Active Sourcing: Lass dich von Unternehmen finden.

Active Sourcing: Lass dich von Unternehmen finden.
Wäre es nicht fein, wenn das lästige Versenden von unzähligen Bewerbungen entschleunigt, vielleicht sogar wegfallen würde? Active Sourcing macht es möglich – zumindest fast. Was du dir genau unter Active Sourcing bzw. Active Search Recruitment vorstellen kannst und wie du als Bewerber von Active Sourcing profitierst, erfährst du hier.
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  1. Was bedeutet Active Sourcing?

    Active Sourcing bedeutet, dass Personaler nach passenden Bewerbern suchen, anstatt sich einfach nur Bewerbungen zuschicken zu lassen. Das heißt, sie nutzen verschiedene Wege, vielversprechende Kandidaten zu finden, und schreiben sie aktiv an. In Zeiten des Fachkräftemangels und des War for Talent – vor allem in Bereichen wie Mathematik, IT, Naturwissenschaften und Ingenieurwesen – ist Active Sourcing eine beliebte Methode, um gute Bewerber zu schnappen, bevor sie von der Konkurrenz entdeckt werden – und um den Recruitingprozess effizienter zu machen.

  2. Welche Methoden für Active Sourcing Recruiting gibt es?

    Für die aktive Suche nach passenden Mitarbeitern gbt es verschiedene Methoden und Kanäle:

    Profile Mining in Business Netzwerken

    Die erste Anlaufstelle für Personaler, wenn es um Active Sourcing geht, sind Business Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Hier ist alles auf Karriere ausgerichtet, Recruiter können gezielt nach passenden Kandidaten suchen und sie direkt kontaktieren – oder aber ein Netzwerk aufbauen und dann bei Bedarf auf die Kontakte zurückgreifen. Klingt einfach, erfordert aber einiges an Ressourcen, denn es macht Sinn, hier nicht auf Masse zu setzen, sondern sich Zeit für die Suche nach potenziellen neuen Mitarbeitern zu nehmen. Gerade High Potentials aus Bereichen wie Elektrotechnik, Wirtschaftsinformatik oder Vertrieb haben sonst das Problem, dass sie mit Anfragen überschwemmt werden – keine gute Werbung für ein Unternehmen und eine sichere Methode, Absolventen zu verprellen.

    Social Media

    Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook können Personaler auf Kandidatenfang gehen. Gerade Active Sourcing auf Facebook ähnelt allerdings der Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Zwar warten dort hunderte Millionen von potenziellen Arbeitnehmern, sie anhand typischer Suchbegriffe zu finden, ist aber schwierig. Personaler sollten sich bewusst sein, dass die Masse der Nutzer Facebook nicht als Karriereplattform sieht, und sich dort mehr auf Employer Branding konzentrieren.

    Google+ ist mittlerweile eher irrelevant, während Twitter immer mehr fürs Recruiting entdeckt wird: Zum einen, um Kandidaten anzusprechen, zum anderen für Employer-Branding-Maßnahmen. Hier kann man vielversprechenden Personen erstmal folgen, um sie dann im zweiten Schritt über eine persönliche Nachricht anzuschreiben. Oder eben sich als Unternehmen in Szene setzen.

    Lebenslaufdatenbanken

    Jobbörsen wie Absolventa bieten Lebenslaufdatenbanken an, in denen du dich registrieren kannst, um von Unternehmen gefunden zu werden. Du lädst deinen Lebenslauf hoch, gibst an, was du kannst und was du suchst und bekommst dann exklusive Jobangebote zugeschickt. Das Ganze findet in einem geschützten Raum statt, das heißt, die Unternehmen bekommen einen Zugang, aber du wirst nicht über Google gefunden – deine Daten sind also nicht öffentlich zugänglich. Besonders gut funktionieren Lebenslaufdatenbanken in den klassischen Fachrichtungen, in denen Fachkräftemangel herrscht, zum Beispiel in den MINT-Fächern:

    Aber auch für die Besetzung anderer Stellen wird in Lebenslaufdatenbanken gestöbert, um z. B. Unternehmensberater, Marketing Manager, HRler, Banker oder Experten im Gesundheitswesen zu finden. Egal also, ob du Geisteswissenschaften oder BWL studiert hast, eine Anmeldung kann sich immer lohnen. Für Unternehmen hat das Ganze den Vorteil, dass sie vor der Ausschreibung der Stelle schon nach passenden Kandidaten schauen können und so die Bewerbungsflut umgehen, wenn sie fündig werden.

    Bewerbermanagementsystem

    Zugegeben, das Bewerbermanagementsystem ist kein wirkliches Active Sourcing Tool, aber vereinfacht das Recruiting für Unternehmen trotzdem. Zwar lädst du auch hier deine Unterlagen hoch, aber meist beantwortest du noch eine Reihe von Fragen – ein erster Schritt, um die Qualität der Bewerbungen zu überprüfen. Wird beispielsweise ein Softwareentwickler gesucht, der bestimmte Programmiersprachen beherrschen muss, kann der Personaler schnell im Bewerbermanagementsystem filtern, ohne auch nur einen Blick in die eigentlichen Unterlagen geworfen zu haben. Das ist effizient, aber natürlich schade für dich, wenn du durchs Raster fällst. Außerdem bleibt hier weniger kreativer Raum, als wenn du die Form deiner Bewerbung frei wählen kannst.

  3. Was hat Active Sourcing für Vorteile?

    Die Vorteile für Unternehmen liegen auf der Hand: Sie können durch Active Sourcing gezielt genau die Kandidaten ansprechen, die sie suchen – und, wenn sie es gut machen, die Besetzung ihrer Stellen beschleunigen. Aber auch für dich bringt es Vorteile mit sich, wenn Unternehmen Active Recruiting betreiben.

    • Du kannst dich, hast du erstmal ein Profil angelegt, zurücklehnen und abwarten, was sich ergibt. Stehst du z. B. kurz vor deinem Abschluss, hast du nicht schon während des Endspurts den Stress, Bewerbungen rauszuhauen.
    • Bist du gerade nicht aktiv auf Jobsuche, kannst du trotzdem nebenbei Kontakte knüpfen, auf die du dann – wenn es akut wird – zurückgreifen kannst.
    • Schreibt ein Unternehmen dich an, kannst du davon ausgehen, dass es für sie nicht ganz einfach ist, die Stelle zu besetzen – das ist eine gute Ausgangssituation für den weiteren Bewerbungsprozess.
  4. Wie kannst du dich optimal präsentieren?

    Genauso, wie Unternehmen beim Active Sourcing ihre Hausaufgaben machen müssen, damit es effizient bleibt, musst auch du dir Mühe geben bei der Erstellung eines Profils in einem Sozialen Netzwerk oder einer Lebenslaufdatenbank. Hier lohnt es sich, sich Zeit zu nehmen und es lieber einmal richtig zu machen, als dann immer wieder nachzubessern.

    Außerdem solltest du darauf achten, dass du auch sonst online in einem guten Licht dastehst. Denn selbst wenn ein Personaler nicht gezielt über Facebook rekrutiert, so kann er dich trotzdem googeln und auf deinem Profil landen. Um gewappnet zu sein, hast du verschiedene Möglichkeiten:

    • Stelle ein, dass dein Profil nicht von Suchmaschinen gefunden wird. Allerdings kann der HRler natürlich immer noch bei Facebook direkt suchen.
    • Benutze nicht deinen realen Namen.
    • Verberge Partybilder und Co. vor der Öffentlichkeit.
    • Erstelle gleich zwei Profile: Ein seriöses unter deinem richtigen Namen und eins für deine Freunde unter einem Synonym.

    Bewirbst du dich im Marketing oder sogar als Social Media Manager, kannst du auch gezielt durch eine Social Media Bewerbung überzeugen, indem du z. B. ein besonders ausgeklügeltes Profil präsentierst. Oder du erstellst eine Bewerbungswebsite, die aussieht wie eine Facebook-Seite – natürlich mit vielen kreativen Beiträgen über dich.

    Im Bewerbermanagementsystem ist wichtig, dass du die richtigen Schlüsselbegriffe wählst, nach denen gesucht wird. Natürlich ist der Aufwand recht hoch, weil du bei jeder Bewerbung quasi bei null anfängst und alles individuell ausfüllen musst. Dafür gehst du durch die Struktur sicher, dass du nichts wichtiges vergisst oder dich „an der Stelle vorbei bewirbst“.

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