugnis die  Aufgaben des Arbeitnehmers in seiner aktuellen Position beschreiben. Ein Zwischenzeugnis ist dann sinnvoll, wenn der Arbeitnehmer sich auch bei ungekündigter Stellung oder vor Ablauf eines befristeten Arbeitsverhältnisses bei anderen Unternehmen bewirbt.

Formalien beim Zwischenzeugnis

Ein Zwischenzeugnis ist ein vorläufiges Arbeitszeugnis. Für die Zeugnissprache und den Aufbau des Zeugnisses gelten die gleichen Richtlinien wie für ein reguläres Arbeitszeugnis.

Ein Zwischenzeugnis sollte im Gegensatz zu einem Abschlusszeugnis immer im Präsens formuliert sein, da es um aktuelle Leistungen geht. Eine Ausnahme besteht bei der Bewertung abgeschlossener Aufgaben.

Gründe für die Erstellung eines Zwischenzeugnisses

Der Arbeitgeber ist nur dann verpflichtet, ein Zwischenzeugnis auszustellen, wenn dafür ein sogenannter „triftiger Grund“ besteht. Dieser liegt – gemäß einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 1993 – vor, wenn das Zwischenzeugnis für Bewerbungen oder zur Vorlage bei Ämtern oder anderen Institutionen – wie etwa einem Kreditantrag – benötigt wird.

Bei der Fusion zweier Unternehmen oder einer Neugründung ist es beispielsweise ratsam, einen Vorgesetzen nach einem Zwischenzeugnis zu fragen. Der Arbeitnehmer kann den Wechsel eines direkten Vorgesetzten ebenfalls als Grund für die Erteilung eines Zwischenzeugnisses anführen.

Speziell einer Umbenennung des Unternehmens kann der Arbeitnehmer mit der Forderung nach einem Zwischenzeugnis möglichen Missverständnissen bei späteren Bewerbungen vorbeugen. Ein weiterer Grund für ein Zwischenzeugnis liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer seit mehreren Jahren für ein Unternehmen arbeitet, aber keine regelmäßigen Zwischenbewertungen erhalten hat.

Leistungsbewertungen bei einem Zwischenzeugnis

Der Arbeitgeber kann einen reinen Tätigkeitsnachweis (einfaches Arbeitszeugnis) oder ein Zwischenzeugnis mit Leistungsbewertung (qualifiziertes Arbeitszeugnis) ausstellen.

Ein späteres Arbeitszeugnis darf nicht schlechter ausfallen als das Zwischenzeugnis, sofern sich die Leistungen des Arbeitnehmers nicht dramatisch verschlechtert haben, wie das Landesarbeitsgericht Köln 1997 urteilte. Der Arbeitgeber muss unter bestimmten Umständen die Formulierungen des Abschlusszeugnisses sogar auf den Stand des Zwischenzeugnisses korrigieren, wenn diese negativer ausgefallen sein sollten.

Das Zwischenzeugnis ist für den externen Gebrauch wie für Bewerbungen oder Nachweise bestimmt. Für eine Beurteilung, welche nur für interne Zwecke vorgesehen ist, gelten andere Maßstäbe als für ein Zwischenzeugnis: Die Bewertung in einem Zwischenzeugnis darf sich nicht ändern, eine Leistungsbewertung in der Beurteilung schon.

Wie bei einem qualifizierten Arbeitszeugnis ist der Arbeitnehmer auch bei einem Zwischenzeugnis in der „Holschuld“: Er muss nach dem Zeugnis fragen und es gegebenenfalls auch abholen. Achtung: Du solltest nur dann nach einem Zwischenzeugnis fragen, wenn du es wirklich benötigst. Ansonsten könnte es signalisieren, dass du auf der Suche nach einer neuen Stelle bist. Um Missverständnissen vorzubeugen ist es daher ratsam, den Arbeitgeber darüber zu informieren, wenn du das Zwischenzeugnis beispielsweise für Behördengänge benötigst.

>> Weitere Zeugnistypen

Über den Autor

Hannes Reinhardt
Hannes Reinhardt

Redaktionsprakti Hannes kommt frisch von der Uni und schreibt bei ABSOLVENTA über die Möglichkeiten, die sich jungen Berufseinsteigern heute bieten.

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Berufseinstieg bei HORBACH: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg bei HORBACH: Erfahrungen

Nach seinem Studium der Wirtschaftsgeographie hat sich Kristof Balke für ein Praktikum bei HORBACH qualifiziert und danach direkt den Berufseinstieg geschafft. Im Interview mit ABSOLVENTA gibt er Einblicke in den Auswahlprozess, seinen Arbeitsalltag sowie die Karrieremöglichkeiten bei HOBRACH und verrät, welche Eige...

Zum Artikel
Case Study – Was ist das eigentlich?
Analytisches Denken gefordert

Case Study – Was ist das eigentlich?

Eine Case Study (Fallstudie) ist vor allem für Consulting-Jobs oft Teil eines Auswahlverfahrens. Die Aufgabe ist handlungs- und entscheidungsorientiert. Der Bewerber übernimmt dabei die Position eines Entscheidungsträgers, der vor einem bestimmten Problem steht. Mittels einer Fallstudie wollen die Personaler erfahre...

Zum Artikel
Karriere bei CENIT: Einblicke vom Arbeitgeber
Personaler im Interview

Karriere bei CENIT: Einblicke vom Arbeitgeber

Anne-Katrin Wiebigke ist HR Partner bei der CENIT AG. Im Interview mit Absolventa.de erzählt sie, welche Studiengänge für den Einstieg besonders gefragt sind, welche Chancen Bewerber mit Initiativbewerbungen haben und wie die Möglichkeiten für eine internationale Karriere bei dem Software- und Prozessberatungshaus s...

Zum Artikel