Bewerbungsfotos sind eines der meist diskutierten Themen rund um die Bewerbung . Welches Format? Lieber leger oder streng und lieber schwarz-weiß oder farbig?
Ein unzureichendes Bewerbungsfoto mindert Deine Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung. Das „Berufszentrum Nordrhein-Westfalen“ hat in einer Studie herausgefunden, dass bis zu 50 Prozent der Bewerber schon aufgrund eines minderwertigen Bewerbungsfotos von dem weiteren Auswahlverfahren ausgeschlossen wurden.
In einem Passbildautomat lässt sich kein qualitativ hochwertiges Bewerbungsfoto machen. Zum einen sind die Bilder zu klein, zum anderen kann der Automat nicht mit Posen, Licht und Bildbearbeitung spielen, wenn es nötig wird. Wende Dich für ein Bewerbungsfoto unbedingt an einen professionellen Fotografen, damit das Bild das später auf Deinem Lebenslauf prangt auch gut aussieht.
Einige Fotostudios bieten ihre Dienste schon ab 12 Euro an, allerdings ist die Grenze nach oben hin offen. Richtig gute Fotos können 50 Euro oder mehr kosten, darin ist aber auch eine fachmännische Bearbeitung enthalten. In den meisten Fällen findet man schon auf den Webseiten oder im Atelier des Fotografen einige Beispiele seiner Arbeit. Wenn Dir die ausgestellten Bewerbungsfotos nicht gefallen, dann suche besser den nächsten Fotografen auf.
Wenn Du einen akzeptablen Fotografen gefunden hast, vereinbare einen Termin und bringe zum Fototermin passende Kleidung mit. Zieh Kleidung an, die zu Deiner anvisierten Branche passt. Du kannst auch noch einen zweiten oder dritten Dress zum Foto-Termin mitbringen, um je nach Firma und Branche über die passenden Bewerbungsfotos zu verfügen. Kleide Dich im Zweifel etwas konservativer („Business-Look“) und verzichtet auf grelle Farben und übertriebenes Makeup. Einige Fotografen bieten übrigens auch Kombipakete mit Styling an.
Auch die Frisur sollte stimmen. Beachte dabei, dass Deine Haare nicht zu sehr ins Gesicht fallen und ungekämmt oder ungewaschen wirken. Bei einem guten Fotografen stehen mehrere Hintergründe zur Auswahl. Wichtig ist dabei, dass zwischen Deinem Gesicht und dem Hintergrund ein deutlicher Kontrast entsteht.
Auch wenn Haare, Make-up und Kleidung stimmen, kann immer noch eins schiefgehen: Das Posing. Es gibt zwar Fotografen, die immer noch die klassische Haltung bevorzugen, in der maximal der Brustkorb zu sehen ist und Du im Halbformat in die Kamera blickst. Gute und meist auch etwas teurere Fotografen versuchen jedoch darüber hinaus, einen Teil Deiner Persönlichkeit in den Fotos widerzugeben. Sie lassen Dich deshalb mehrere Posen im Stehen oder Sitzen ausprobieren. Solche Fotos erfordern zwar einen höheren Zeitaufwand aber es lohnt sich. Plane deshalb mindestens 30 Minuten ein.
Von allzu experimentellen Bewerbungsfotos ist eher abzuraten. Das gilt insbesondere bei der Bewerbung bei konservativen und traditionsreichen Unternehmen. Wer tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden möchte, sollte doch eher die klassische Variante bevorzugen. Das schließt auch Ganzkörperfotos aus.
Kein Mensch ist makellos, deshalb sieht man auch den einen oder anderen Pickel und Augenringe auf Fotos. Ob die Retusche kleinerer Makel inklusive ist, ist von Fotograf von Fotograf unterschiedlich. Oft ist es aber im Preis inbegriffen. Wenn nicht, ist professionelle Bildbearbeitung dennoch eine Investition, die sich lohnt. Die Bilder von so manchem Prominenten beweisen es.
Mit der Bildbearbeitung kann der Fotograf, auch die Farbgebung verändern. Bei Farbbildern musst Du auf die Farbgebung achten. Oft ist es schwerer, auf einem bunten Foto gut auszusehen als auf einem schwarz-weißen. Wenn Dir das triste Grau zuwider ist, kannst Du das Foto auch in einem wärmeren Sepia-Ton bekommen. In aller Regel bekommst Du gegen Aufpreis die Möglichkeit, die Bilder auch auf einer CD-Rom mitzunehmen. So kannst Du sie für eine Online- oder Email-Bewerbung verwenden.
In einigen Fällen werden auch farbige Rahmen angeboten. Ein weißer Rand wertet ein Bild auf, doch auf eine schwarze Umrandung solltest Du verzichten, da sie zu sehr an einen Nachruf erinnert.
Ein einheitliches Format für Bewerbungsfotos gibt es nicht. Standardformate sind zum Beispiel 4,5 x 6 cm oder 5 x 7 oder auch 6 x 9 cm. Generell sollte ein Foto für den Lebenslauf ungefähr diese Größe haben (+/- 0,5 Zentimeter). Für einen Bewerbungsflyer oder eine Bewerbung mit Deckblatt kannst Du auch größere Formate verwenden, bis hin zur Postkartengröße.
Bei einer Online-Bewerbung sollte Dein Foto nicht zu groß (Format und Dateigröße) sein, jedoch eine gute Qualität aufweisen. Wenn es während des Bewerbungsprozesses ausgedruckt werden sollte, musst Du darauf erkennbar sein. Sollte die Bewerbung über ein Onlineformular erfolgen, wird normalerweise eine erlaubte Maximalgröße angegeben, an die Du Dich halten musst, z.B. ein MB.
Verschiedene Seiten vermuten, dass Bewerbungsfotos aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) möglicherweise in Zukunft bei den Bewerbungen ausgespart werden könnten. Das Gesetz trat am 14.08.2006 in Kraft und soll gewährleisten, dass Menschen nicht aufgrund von Religion, ethnische Zugehörigkeit oder Hautfarbe diskriminiert werden.
In Deutschland ist ein Rückzug des Bewerbungsfotos bisher aber nicht abzusehen. Schicke deshalb immer eine Bewerbung inklusive Bewerbungsfoto. Auch wenn es in einigen Ländern wie den USA und Großbritannien kein Bestandteil von Bewerbungsunterlagen ist, legen deutsche Personaler noch großen Wert darauf.
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