Menschen kommunizieren nicht nur mit Worten, sondern auch mit ihrer Körpersprache.
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Was ist die richtige Nähe bei der Interaktion zu seinen Mitmenschen? Die Proxemik erforscht, inwieweit ein Nähe-Distanz-Verhältnis zu den Reaktionen eines Gesprächspartners besteht. Forscher dieses Teilgebiets haben (ungefähre) Grenzen festgesetzt, wie weit man sich anderen Menschen nähern kann, ohne dass diese Nähe für sie unangenehm wird. Die übliche Nähe zwischen Akteuren in bestimmten Situationen ist kulturabhängig. Für Mitteleuropäer unterscheiden die Forscher zwischen vier Distanzen:
Die Nähe zwischen zwei Menschen wird von der persönlichen Beziehung zueinander bestimmt. Welche Nähe angemessen ist, entscheidet sich nach dem jeweiligen Beziehungsstatus. Verletzt Du den Abstand durch Bewegungen oder Deine Körperhaltung, reagiert Dein Gegenüber oft mit einer Abwehrreaktionen, beispielsweise indem er zurückweicht oder aggressiver Gestik wie dem Verschränken der Arme. Ausgenommen sind konventionelle Gesten, wie etwa der Händedruck. Hier sind die Akteure quasi zu Nähe gezwungen. Danach nehmen sie wieder die Distanz zueinander ein, der ihrer sozialen Beziehung entspricht.
Bei Begegnungen auf der Straße oder in der Öffentlichkeit versuchen die meisten Menschen automatisch einen Abstand von mehr als dreieinhalb Metern zwischen sich und anderen Passanten einzuhalten. Wenn Du einem fremden Menschen auf der Straße näher kommst als die öffentliche Distanz es zulässt, fällt seine Aufmerksamkeit automatisch auf Dich. Er versucht auszuweichen oder analysiert Deine Körpersprache um herauszufinden, ob er Dich kennt und ob Du etwas von ihm einfordern könntest, wie ihn nach dem Weg zu fragen.
Ausnahmen bilden natürlich bevölkerte Straßen wie eine Fußgängerzone, eine Supermarktschlange oder zum Beispiel Volksfeste und Konzerte. Dort ist die Distanz zwischen den Menschen natürlich zwangläufig geringer, und sie fühlen sich durch die Nähe nicht sonderlich irritiert.
Die sogenannte Soziale Distanz entspricht einer Entfernung von 1,20 Meter bis 3,60 Metern. Bei öffentlichen Reden, formellen Anlässen oder offiziellen Gesprächen gilt diese Entfernung zueinander als angemessen. Verletzt jemand diese Distanz und kommt in die direkte Nähe von anderen Personen, können diese sich bedroht fühlen.
Bei einem Bewerbungsgespräch ist diese Nähe bzw. Distanz ebenfalls angemessen. Da es meistens an einem Tisch oder zumindest in einer Sitzgruppe stattfindet, ist der Abstand jedoch in der Regel automatisch vorgegeben. Trotzdem solltest Du auch bei Begrüßung und Verabschiedung darauf achten, nicht in die persönliche oder sogar intime Nähe Deines Gesprächspartners zu kommen. Bei einer solchen formalen Situation ist der Abstand von etwa einer Armlänge angemessen.
Die Persönliche Distanz von zirka einem halben Meter bis hin zu 1,20 Metern ist Menschen vorbehalten, mit denen Du vertraut bist. In diesem Interaktionsraum werden auch persönliche Themen besprochen, die eine nähere Beziehung zueinander voraussetzen. Die Akteure sind hier miteinander vertraut, jedoch nicht so sehr, dass sie automatisch Körperkontakt zulassen würden.
Die intime Distanz beträgt weniger als einen halben Meter. Diese Nähe eignet sich, um Themen zu besprechen, bei denen man sehr vertraut miteinander umgeht. Menschen, die in Deine unmittelbare Nähe treten dürfen, kennen Dich sehr gut und sind in der Regel berechtigt, Dich zu berühren oder zu umarmen. Ein unberechtigtes Eindringen in die intime Distanz ist daher sehr problematisch und führt sehr schnell zu Abwehrreaktionen.
Beachte: Die beschriebenen Konventionen zur Nähe bestehen hauptsächlich für Mitteleuropa. Die angemessene Distanz zwischen zwei Personen ist kulturell determiniert. Die Deutschen neigen eher zu einer größeren Distanz, während in anderen Kulturen Nähe zu einem Gesprächspartner gesucht wird. Zudem gibt es Unterschiede zwischen Land- und Stadtbevölkerung. Städter halten tendenziell einen näheren Abstand zueinander ein als Landbewohner.
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