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Immer schön sachlich bleiben!

Kritikfähigkeit: Kritik üben und annehmen

Kritikfähigkeit: Kritik üben und annehmen

Kritikfähigkeit bedeutet, Kritik anzunehmen, die sachlich formuliert und gerechtfertigt ist. Im Berufsleben ist es wichtig, aus Fehlern zu lernen, um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Nur wer in der Lage ist, konstruktive Kritik zu akzeptieren und die beanstandeten Punkte dann auch zu verbessern, lernt dazu. ABSOLVENTA gibt Tipps.

Wenn jemand nicht mit Kritik umgehen kann oder sie als ungerechtfertigt empfindet, dann kann es schnell zu Konflikten kommen. Und tatsächlich: Das Annehmen von Kritik fällt den meisten Menschen schwer, egal ob im beruflichen oder privaten Umfeld.

Dabei sollte man Kritik als etwas Positives ansehen, denn dadurch lernt man viel mehr als durch ein Lob. Die folgenden Zitate und Sprichworte belegen das eindrucksvoll. Wenn man diese Zitate verinnerlicht, hat man schon sehr viel für seine Kritikfähigkeit getan.

„Nur wenige Menschen sind klug genug, hilfreichen Tadel nichtssagendem Lob vorzuziehen.“ - François de La Rochefoucauld

Wer mir schmeichelt ist mein Feind, wer mich tadelt ist mein Lehrer. - Chinesisches Sprichwort

Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden.“  - Sprichwort aus den USA

Konstruktive Kritik annehmen

Konstruktive Kritik bietet neben der Darstellung des Problems auch einen Vorschlag zur Verbesserung. Diese Form der Kritik erfordert relativ wenig Kritikfähigkeit, da der Kritiker gleich einen Lösungsweg anbietet. Eine solche Beurteilung der Leistung trägt produktiv zu einer Problemlösung bei. Dazu hat der Kritisierte immer noch die Möglichkeit, sich selbst aktiv an der Verbesserung zu beteiligen.

Dennoch fühlen sich einige Menschen auch durch konstruktive Kritik brüskiert, ungerechtfertigt kritisiert und werten jedes Wort gegen ihre Idee oder Projekt als Angriff auf ihre Person. Änderungsvorschläge werden zum Teil als Bevormundung missverstanden. Bei dieser Art der mangelnden Kritikfähigkeit errichtet der Kritisierte eine Mauer, die kaum mehr ein Argument passieren lässt.

„Ich bin dankbar für schärfste Kritik, wenn sie nur sachlich bleibt.“ - Otto von Bismarck (1815-98), erster deutscher Reichskanzler

Kritikfähigkeit trainieren

Kritikfähigkeit lässt sich jedoch trainieren. Zunächst sollten die Argumente des Kritikers angehört werden. Danach sollte der Kritisierte ehrlich zu sich selbst sein und evaluieren, ob die Argumente tatsächlich greifen oder nicht. Sind die Argumente überzeugend, sollte er die Kritik annehmen und bei der nächsten ähnlichen Aufgabe anwenden.

Dabei ist es wichtig, zu versuchen, die Perspektive des anderen einzunehmen. Ein Vorgesetzter muss häufig noch andere Dinge bedenken als ein Angestellter, muss beispielsweise die Ressourcen Zeit und Budget sowie die Qualität der Arbeit im Blick haben. Ein guter Chef erläutert das einleuchtend

Ist der Kritisierte jedoch weiterhin von seiner Handlungsweise überzeugt, sollte er selbst sachlich darstellen, welche Vorteile sein Ansatz bietet und warum er ihn gewählt hat. Möglicherweise entsteht durch die Abwägung und den Vergleich der beiden unterschiedlichen Positionen eine Ideallösung.

Ungerechtfertigte Kritik abweisen

Kritik muss nicht immer gerechtfertigt sein. Aus diesem Grund heißt Kritikfähigkeit nicht nur, dass der Kritisierte die Kritik akzeptiert, sondern auch, dass er sich aktiv mit ihr auseinandersetzt und sich gegebenenfalls wehrt.

Wenn man zum Beispiel kritisiert wird, aber eigentlich nicht der Verursacher des Problems ist, dann ist die Kritik ungerechtfertigt. Diese Form der Kritik ist nicht produktiv. Derjenige, der sie stillschweigend annimmt, läuft Gefahr, der „Buhmann“ für alle anfallenden Probleme zu werden. In diesem Fall bedeutet Kritikfähigkeit, Selbstbewusstsein zu zeigen und die zu Unrecht angelasteten Kritikpunkte klarzustellen. Dabei ist es wichtig, immer auf der Sachebene zu bleiben und die Emotionen zu zügeln. Man sollte dabei möglichst keine Kollegen „reinreißen“.

Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlechtmacht.“ - Heinrich Nordhoff (1899-1968), ehem. Vorstandsvorsitzender von VW

Sich zur Wehr zu setzen oder für die eigene Position einzutreten heißt jedoch nicht, auf den Kritiker in gleicher Weise „zurückzufeuern“. Begründe ausführlich und sachlich, warum die Schuld den falschen Adressaten erreicht hat. Eine rasche Klärung kann weitere ungerechtfertigte Kritik unterbinden. In einer solchen Situation wird das Konfliktmanagement auf eine harte Probe gestellt, vor allem dann, wenn die Kritikfähigkeit des Gegenübers nicht besonders ausgeprägt ist.

Kritikfähigkeit: Der Ton macht die Musik

Kritikfähigkeit ist nicht nur im Berufsleben unzweifelhaft eine wichtige Soziale Kompetenz. Es kommt dennoch darauf an, wie jemand Kritik formuliert. Übt ein Vorgesetzter Kritik ohne Vorwarnung oder ohne jegliche Erklärung, kann er den Respekt seiner Mitarbeiter verlieren. Auch eine erfolgreiche Zusammenarbeit kann durch falsch angewandte Kritik zum Erliegen kommen. Deshalb ist es immer wichtig, wie die Kritik im Einzelnen geübt wird. Ein ausfallender Ton ist ebenso unangebracht wie unlautere Beschuldigungen.

Der wichtigste Grundsatz lautet: Die Kritik immer am Produkt ausrichten. Zum Beispiel:

  • „Der Ansatz ist nicht gut, weil er mehr Zeit und damit der Firma mehr Geld kostet“
  • „Das geht zwar schneller, aber die Fehlerquote ist so deutlich höher. Das wird den Verkäufern und dem Kundenservice viel Arbeit aufhalsen.“
  • "Sie müssen konzentrierter arbeiten. Zum einen sind Fehler unprofessionell, und zum anderen ist es unwirtschaftlich, wenn ein Kollege alle Ihre Arbeiten kontrollieren muss."

Fazit

Habe keine Angst vor Kritik, denn wenn man mit anderen zusammenarbeitet, ist sie unvermeidbar. Eine vernünftige Alternative dazu gibt es nicht:

Um Kritik zu vermeiden: Tu nichts, sag nichts, sei nichts.“ -  Elbert Hubbard (1856-1915), amerik. Schriftsteller

Schlechte Kritikfähigkeit:

Nicht ausreden lassen - nicht zuhören - laut werden - abfällige Gesten machen - nicht auf das Gesagte eingeben - Gegenkritik äußern

Gute Kritikfähigkeit:

Aufmerksam zuhören - das Gesagte nicht persönlich nehmen - sich mit dem Gesagten auseinandersetzen - Selbstwahrnehmung mit Fremdwahrnehmung abgleichen - Kritik als Hilfe ansehen - am Feedback wachsen wollen

Übrigens...

Wer kritisiert sollte auch loben. Dadurch bekommt die Kritik auch mehr Gewicht. Sonst heißt es „der hat eh immer nur was zu meckern“ und die Kritik wird nicht mehr erstgenommen. Auf diese Weise trägt man elegant selbst zur Kritikfähigkeit seiner Kollegen und Angestellten bei. Zudem kann ein Lob die Motivation steigern. Abgesehen davon macht man sich nicht gerade beliebt, wenn man immer nur kritisiert, statt auch mal positive Worte zu verlieren.

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