Die Gestik umfasst Körpersignale, die Du an Deine Umwelt aussendest. Zum einen ist das die bewusste Gestik, wie ein Händedruck zur Begrüßung oder ein Nicken um dem Redner zuzustimmen. Zum anderen ist es eine unterbewusste Gestik. Dazu zählt beispielsweise das Herumspielen mit einem Stift oder das „Verziehen“ Deines Gesichts in Situationen, die Dir nicht behagen.
Die Körperhaltung wirkt sich auf die Gestik aus. Für die Gestik im Sitzen ist besonders die Bewegung von Oberkörper und Armen wichtig. Der Oberkörper kann sich dabei nach vorne neigen, in eine bestimmte Richtung gedreht oder etwa zurückgelehnt sein. Hände und Arme hingegen können viele Bewegungen gleichzeitig ausführen, die zusammen mit der Körperhaltung jeweils unterschiedlich zu bewerten sind.
Um Gestik gezielt einzusetzen, muss auch das Outfit stimmen. Wer zu enge Kleidung trägt und damit seine Bewegungsfreiheit einschränkt oder sich in seinem Bewerbungsdress unwohl fühlt, spiegelt das – ob bewusst oder unbewusst – ebenfalls in seiner Gestik wieder.
Die Gestik ist eine Unterkategorie der sogenannten „Kinesik“ . Die Wissenschaftler Ekman und Friesen unterscheiden fünf Arten der Gestik:
Im folgenden Teil werden die verschiedenen Arten der Gestik kurz vorgestellt.
Ein Emblem ist eine konventionelle Gestik, die Menschen einer Gesellschaft oder Gruppe anwenden und unmittelbar verstehen, wie etwa den Händedruck zur Begrüßung oder das Tippen des Zeigefingers an die Stirn, um einen „Vogel“ zu zeigen.
Ein Illustrator ist eine Gestik, die beim Sprechen ausgeübt wird. Sie visualisiert das Gesagte. Wenn Du Daumen und Zeigefinger zusammenführst, um anzuzeigen, dass etwas „so klein“ war, dann setzt Du einen Illustrator ein. In der Regel denkt man nicht über ihre Verwendung nach.
Anders verhält es sich bei den Regulatoren. Mit dieser Gestik gibt der Akteur ein Feedback oder initiiert einen anderen Sprecher. Du kannst beispielsweise jemandem zunicken um ihm zu signalisieren, dass er mit seinem Redebeitrag anfangen kann. Eine bewertende Gestik wie Kopfschütteln hat in Konversationen eine Art Kontrollfunktion.
Die letzte Gestik-Kategorie nach Ekman und Friesen bilden die Adaptoren. Diese erfolgen komplett unbewusst und spiegeln Emotionen wider, die man körperlich ausstrahlt, etwa durch seine Körperhaltung.
Neben der Schnelligkeit Deiner Bewegungen zählt auch die Bewegungsrichtung: Eine Geste zu Dir hin hat eine andere Bedeutung als eine Hand- oder Körperbewegung, die Du von Dir wegführst. Wenn Du Deine Hand etwa zu Dir ziehst, stellst Du klar, dass es etwas in Bezug zu Dir steht oder Du etwas annimmst. Führst Du Deine Hand von Deinem Körper weg, kann diese Geste bedeuten, dass die Relation zu jemand anderem besteht oder aber Du Dinge von Dir weist.
Während nach oben gerichtete Handflächen Offenheit symbolisieren, können nach unten gerichtete Handflächen einerseits als Dominanz gewertet werden oder aber auch beruhigend wirken. An diesem Beispiel wird deutlich, dass sich Gestik immer im situativen Zusammenhang verstehen lässt.
Viele Gesten sind mehrdeutig und deshalb schwer zu decodieren. Dennoch solltest Du in einem Vorstellungsgespräch einige grundlegende Regeln einhalten. Drohgebärden, wie etwa Deine Fäuste zu ballen, solltest Du sind komplett unterlassen. Bei der Begrüßung und Verabschiedung ist eine zu große Nähe zum Gesprächspartner zu vermeiden.
In Fachbüchern findet man hier die Termini „Revierverletzung“ oder „Eindringen in das Territorium“, die eine Ausübung von Dominanz bezeichnen und bei dem Gegenüber Unbehagen auslösen und Abwehrreaktionen hervorrufen.
Die Deutung von Gestik ist kulturabhängig. In Westeuropa gilt ein Händedruck als Begrüßungsgeste und wird bei Vorstellungsgesprächen häufig - bewusst oder unbewusst - in die Bewertung bzw. in den Gesamteindruck einbezogen. In anderen Kulturkreisen bevorzugt man andere Formen der Begrüßung, wie etwa eine Verbeugung.
Man darf die Gestik nie isoliert betrachten. Um den Gehalt einer Gestik deuten zu können, muss ein Zuhörer auch Mimik, Blickkontakt und Haltung des Sprechers analysieren und die äußeren Rahmenbedingungen mit einbeziehen. Viele Seminare für Berufseinsteiger beschäftigen sich allein mit der Auswertung der Körpersprache im Allgemeinen und der Anwendung von Gestik im Besonderen. Dabei stehen nicht nur die eigenen Bewegungen im Vordergrund, sondern auch das „Lesen lernen“ nonverbaler Zeichen der Mitmenschen.
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