Basic Frameworks
Unternehmensberatungen werden von der Kundenseite immer wieder mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Darum gibt es so genannte Basic Frameworks. Ein Basic Framework ist eine Art Grundgerüst, das Dir hilft Deine Gedanken zu ordnen und die Kernfaktoren einer Case Study zu analysieren. Dabei handelt es sich aber immer nur um Handlungsempfehlungen. Wende die Frameworks also nicht als Lösungsschablonen an, sondern nutze sie stattdessen als Basis für eigene, kreative Ansätze.
1. Intern/Extern
Der Erfolg eines Unternehmens hängt von internen und von externen Marktfaktoren ab. Die Aufgabenstellung in einer Case Study könnte beispielsweise lauten: „Eine Lebensmittelkette erlebt einen Gewinneinbruch – was können die Ursachen dafür sein?“ Zur Lösung solltest Du sowohl interne Faktoren (z.B. veraltetes Geschäftskonzept, Produktpalette, schlechte Arbeitsmoral) als auch externe Faktoren betrachten (z.B. neue Mitbewerber, Fusionen, veränderte Kundenerwartungen). Optimal ist die Analyse von drei internen und drei externen Faktoren.
2. Angebot/Nachfrage
Wie das Marktgleichgewicht durch Preis-, Angebots- und Nachfrageänderungen beeinflusst werden kann, veranschaulicht dieses Framework. Rechne damit, dass Dir in der Case Study eine Angebots- und Nachfragekurve präsentiert wird. Folgende Aufgabenstellung wäre möglich: „So sah die Nachfrage in der Automobilindustrie 1980 aus. Zeigen Sie, wie sich die Situation seitdem verändert hat.“ Analysiere dafür die Änderung der Angebotssituation (Konkurrenzunternehmen, Fortschritte in der Automobiltechnologie und Kosten) und der Nachfragesituation (umweltpolitische Einflüsse, Wirtschaftskraft, Benzinpreise).
3. Kosten/Nutzen
Bei einer Case Study Analyse kannst Du häufig mit einer Liste aller Kosten und Nutzen beginnen. Eine Aufgabe wäre zum Beispiel: „Eine Modefirma möchte einen Onlineshop aufbauen. Wie bewerten Sie diesen Schritt?“ Wäge hierfür die Kosten (Software-Entwicklung, Installationen, Marketing-Maßnahmen) gegen den Nutzen ab (neue Käuferschicht, Umsatzzuwachs, Kostenreduktion).
4. Fixkosten/variable Kosten
Dieses Framework ist als zusätzliche Hilfestellung für andere Lösungsansätze, wie die Kosten-Nutzen-Analyse, zu verstehen. In den meisten Analysen lassen sich Kosten in zwei Kategorien einteilen: fixe und variable Kosten. Fixe Kosten (Betriebskosten) sind im Gegensatz zu variablen Kosten unabhängig vom Produktionsniveau und entstehen regelmäßig wiederkehrend. Eine Aufgabe könnte lauten: „Ihr größter Konkurrent, ein Milchkonzern, errichtet ein neues Werk. Sollte Ihr Unternehmen nachziehen?“ Identifiziere die Fixkosten (Miete, Zinsen etc.), die variablen Kosten (Produktionskosten) und wäge sie gegeneinander ab.
Fazit
Welches Framework Du wählst, kann bei der Case Study Lösung die schwierigste Entscheidung sein. Grundsätzlich solltest Du Dich auf einen Lösungsansatz festlegen. Gelegentlich kann es jedoch gerade bei komplexen Fragestellungen erforderlich sein, dass Du Basic Frameworks und Fortgeschrittene Frameworks kombinierst.
Buchtipp