Diskriminierung am Arbeitsplatz: So rettest du deine Karrierechancen.

Diskriminierung am Arbeitsplatz: So rettest du deine Karrierechancen.
Welche Hintergründe Diskriminierung am Arbeitsplatz haben kann, wieso deine Karriere als Berufseinsteiger darunter leidet und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.
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  1. Diskriminierung am Arbeitsplatz: Homosexualität.

    Homophobe Beleidigungen durch Kollegen am Arbeitsplatz bleiben für Schwule und Lesben ein großes Thema. Laut der Studie „Out im Office?!“ des Instituts für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) gaben drei Viertel der 2.884 befragten homo-, bi- und transsexuellen Arbeitnehmer an, bereits mit Diskriminierung und Benachteiligung am Arbeitsplatz in Berührung gekommen zu sein. Meistens in Form von Mobbing – und in ein Fünftel der Fälle sogar im Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Ganze 70 Prozent der befragten Transsexuellen verbirgt deshalb ihre sexuelle Identität gegenüber den Kollegen.

    Zwar leben viele Unternehmen heute eine offenere Unternehmenskultur als vor einigen Jahren, dennoch zeigt das Ergebnis die ungeschönten Fakten: LGBT-Beschäftigte haben noch immer Grund zur Sorge, wegen ihrer sexuellen Identität im Job benachteiligt zu werden. Unternehmen sind in der heutigen Zeit also dazu beraten, sich möglichst offen gegenüber Homosexuellen oder Transsexuellen zu zeigen.

    LGBT-freundliche Unternehmen.

    Tolerante Arbeitgeber erkennst du manchmal sogar schon anhand der Stellenanzeige, die bewusst an (m/w/i) gerichtet ist. Und auch auf LGBT Job- und Karrieremessen stellen viele Unternehmen aus und setzen damit ein tolerantes Statement. Hier ein Ausschnitt der Austeller auf Europas größter LGBT Job- und Karrieremesse 2018, „STICKS & STONES“:

  2. Altersdiskriminierung.

    Manche Berufseinsteiger erfahren es schon im Zuge der Bewerbung, andere erst nach ein paar Wochen im Job: die Altersdiskriminierung. Gemeint ist, dass du aufgrund deines jungen oder älteren Lebensalters benachteiligt behandelt wird. Beispiele für Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz können nach dem Alter gestaffelte Tarifverträge sein, bei denen du weniger Urlaubsanspruch hast – und das eben nur, weil du ein junges Alter besitzt. Oft stellt die Altersdiskriminierung aber auch ein klares Karrierehindernis dar. Zum Beispiel, wenn du aufgrund deines Alters für eine Position im Unternehmen kategorisch nicht in Frage kommst – oder deine Bewerbung für einen Job nur aufgrund deines Alters abgelehnt wird.

    In all solchen Fällen soll das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) greifen. Das AGG, auch Antidiskriminierungsgesetz, schützt Personen, die aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihres Geschlechtes, der sexuellen Identität, Religion oder des Alters benachteiligt werden. Welche Möglichkeiten biete dir das AGG genau?

    §15 AGG: Recht auf Entschädigung und Schadensersatz.

    Das AGG regelt im § 15 deinen Anspruch auf Schadensersatz im Falle der tatsächlich festgestellten (Alters-)Diskriminierung – und das sowohl als Bewerber als auch als Angestellter.

    • Bewerber: Wirst du nachweislich aufgrund deines Alters für den Job nicht eingestellt, beläuft sich die Summe der Entschädigung auf bis zu drei Monatsgehälter. Unternehmen, die in Stellenanzeigen zum Beispiel „junge“ Berufseinsteiger suchen, verstoßen damit gegen das AGG.

    • Angestellter: Du musst innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntwerden der (Alters-)Diskriminierung im Job von deinem Arbeitgeber schriftlich Schadenersatz verlangen, um diesen geltend zu machen.

    Der gerichtliche Weg bleibt dabei keinesfalls risikofrei – denn der Nachweis einer Altersdiskriminierung ist nicht immer leicht zu erbringen. Und ob deine Karrierechancen bei dem von dir verklagten Arbeitgeber noch so rosig sind, sei ebenfalls dahingestellt. Fühlst du dich im Beruf also aufgrund deines jungen Alters benachteiligt, solltest du eher das Gespräch mit deinem Vorgesetzten oder einer entsprechenden Beschwerdestelle führen. Kommen diese deinem Anliegen nur ungenügend nach, macht der Jobwechsel definitiv Sinn.

    Und für Jobsuchende gilt: Altersdiskriminierung als Karrierehindernis lässt sich auf unterschiedliche Weise vorbeugen. Zum Beispiel, indem du dich bei den aktuellen Top-Arbeitgebern für Studierende und Absolventen bewirbst, die auch auf Basis der Karrierechancen für junge Berufseinsteiger bewertet wurden. Denn Fakt ist: deine Leistung, Fähigkeiten und Kompetenz sollten dein Karrierelevel oder die berufliche Weiterentwicklung bestimmt – nicht aber dein Alter.

  3. Diskriminierung am Arbeitsplatz: Frauen.

    Jede zehnte Frau fühlt sich im Berufsleben ungleich behandelt – so die Ergebnisse der Studie „The Workforce View in Europe 2018“ Doch wie lauten die Fakten? Warum und wie werden Frauen benachteiligt?

    Die Lage für Frauen auf dem Arbeitsmarkt.

    • Erfolgreiche Frauen in Führungspositionen sind mit einem Anteil von rund 22,5 Prozent in Deutschland weiterhin unterrepräsentiert.
    • Besonders im Mittelstand sind selten Frauen in Führungspositionen – im internationalen Vergleich bilden deutsche Unternehmen hier sogar das Schlusslicht.
    • Haben Frauen Kinder unter drei Jahren, gehen nur 10 Prozent einer Erwerbstätigkeit in Vollzeit nach.

    Dass Frauen im Vergleich zu Männern durchschnittlich weniger Gehalt verdienen, auch wenn sie vergleichbare Aufgaben bewältigen, ist nichts Neues. Doch auch in der Bewerbung müssen Frauen öfter zurückstecken, haben dadurch schon zu Beginn ihrer Laufbahn geringere Karrierechancen.

    Mehrere Studien belegen, dass gerade attraktive Frauen im Zuge ihrer Bewerbung benachteiligt und seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Der Grund: nicht das Vorurteil, attraktive Frauen wären nicht intelligent, sondern vor allem der Konkurrenzkampf, der von den meist weiblichen Personalverantwortlichen ausgehe. Demnach würden schöne Frauen als mögliche Bedrohung im Berufsalltag wahrgenommen werden.

    Ob die Tatsache, dass attraktive Frauen seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden, wirklich auf das Konkurrenzdenken der weiblichen Personaler zurückzuführen ist, sei dahingestellt. Der wohl einzig sinnvolle Tipp an dieser Stelle bleibt das seriöse Bewerbungsfoto, um Professionalität zu signalisieren.

    Erfolg durch Schönheit: bei Männern umgekehrt.

    Attraktive Männer würden dagegen durchschnittlich öfter zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden. Bei Frauen wirke das Kriterium „gutes Aussehen“ dann erst im Job – wenn es zum Beispiel um die Gehaltsverhandlung oder den beruflichen Aufstieg geht. Laut Daniel Hamermesh, Forscher an der Universität in Texas, wirke sich gutes Aussehen genauso auf das Gehalt aus wie eineinhalb Jahre mehr Berufserfahrung.

    Faktisch gelten in den einzelnen Arbeitsbereichen und Branchen unterschiedliche Prioritäten. So auch beim Erfolg durch Schönheit. Das Aussehen bzw. das ganze Erscheinungsbild ist in den Bereichen Forschung, Entwicklung oder Controlling weitaus weniger wichtig als in den Bereichen Vertrieb, Marketing oder Presse. Letztere leben nämlich davon, in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Langfristig kann gutes Aussehen alleine die Karriere jedoch nicht bestimmen.

    Schon gewusst? So erhältst du Job-Anfragen von Top-Arbeitgebern.