(K)ein dramatischer Unterschied

Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen

Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen

Das statistische Bundesamt hat eine alarmierende Zahl bekanntgegeben: Männer verdienten im Jahr 2012 durchschnittlich 19,60 Euro pro Stunde, Frauen jedoch nur 15,21 Euro (jeweils brutto). Das bedeutet einen Gehaltsunterschied von 22 Prozent.   

Inhalt

  1. Unzureichende Annahmen bei der Berechnung des Gehaltsunterschieds
  2. Absoluter vs. bereinigter Lohnunterschied
  3. Auswege aus dem Gehaltsunterschied

Unzureichende Annahmen bei der Berechnung des Gehaltsunterschieds

Wie kommt diese Zahl zu Stande? Im Falle des Statistischen Bundesamtes lautet die Gleichung wie folgt: Durchschnittslohn aller Männer vs. Durchschnittslohn aller Frauen. Diese Rechnung ist jedoch zu einfach, denn sie beinhaltet mehrere Faktoren, die einen fairen Vergleich unmöglich machen:

  • Frauen arbeiten häufiger in typisch schlecht bezahlten Jobs (z.B. Jobs im Sozialwesen) und Männer in gut bezahlten Branchen (z.B. Ingenieurwesen, IT)
  • Fast die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Deutschland arbeitet in einem Teilzeit-Job, und diese sind häufig schlechter bezahlt als Vollzeitstellen. So fand die Hans-Böckler-Stiftung heraus, dass der durchschnittliche Stundenlohn in einer Teilzeitstelle rund zwei Euro niedriger liegt.
  • Frauen befinden sich häufiger und länger in Elternzeit. Dadurch verpassen sie unter Umständen eine übliche Gehaltserhöhung.
  • Der Anteil an Frauen in der Geschäftsführung, Aufsichtsräten und anderen Führungspositionen ist deutlich kleiner als der Männer.

Absoluter vs. bereinigter Lohnunterschied

Es gibt noch eine andere, aussagekräftigere Zahl: den sogenannten „bereinigten Lohnunterschied“. Dieser berücksichtigt genau die Faktoren, die den Frauenverdienst so schlecht dastehen lassen. Branche, Beruf, Qualifikation und Position werden hier mit einberechnet. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren kommt man auf eine ganz andere Zahl: nämlich nur sieben Prozent Lohnunterschied zwischen Männer und Frauen.

Eine Gehaltslücke von 22 Prozent hört sich erschreckend an, aber dahinter steht eine Milchmädchenrechnung. Bevor man sich von großen Zahlen und erschreckenden Fakten beeindrucken lässt und politische Reden hält, sollte man also die Hintergründe beleuchten.

Auswege aus dem Gehaltsunterschied

Nichts desto trotz ist eine Annäherung der Gehälter von Männern und Frauen zu befürworten. Hierfür gibt es drei zentrale Ansatzpunkte:

  • Es müssen mehr Frauen für typische, gut bezahlte Männerberufe begeistert werden
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Eine Frauenquote für Führungspositionen (sofern sich an der momentan Diskrepanz nur wenig ändern sollte)

>> Weitere Infos und konkrete Zahlen zum Thema Gehalt

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