Arbeiten in den USA: Im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“.

Arbeiten in den USA: Im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“.
Vom Tellerwäscher zum Millionär – die Idee des amerikanischen Traums hat das Land seit jeher geprägt und lockt nach wie vor zahlreiche Deutsche in die USA. Doch bevor du auswandern kannst, solltest du dich mit Themen wie Visum und Vorstellungsgespräch auseinandersetzen. Absolventa hilft dir dabei.
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  1. Warum im Ausland arbeiten?

    Grundsätzlich bringt es nur Vorteile für dich, wenn du längere Auslandsaufenthalte einlegst – beruflich wie persönlich:

    • Du lernst andere Kulturen und Arbeitsweisen kennen, schaust über den Tellerrand hinaus
    • Du verbesserst deine Sprachkenntnisse
    • Du zeigst Mut, Offenheit und Flexibilität – das macht sich gut im Lebenslauf
    • Du entwickelst dich persönlich weiter
    • Du knüpfst internationale Kontakte
  2. Warum in den USA arbeiten?

    „Nothing is impossible“ – was früher die Vorstellung war, trifft auf das Amerika von heute nicht mehr ganz zu, aber durch den Fachkräftemangel hast du gute Chancen, in den USA einen Job zu finden. Dazu kommt der Vorteil, dass du Englisch in der Regel sicher sprichst und keine neue Sprache lernen musst, um zurechtzukommen.

  3. Arbeiten in Amerika: Erste Hürde Visum.

    In die USA einzureisen ist nicht schwer – als Tourist. Planst du einen Aufenthalt, der drei Monate überschreitet, oder willst komplett in die USA auswandern, sieht das allerdings anders aus. Dazu benötigst du ein Visum.

    Welches Visum das Richtige ist, hängt davon ab, wie lange du in den USA leben und arbeiten möchtest. Für einen begrenzten Zeitraum bieten sich verschiedene Möglichkeiten: Das gängigste ist das H1B-Visum. Dieses wird mit einer Aufenthaltserlaubnis von sechs Jahren an Fachkräfte mit Hochschulabschluss oder besonderer beruflicher Qualifikation vergeben. Es gibt zudem noch zahlreiche andere Nichteinwanderungs-Visa, mit denen man in den USA arbeiten kann. Weiterreichende Informationen über das richtige Visum bietet die Website der amerikanischen Botschaft.

    Wer ganz auswandern und einfach unbefristet in Amerika arbeiten möchte, wird um die Beantragung eines Einwanderungsvisum – besser bekannt als Greencard – nicht herumkommen. Wenn du keine Verwandte in den USA hast, musst du darauf hoffen, einer von 140.000 jährlich benötigten Fachkräften oder aber glücklicher Gewinner der Greencard bei der Greencard Lottery zu sein.

  4. Deine Möglichkeiten in den USA.

    Grundsätzlich sind in den USA deutsche Fachkräfte gefragt – besonders aber in diesen Fachrichtungen:

    Du hast zwei Möglichkeiten, in den USA zu arbeiten:

    • Du bewirbst dich und arbeitest direkt bei einem Unternehmen, das in den USA sitzt
    • Du wirst von einem Arbeitgeber in Deutschland in eine Niederlassung in den USA entsendet. Wirst du entsendet, verbringst du nur einen bestimmten Zeitraum in den USA – im Schnitt bleiben sogenannte Expats drei Jahre lang in Amerika. In der Regel wird dein Gehalt weiterhin von deinem deutschen Arbeitgeber bezahlt. Wo du steuerpflichtig bist, solltest du im Vorfeld klären, denn theoretisch gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den USA und Deutschland.

    Zum Beispiel diese Unternehmen sind auch in den USA vertreten:

    UNTERNEHMEN STÄDTE IN DEN USA
    EY z. B. Los Angeles, Miami, Detroit, Seattle, New York, Salt Lake City, Minneapolis
    Santander z. B. Dallas, Jacksonville, Mesa (Arizona), Englewood (Colorado)
    Hewlett Packard Enterprise z. B. Wyoming, San Diego, Houston, Washington, Chicago
    Fujitsu z. B. Washington, Sunnyvale (California), New York
    PwC z. B. Fort Lauderdale, Kansas City, Philadelphia, San Francisco, Las Vegas, Boston
    Austin Fraser Austin, Dallas, Denver
    UPS z. B. Atlanta, Seattle, Miami, Philadelphia, Louisville
    Allianz Chicago
    BENTELER z. B. Houston, Auburn Hills (Michigan), Duncan, Shreveport (Lousiana)
    AUDI AG z. B. Los Angeles, Herndon (Virginia)
  5. Bewerbung in den USA.

    Bevor du die Koffer zum Auswandern in die USA packst, müssen noch einige Formalitäten erledigt werden: Sofern du nicht als Expat entsendet wirst, muss die Arbeitssuche von Deutschland aus begonnen werden, weil das mit einem Touristenvisum nicht erlaubt ist.

    Deine Bewerbungsunterlagen.

    Allzu umfassende Bewerbungen sind in den Vereinigen Staaten nicht so gefragt wie hier in Deutschland, dafür darf der Cover Letter, das Motivationsschreiben, durch Farbe oder Marmorierung auffallen – ein bisschen „was fürs Auge“ des gern unterhaltenen Amerikaner sozusagen. Inhaltlich gehören die eigenen Qualifikationen sowie eine schlüssige Begründung für das Interesse an der Mitarbeit in dem jeweiligen Unternehmen zwingend in das Anschreiben mit hinein.

    Der Lebenslauf wird antichronologisch, sprich mit dem jüngsten Ereignis zuerst angeordnet, also genau so, wie es auch hierzulande meist gewünscht ist. Auf ein Bewerbungsfoto wird im Normalfall verzichtet, da in den USA anonyme Bewerbungen die Regel sind. Das bedeutet, sie erhalten keine Angaben zu Name, Alter, Geschlecht, Nationalität oder Konfession. Grund dafür sind Antidiskriminierungsgesetze – und die Tatsache, dass es in den USA sehr leicht ist, jemanden zu verklagen. So kannst du davon ausgehen, dass eine Bewerbung mit Bewerbungsfoto tatsächlich ungelesen direkt an dich zurückgeht. Jedoch kommt dem Referenzenteil eine hohe Bedeutung zu. Als Referenzen versteht man Kontaktdaten von Personen, die Positives über Qualifikation und Arbeitsweise des Bewerbers zu berichten wissen.

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    Das Vorstellungsgespräch.

    In den USA ist es durchaus möglich, dass das Vorstellungsgespräch auf Vornamen-Basis geführt wird, per du ist man sprachlich bedingt ja sowieso. Das Ganze wirkt daher von vornherein lockerer als ein Gespräch hierzulande. Aber Vorsicht: Du solltest dennoch nicht in Kaffeeplausch-Stimmung verfallen, sondern sachliche Antworten auf die Fragen des Personalers geben.

  6. Im Arbeitsalltag.

    Auch im Arbeitsalltag herrscht in den USA oft eine entspannte und familiäre Atmosphäre vor, die das Miteinander angenehm gestalten. Auch wird sich mehrmals pro Tag nach dem Befinden erkundigt. Das erste Mal schon mit der sehr geläufigen Begrüßung „Hi, how are you?“.   Eine ausführliche Berichtserstattung wird vom Betreffenden dann aber nicht erwartet. Ein einfaches „Good, how are you?“ tut genüge.

    In den meisten amerikanischen Firmen sprechen sich die Mitarbeiter prinzipiell mit dem Vornamen an. Hierarchien müssen dennoch eingehalten werden. Die Unterscheidung der Position findet sich z. B. in der Begrüßung wieder: Beispielsweise wird der Chef nicht mit „Hi“, sondern mit dem weniger vertrauten „Hello“ begrüßt.

    Bei der Bekleidung wird im Arbeitsleben häufig großer Wert auf Etikette gelegt. Die Devise heißt: Hauptsache ordentlich. Das Büro-Outfit fällt oft recht konventionell aus: Männer kommen im Anzug, Frauen im Kostüm. Das variiert aber natürlich auch je nach Branche. Informiere dich hierzu unbedingt vorher, denn die Amerikaner nehmen es sehr genau mit dem passenden Outfit und es ist sehr leicht, einen Fauxpas zu begehen – zum Beispiel beim Dresscode „Business Casual“ das Hemd nicht in die Hose zu stecken oder Turnschuhe zu tragen.

  7. Rechtliches und Formales in den USA.

    Gehalt.

    Anders als in Deutschland wirst du in den USA in der Regel nicht monatlich, sondern alle zwei Wochen per Paycheck (Scheck) oder Deposit (Überweisung) bezahlt. Das jährliche Durchschnittsgehalt in den USA liegt bei umgerechnet ca. 52.800 Euro € im Jahr – in Deutschland sind es „nur“ knapp 35.000 Euro.

    Steuern und Versicherungen.

    Auch in den USA werden wie in Deutschland Beiträge für die Sozialversicherung, Steuern und die Rente direkt abgezogen. Für die Krankenversicherung wird privat gesorgt, da es in Amerika keine Versicherungspflicht gibt – was fatalerweise dazu führt, dass sich einige Amerikaner einfach nicht versichern. Spielst du also mit dem Gedanken, in die USA auszuwandern, solltest du dich dringend um einen umfassenden Versicherungsschutz kümmern.

    Kündigungsschutz.

    Genauso wie die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, ist es aber auch möglich von heute auf morgen den Job zu verlieren: „Hire and Fire“ nennt sich das Prinzip – und es bedeutet: Keine gesetzlichen Kündigungsfristen. Entsprechend wechseln Amerikaner deutlich öfter den Job als die Deutschen. Das nennt man dann „flexiblen Arbeitsmarkt“.

    Urlaubstage.

    In Punkto Urlaubstage herrscht zwischen Deutschland und den USA ein himmelweiter Unterschied, der von Auswanderern einigen Umgewöhnungsbedarf erfordert. Während wir Deutschen mit einer durchschnittlichen Anzahl von 28 bezahlten Urlaubstagen verwöhnt sind, ist in den USA gesetzlich nicht mal eine Mindestanzahl an Urlaubstagen festgelegt. Einige Firmen nutzen diese Regelung aus und bieten im ersten Jahr lediglich fünf Tage bezahlten Urlaub, erst bei langjähriger Zugehörigkeit kannst du einen Urlaub von zwei Wochen erwarten.

  8. Skurrile Gesetze in den USA.

    Neben dem Visa-Wahnsinn gibt es noch weitere Regelungen in den USA, die man so vielleicht nicht erwartet. Hier ein paar skurrile Gesetze:

    • Damit sie bei der Arbeit ausgeschlafen ist: Im Logan Country, Colorado, dürfen Männer ihre schlummernde Liebste nicht mit Küssen belästigen.
    • Damit er nicht von der Arbeit abgelenkt wird: In Pasadena, Kalifornien, dürfen Sekretärinnen nicht mit ihrem Chef allein in einem Zimmer sein.
    • Ein Herz für Kunden: In Nebraska ist es Friseuren verboten, während der Arbeitszeit Zwiebeln zu essen.
    • Ein Beitrag zur Lärmreduzierung: Gut hörbar rückwärts im Hexadezimalsystem zu zählen, ist in Cupertino, Kalifornien illegal.
    • Alles eine Frage des Looks: Lehrer in Arkansas, die eine Bubikopf-Frisur tragen, dürfen keine Gehaltserhöhung bekommen.
    • Irgendwie verständlich: In Michigan droht eine Gefängnisstrafe, wenn ein Mitarbeiter in der Schreibtischschublade des Chefs ein Stinktier versteckt.
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