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Gesetzliche Richtlinien

Urlaub im Praktikum | Anspruch oder nicht?

Urlaub im Praktikum | Anspruch oder nicht?

Urlaub im Praktikum? Ja, den gibt es – jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen. ABSOLVENTA erklärt, wann und wie lange sich ein Praktikant freinehmen kann und trotzdem weiter die Praktikumsvergütung bekommt.

Voraussetzungen für bezahlten Urlaub im Praktikum

Praktikanten sind in der Regel keine ausgebildeten Fachkräfte, sondern sollen oder wollen lediglich Erfahrungen sammeln, sich Kenntnisse in einem bestimmten Bereich aneignen oder diese erweitern. Dabei übernehmen Praktikanten in Unternehmen über den Zeitraum von mehreren Monaten meist einfache oder assistierende Tätigkeiten, zum Teil aber auch schon anspruchsvolle Aufgaben. Durch ihre Mitarbeit tragen auch Praktikanten in der Regel einen wirtschaftlich verwertbaren Beitrag zum Betriebsergebnis bei.

Haben auch Praktikanten Anspruch auf (bezahlten) Urlaub? "Bezahlt" bedeutet, dass ein Praktikant bei einem bezahlten Praktikum das volle Monatsgehalt bekommt, auch wenn er einige Tage im Urlaub ist. Es gibt also keine Abzüge, aber auch kein extra Urlaubsgeld.

Ob für einen Praktikanten Anspruch auf (bezahlten) Urlaub besteht, hängt laut Bundesurlaubsgesetz im Wesentlichen von drei Faktoren ab.

1. Dauer des Praktikums

Grundsätzlich beginnt ein Anspruch auf bezahlten Urlaub im Praktikum erst bei einer Dauer von mindestens einem Monat. Ab dort können sich Praktikanten pro Monat zwei Tage ohne Verdienstausfall freinehmen. Bei einem 6-monatigen Praktikum wären es also 12 Tage.

Wichtig: Urlaubsanspruch für den ersten Monat gibt es nur dann, wenn das Praktikum zum 01. des Monats beginnt. Wenn das Praktikum als beispielsweise am 6. April startet, bekommt man für diesen Monat keinen Urlaubstage auf sein Urlaubskonto gutgeschrieben.

2. Pflicht- oder freiwilliges Praktikum?

Ob im Praktikum ein Anspruch auf Urlaub besteht, hängt auch davon ab, ob es sich um ein Pflichtpraktikum (nach dem Schulrecht oder der Prüfungsordnung eines Hochschulstudienganges) oder um ein freiwilliges Praktikum handelt.

Bei einem freiwilligen Praktikum gilt der Praktikant – unabhängig von einer eventuellen Vergütung – rechtlich gesehen als „normaler“ Arbeitnehmer und besitzt damit einen Urlaubsanspruch.

Bei Pflichtpraktika ist dies nicht gegeben: Hier steht die Tätigkeit des Praktikanten als Schüler oder Student im Vordergrund. Ein Anspruch auf Urlaub besteht bei Pflichtpraktika also nicht, kann aber zwischen Praktikant und Betrieb individuell vereinbart werden. Viele Unternehmen sind hier kulant und behandeln alle Praktikanten in der Frage nach dem Urlaubsanspruch gleich.

3. Art der Tätigkeiten

Ein Anspruch auf Urlaub besteht nicht wenn der Praktikant lediglich passive Betriebsbesuche absolviert und dem Unternehmen dadurch keinen wirtschaftlichen Mehrwert erbringt. Wer also nur zuschaut, alle Tätigkeiten unter Aufsicht durchführt und damit eher Arbeit „verursacht“ als Arbeit abnimmt, kann er nicht mit bezahlten freien Tagen rechnen.

Übrigens: Alle drei Voraussetzungen für Urlaub im Praktikum gelten nur für volljährige Praktikanten. Minderjährige fallen unter das Jugendarbeitsschutzgesetz und haben in jedem Fall Anspruch auf Erholungsurlaub. Die Länge ist dabei nach Alter der Jugendlichen gestaffelt. Sie reicht von 25 (17-Jährige) bis zu 30 Werktagen (15-Jährige) pro Jahr. Der Urlaubsanspruch wird dann entsprechend auf die Dauer des Praktikums heruntergerechnet.

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>> Mindestlohn im Praktikum | gesetzliche Regelungen

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