Ruhe bewahren

Nach dem Vorstellungsgespräch

Nach dem Vorstellungsgespräch

Die Zeit nach dem Vorstellungsgespräch ist spannend, voller Hoffen und Bangen. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt: Die Phase kurz nach dem Vorstellungsgespräch sollte man dazu nutzen, noch einmal ausführlich und selbstkritisch über das Gespräch, den Job und die Firma nachzudenken. Bei einer Zusage kann das für die ersten Tage im Job vor Vorteil sein, um den guten Eindruck aus dem Gespräch im Job zu bestätigen. Im Fall einer Absage kann die Analyse wichtige Erkenntnisse für spätere Bewerbungsgespräche liefern, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Die Analyse nach dem Vorstellungsgespräch

Unabhängig von dem Ausgang des Bewerbungsgesprächs ist eine detaillierte Auswertung sinnvoll. Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie man womöglich beim Personaler angekommen ist. Der eigene Eindruck von der Firma und den potentiellen Kollegen ist nach dem Vorstellungsgespräch mindestens genauso wichtig. Schließlich wird man im Fall einer Zusage zukünftig einen Großteil seiner Zeit in dem Unternehmen und mit den neuen Kollegen verbringen.

Bei seiner Analyse sollte das gesamte Vorstellungsgespräch noch einmal Revue passieren lassen und sich folgenden Punkte klarmachen:

  • War mein Outfit für die Stelle und die Branche (Medien, IT, Recht, Finance) angemessen?
  • War meine Kleidung gebügelt und die Schuhe geputzt?
  • War mein soziales Verhalten angemessen? (Small Talk, Höflichkeit, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, Körpersprache,...)
  • Hatte ich meine vollständigen Bewerbungsunterlagen dabei?
  • Wie war meine Selbstpräsentation? Was hätte ich ergänzen oder weglassen sollen?
  • Habe ich mich vorab gut genug über die Stelle und das Unternehmen informiert?
  • Auf welche Fragen war ich nicht vorbereitet bzw. konnte ich auf Anhieb keine Antwort geben, die mich und den Personaler zufriedengestellt hat?
  • Welche eigenen Fragen hätte ich selbst noch stellen sollen?
  • Hat mich das Unternehmen überzeugt? Kann ich mir wirklich vorstellen, die nächsten Jahre dort zu arbeiten?
  • Ist das Gesamtpaket aus Aufgabenbereich, Verantwortungsbereich, Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitszeit, Urlaub und Gehalt etc. angemessen?

Nachfragen nach dem Vorstellungsgespräch

Ein kurzes Dankschreiben an den direkten Ansprechpartner, in dem man nach dem Vorstellungsgespräch nochmal sein Interesse an der Stelle zum Ausdruck bringt, ist zwar möglich, aber in der Praxis nicht besonders gängig. Bei großen Konzernen geht so eine Nachricht wahrscheinlich unter, bei kleinen Firmen aus dem Mittelstand kann das aber gut ankommen. In jedem Fall sollte man seine E-Mail an die persönliche Arbeitsadresse des Personalreferenten schicken statt an die allgemeine Adresse á la kontakt@, info@ oder karriere@.

In den meisten Fällen wird dem Bewerber direkt nach dem Vorstellungsgespräch ein Termin mitgeteilt, zu dem man eine Rückmeldung erhält. Nimm erst Kontakt mit der Firma auf, wenn dieser Termin verstrichen ist, ohne dass man eine Rückmeldung erhalten hat. Rufe dann möglichst bei dem direkten Ansprechpartner an und bitte freundlich um Auskunft über den derzeitigen Stand des Bewerbungsverfahrens.

Es ist dringend davon abzuraten, schon vorher bei dem Arbeitgeber nachzufragen. Das wirkt schnell aufdringlich. Außerdem zeugt es davon, das man sich als Bewerber nicht an Absprachen halten kann. Insbesondere in großen Unternehmen können die Entscheidungswege oft länger sein. Außerdem werden häufig mehrere Kandidaten zum Einstellungsgespräch eingeladen, so dass der Auswahlprozess immer eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn es mal etwas länger dauert. Es sollte aber im Interesse des Arbeitgebers sein, dass das Auswahlverfahren so kurz wie möglich ist, da interessante Bewerber sonst in der Zwischenzeit woanders einen Job annehmen können.

Weitere Auswahlrunden nach dem Vorstellungsgespräch

Für wichtige Positionen im Unternehmen, z.B. für Trainee-Programme und Führungspositionen, kann es mehrere Auswahlrunden geben. Nach dem Vorstellungsgespräch kann möglicherweise ein zweites Bewerbungsgespräch oder ein Assessment Center folgen. Oftmals werden erst in einem zweiten Gespräch nähere Details zu Dingen wie Gehalt, Urlaubsanspruch usw. besprochen.

Mit Hilfe eines Assessment Centers möchte der Arbeitgeber herauszufinden, wie es um die Soft Skills der Bewerber steht. Hier geht es um Dinge wie kommunikative Kompetenzen, Teamfähigkeit, analytisches Denken, Zeitmanagement und Präsentationsgeschick. Es ist vor allem bei größeren Firmen ein gängiges Personalauswahlverfahren, bei dem man alleine oder zusammen mit anderen Bewerbern verschiedene AC-Aufgaben gestellt bekommt und lösen muss.

Die Absage nach dem Vorstellungsgespräch

Bekommt man nach dem Vorstellungsgespräch eine Absage, sollte man es auf keinen Fall persönlich nehmen. Es kann immer einen Mitbewerber geben, der noch besser auf die ausgeschriebene Stelle passt. Es gehört also immer auch immer ein bisschen Glück dazu.

Bewerte auch letztlich erfolglose Vorstellungsgespräche als wichtige Erfahrung. Unter Umständen hilft es, beim Unternehmen noch einmal die Gründe der Absage zu hinterfragen. Allerdings darf man hier nicht unbedingt mit einer ehrlichen Antwort rechnen. Die Firmen antworten auf solche Anfragen meistens äußerst „politisch korrekt“, um nicht wegen eines Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verklagt zu werden.

Manchmal kann es übrigens auch passieren, dass der Wunschkandidat des Unternehmens aus irgendwelchen Gründen abspringt oder sich doch als ungeeignet erweist. Dann bekommt man vielleicht eine zweite Chance und kann nachrücken. Auch das spricht dafür, nach dem Vorstellungsgespräch die Ruhe zu bewahren und nicht harsch auf eine Absage zu reagieren.

Fazit für die Zeit nach dem Vorstellungsgespräch

Analysiere das Gespräch und überlege, was man bei einem nächsten Vorstellungsgespräch besser machen kann. Wenn die Rückmeldung des Unternehmens zu lange dauert, frag höflich nach dem Bearbeitungsstand der Bewerbung. Nimm eine Absage nicht persönlich und versuche, aus dem Bewerbungsgespräch zu lernen. Den Kopf in den Sand zu stecken hilft niemandem weiter. Glaub weiter an dich und bewirb dich weiter. Wirst du erneut zu einem Auswahlgespräch oder einem Assessment Center eingeladen, werden dir die gesammelten Erfahrungen und die Analyse nach dem Vorstellungsgespräch sicher helfen!

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