Bewerbung im Bereich Pflege

Ob du als Pflegefachkraft, als Pflegedienstleitung oder zum Beispiel als Berater in der Pflege arbeiten willst – nach Fachkräften für verschiedene Berufe wird händeringend gesucht. Trotzdem solltest du dir bei deiner Bewerbung Mühe geben und sie dafür nutzen, zu zeigen, was du in deinem Beruf kannst. Hier erfährst du, worauf du bei deiner Bewerbung achten solltest und kannst ein Muster oder eine Vorlage für eine Bewerbungsmappe kostenlos herunterladen.

Bewerbungsvorlagen.

Wenn du dich für einen Beruf aus der Pflegebranche bewerben willst, bietet sich ein klassisches und ein modernes Design für die Bewerbung an. Je nachdem, wo du dich bewirbst, kann aber auch ein kreatives Design passen. Hier findest du die passenden Muster für Bewerber:innen* bzw. eine Bewerbungsmappe als Muster:

Bewerbungsunterlagen: Das gehört rein.

Auch für deine Bewerbung in der Pflege und im Bereich Gesundheit kannst du auf die typischen wichtigsten Bestandteile einer Bewerbung zurückgreifen:

  • Anschreiben bzw. Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf
  • Anlagen und Zeugnissen

Deckblatt?

Du hast sicher schon davon gehört, dass du optional auch gerne noch ein Deckblatt hinzufügen kannst. Das lohnt sich vor allem dann, wenn du viele Anhänge und Zeugnisse für deine Ausbildung und deinen Beruf mitschickst, denn dann wird die Bewerbung schnell recht dick und es ist schön, wenn es ein Deckblatt gibt.

Da aber heutzutage die meisten Bewerbungen per E-Mail verschickt werden und dann in der jeweiligen Personalabteilung ausgedruckt werden müssen, freuen sich viele Personalabteilungen, wenn es nicht auch noch ein Deckblatt gibt.

! TIPP

Wenn du ein Deckblatt beifügen willst, sollte es sehr gut und professionell gestaltet sein. Oft ist es schön, das Bewerbungsfoto hier einzusetzen. Auch die Kontaktdaten und die Angabe der offenen Stelle, für die du dich in der Pflege bewirbst, kannst du hier aufzählen.

Vollständigkeit

Von Unternehmen zu Unternehmen und von Einrichtung zu Einrichtung können ganz unterschiedliche Bestandteile der Bewerbung erwünscht sein. Oft werden auch weniger Unterlagen gefordert – z. B. nur der Lebenslauf und Zeugnisse, um es der Zielgruppe einfacher und schneller möglich zu machen, sich für Jobs zu bewerben. Das ist als Altenpfleger/in, Krankenpfleger/in, in der Beratung, in der Pflegepädagogik und im Pflegemanagement nicht anders und gilt auch für die Bereiche Medizin, Pharma und Psychologie.

Achte aber darauf, deine Bewerbungsunterlagen immer vollständig einzureichen. Fehlt etwas, werden Personaler oft hellhörig und vermuten, dass du etwas zu verbergen hast. Das gilt nicht nur für die Angaben zu den Stationen bzw. Lücken im Lebenslauf, sondern auch für Zeugnisse. Legst du für eine berufliche Station kein Zeugnis vor, könnte es ja sein, dass du dort keine gute Beurteilung bekommen hast oder die Aufgaben, die du dort übernommen hast, nicht dem entsprechen, was du im Lebenslauf angegeben hast. Da es gerade in der Pflege viel um Vertrauen geht und Pflegefachkräfte eine große Verantwortung für ihre Patienten tragen, solltest du solche Missverständnisse gar nicht erst aufkommen lassen, indem du vollständige Bewerbungsunterlagen einreichst.

Anschreiben in der Bewerbung

Klar, viele Personaler schauen sich den Inhalt des Anschreibens (auch Bewerbungsschreiben genannt) gar nicht erst an, sondern schauen direkt in die übersichtlichen Fakten in deinem Lebenslauf. Aber deshalb ist das Anschreiben trotzdem nicht sinnlos.In deinem Anschreiben hast du nämlich die Möglichkeit, auf der Grundlage deines trockenen Lebenslaufs eine lebendige Geschichte von dir zu erzählen. Hier kannst du begründen, warum Tätigkeiten aus der Vergangenheit perfekt zum Job passen und beschreiben, was deine Motivation ist und warum du den Job unbedingt willst.

Sicher kennst du aber das Problem, dass das Wie bei einem Anschreiben viel schwieriger ist, als bei einem Lebenslauf. Das Anschreiben ist ein Text und Texte schreiben sich leichter, wenn man schon vorher weiß, was man schreiben will. Schon ist die Angst vor dem weißen Blatt weg!

Nimm dir also am besten die Stellenanzeige, auf die du dich bewerben willst, zur Hand. Punkt für Punkt solltest du jetzt alle Anforderungen und Aufgaben durchgehen – von der Ausbildung bis zur Stressresistenz – und dir überlegen, inwiefern du sie erfüllst. Es reicht dabei nicht, nur zu behaupten, dass du eine Anforderung erfüllst oder eine Aufgabe schon erfolgreich gemeistert hast. Am besten ist es, wenn du zeigen kannst, wann und wie du das bereits getan hast. Anders ist es für Kenntnisse und Qualifikationen aus. Diese belegst du durch Zeugnisse und Zertifikate.   Am leichtesten fällt dir das Bewerbungsschreiben mit folgendem Aufbau:

KOPF EINLEITUNG HAUPTTEIL SCHLUSS
- deine Kontaktdaten kommen ganz nach oben links
- die Anschrift des Unternehmens folgt darunter
- Datum
- Betreff, z. B. Bewerbung als Pflegedienstleitung, Referenznr. 12345
Egal, was du hier schreibst – Hauptsache du startest nicht mit „Hiermit bewerbe ich mich für die Stelle als xy“.

Drei Alternativen:

- beginne mit einem überraschenden Statement
- erkläre deine persönlichen Motivationsgründe
- nenne deine drei wichtigsten Eigenschaften oder Kenntnisse für den Job
- gehe die Stellenanzeige durch und erkläre, warum du perfekt passt
- am besten chronologisch die Fähigkeiten beschreiben, die zu den Anforderungen passen
- erwähne auch deine Soft Skills
- formuliere Erklärungen für Lücken im Lebenslauf
- beende die Bewerbung damit, dass du dich über ein persönliches Kennenlernen freuen würdest
- nenne den frühesten Einstiegstermin
- gibt, wenn gewünscht, deine Vorstellung von Gehalt an
- ende mit „Mit freundlichen Grüßen“ und setze deine Unterschrift unter das Schreiben

! TIPP

Viele Einrichtungen in der Pflege haben einen kirchlichen Träger. Einige Bewerber fragen sich deshalb, ob es bei der Bewerbung wichtig ist, die gleiche Konfession zu haben wie der Träger. Ist es nicht. Deine Religion ist außerdem deine Privatsache, genauso wie deine sexuelle Orientierung, ob du ledig oder verheiratet bist oder ob du bald mit der Familienplanung starten willst. 

Erwähne also auch nichts davon in deiner Bewerbung. Hilfreich für die Bewerbung ist es aber sicher, wenn du die gleichen Werte wie die Einrichtung, bei der du dich bewirbst, teilst. Im Christentum sind das z. B. in der Pflege Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Darauf kannst du natürlich auch in deinem Anschreiben näher eingehen. Wenn du dich aber unsicher fühlst, ob der Träger und du zusammenpassen: Es gibt auch noch andere Träger und Einrichtungen. Viele achten z. B. explizit auf Toleranz und Diversität.

Diese Unternehmen bieten den Benefit Diversität:

Lebenslauf in der Bewerbung

Du meinst, du hast doch schon einen Lebenslauf? Du hast ihn bereits für deine Praktika geschrieben und denn brauchst du jetzt nur noch zu aktualisieren? Nein, so gehts nicht!

Versuche, für jede Stelle, für die du dich bewirbst, einen passenden Lebenslauf zu verfassen – obwohl die Daten und der Aufbau im Großen und Ganzen natürlich immer gleich bleiben. Du beginnst am besten mit deinem Werdegang in antichronologischer Reihenfolge. Das heißt, die neuesten Stationen sind ganz oben, die älteren weiter unten.

Teile deinen Lebenslauf außerdem in Bereiche auf, z. B.

  • Beruflicher Werdegang
  • Ausbildung und Studium
  • (Stipendien, Preise o.ä.)
  • Sprachkenntnisse
  • Weitere Kenntnisse

Und was kann nun variiert werden? Stell dir vor, du bewirbst dich als Pflegekraft für zwei Stellen im Gesundheits- bzw. im Pflegebereich. Du hast schon ein bisschen Erfahrung gesammelt und eine Ausbildung und ein Studium absolviert.

Stelle als Pflegedienstleitung Stelle in der Pflegeberatung
Betonung - Angaben zur Berufserfahrung
- Organisatorische Fähigkeiten
- analytische Fähigkeiten
- kommunikative Fähigkeiten
Eigenschaften und Fähigkeiten - alle praktischen Tätigkeiten vom Praktikum in der Schule bis zum Ehrenamt
- Organisationsleistungen – auch im privaten und ehrenamtlichen Bereich
- Thema der Masterarbeit
- Seminare und Weiterbildungen
- eigene Projekte, die deinen Umgang mit Menschen zeigen

Finde Jobs im Bereich Gesundheit in deiner Nähe:

    No-Gos in der Bewerbung

    1. „Ich arbeite gerne mit Menschen“: Dass sie Menschen mögen, schreiben wahrscheinlich alle Bewerber, die sich für einen Job in der Pflege bewerben. Werde konkret und beschreibe, welche deiner Erfahrungen dazu geführt haben, dass du z. B. deinen Beruf als Pflegefachkraft in der Altenpflege liebst.

    2. Selfies als Bewerbungsfotos, denn sie sind unprofessionell. Investiere lieber einmal in gute Bewerbungsfotos, die dich als Menschen greifbar und sympathisch zeigen.

    3. Sich kleinmachen: Sei selbstbewusst und schreibe nicht „Ich würde mich über ein Vorstellungsgespräch freuen.“ Du weißt, was du kannst. Du gehst deshalb davon aus, dass du eingeladen wirst du schreibst „Ich freue mich auf die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch“.

    4. Fehler übersehen: Versuche darauf zu achten, dass du keine Fehler in der Grammatik, Rechtschreibung oder Zeichensetzung in deiner Bewerbung hast. Das macht keinen guten Eindruck. Da du deine Bewerbung bestimmt schon auswendig kennst und deshalb textblind geworden bist, solltest du sie am besten einer anderen Person zum Lesen geben.

    5. Keine genaue Ansprechperson: Wenn du „Sehr geehrte Damen und Herren“ schreibst, wissen die Personaler sofort, dass du dich nicht mit den Einrichtungen oder Unternehmen beschäftigt hast und deine Bewerbungen massenweise und immer gleich rausschickst. Denn sonst wüsstest du ja, wer die Ansprechperson ist.

    Hier findest du einen Überblick zu weiteren Tipps für deine Bewerbung Gesundheitsbereich: 

    Berufe Bewerbungstipps Jobs
    Medizin Zu den Tipps Zu den Jobs
    Pflege Zu den Tipps Zu den Jobs
    Pharma Zu den Tipps Zu den Jobs
    Psychologie Zu den Tipps Zu den Jobs

    Bewerbungsprozess

    Du hast deine Bewerbungsunterlagen zusammengestellt und willst nun loslegen? Hier noch mal die wichtigsten Tipps:

    Bewerbung abschicken

    Nur wenn die Bewerbung explizit per Post gewünscht ist, solltest du dir die Mühe machen, die Unterlagen auf gutem Papier auszudrucken, sie in einen hochwertigen Hefter zu packen und per Post in einem stabilen Kuvert zu verschicken. Eigentlich sind diese Zeiten vorbei.

    Meistens funktioniert die Bewerbung einfach per E-Mail oder über ein Bewerbermanagement-System. Doch auch hier solltest du vorsichtig sein und alles vollständig und korrekt einreichen. Schaue nach der Bewerbung auch immer nach, ob du eine Posteingangsbestätigung erhalten kannst, dass deine Bewerbungsunterlagen erfolgreich verschickt wurden und angekommen sind.

    Telefoninterview

    Immer häufiger rufen Personaler erst einmal bei dir an, wenn sie deine Unterlagen gesichtet haben und du in die engere Auswahl kommst. Das passiert fast immer unangekündigt und trifft dich somit spontan. Bleib cool, such dir ein ruhiges Fleckchen und versuche, die Nachfragen zu deiner Bewerbung zu beantworten. Ganz wichtig: Zeige dich von deiner besten Seite und sei freundlich und lächle – das hört man in deiner Stimme.

    Vorstellungsgespräch

    Wenn du es ins Vorstellungsgespräch geschafft hast, ist das ein sehr gutes Zeichen. Schlafe vorher ausreichend, kleide dich passend und bereite dich noch einmal gründlich auf deinen potenziellen Arbeitgeber vor.

    • Wie groß ist die Einrichtung oder das Unternehmen?
    • Wie viele Mitarbeiter gibt es?
    • Wie sieht die Unternehmenskultur aus?
    • Ist der Träger konfessionslos oder politisch?
    • Welche Art von Patienten dominiert?

    Bereite dich auch auf Nachfragen vor, die sich aus deiner Vita ergeben. Hast du eine Lücke, dann wird man dort nachbohren. Hast du deinen beruflichen Weg immer mal wieder neu gestartet, dann wird man dich fragen, warum. Traust du dir neue Aufgaben zu, dann wird man versuchen, herauszufinden, wie du dir das vorstellst und ob du schon soweit bist usw. Bleibe immer freundlich und aufmerksam und bereite auch eigene Fragen vor, damit zu zeigen kannst, dass du echtes Interesse hast.

    Hier findest du 159 Jobs im Bereich Pflege.
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