Das muss im Praktikumszeugnis stehen.

Das muss im Praktikumszeugnis stehen.

Was bleibt vom Praktikum übrig? Neue Kenntnisse, Kontakte, Erfahrungen und natürlich das Praktikumszeugnis. Es ist sehr wichtig, deine praktischen Erfahrungen und Leistungen im Praktikum bei späteren Bewerbungen auch mit einem offiziellen Dokument nachweisen zu können. Absolventa verrät, worauf man beim Arbeitszeugnis im Praktikum achten sollte und hält wichtige Tipps, Vorlagen und Muster für dich bereit.

Das muss im Praktikumszeugnis stehen.

Was bleibt vom Praktikum übrig? Neue Kenntnisse, Kontakte, Erfahrungen und natürlich das Praktikumszeugnis. Es ist sehr wichtig, deine praktischen Erfahrungen und Leistungen im Praktikum bei späteren Bewerbungen auch mit einem offiziellen Dokument nachweisen zu können. Absolventa verrät, worauf man beim Arbeitszeugnis im Praktikum achten sollte und hält wichtige Tipps, Vorlagen und Muster für dich bereit.

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Praktikumsbescheinigung als einfaches Arbeitszeugnis

Eine Praktikumsbescheinigung gilt als einfaches Arbeitszeugnis und bestätigt vordergründig deinen beruflichen Aufenthalt als Praktikant im Unternehmen. Inhaltliches Grundgerüst der Praktikumsbescheinigung bilden die zeitlichen Rahmenbedingungen des Praktikums, also die wöchentliche Arbeitszeit, sowie deine Hauptaufgaben im Praktikum, deine Einsatzbereiche und u.U. eine kurze Bewertung deiner Leistungen. Aufgrund ihrer Knappheit gilt die Praktikumsbescheinigung als ein einfaches Praktikumszeugnis und nicht als qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Praktikumszeugnis Formulierungen.

Ein weiterer Abschnitt des GewO-Paragrafen betrifft die Zeugnissprache. Die Formulierungen in der Beurteilung für dein Praktikum müssen „klar und verständlich sein“.

Der „Geheimcode“

Fakt ist: Bei Praktikumszeugnissen ist oft die Rede von einem „Geheimcode“, der unterschwellig und verdeckt die Kompetenz und das Verhalten der Person im Praktikum kommuniziert. In Deutschland gibt es deshalb eine recht stringente Sprache für Zeugnisse, die den Arbeitgebern die Verständigung im Zeugnis erleichtert.

Wohlwollen und Wahrheit im Praktikumszeugnis sind Pflicht

„Herr Müller kam immer zu spät zur Arbeit“ darf so nicht formuliert werden. Stattdessen findest du in Arbeitszeugnissen gemäß der „Wohlwollenspflicht“ einen Passus, wie „war stets um Pünktlichkeit bemüht“. Warst du als Praktikant allerdings immer pünktlich, verstößt diese Formulierung gegen die „Wahrheitspflicht“. Vor einem Arbeitsgericht kann man sowohl die Erstellung eines Praktikumszeugnisses erstreiten, als auch die Richtigstellung, wenn die Bewertung negativer ausfällt, als es die Arbeitsleistung vermuten lässt.

Tabu-Themen

Einige Themen dürfen auf gar keinen Fall in einem Praktikumszeugnis auftauchen, auch im sogenannten Geheimcode nicht. Dazu zählen unter anderem:

  • Kündigungsgrund
  • Leistungsabfall
  • Krankheit
  • Dinge, die eine Gleichbehandlung nach dem AGG möglicherweise beeinträchtigen (zum Beispiel Konfession, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung des Praktikanten).

Wann ist ein Praktikumszeugnis „sehr gut“?

Dein Arbeitszeugnis bescheinigt dir mit seinen Formulierungen auch eine bestimmte Note. Diese reicht in der Praxis meistens von „sehr gut“ über „gut“ bis „mangelhaft“.

Die Formulierungen im Zeugnis unterscheiden sich zwar von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, dennoch folgen sie bestimmten Regeln der vereinheitlichten Zeugnissprache, die viele Personalverantwortliche verwenden und die zum besseren Verständnis bei der Bewertung der erbrachten Leistungen beiträgt.

Folgende Praktikumszeugnis-Formulierungen geben dir Hinweise darauf, dass dein Arbeitszeugnis sehr gut ausgefallen ist:

  • … stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.
  • … sehr gutes Kommunikationsvermögen.
  • … außergewöhnlich, bemerkenswert, herausragend.
  • … stets vorbildlich.

Am Ende des Praktikumszeugnisses bescheinigt nochmal die Dankes- und Wunschformel eine sehr gute Note, indem dir für deine Arbeit (bzw. das Praktikum) wortreich gedankt wird.

Darauf folgen Erfolgswünsche für die Zukunft und in manchen Fällen sogar ein anschließendes Jobangebot bzw. eine vereinbarte Übernahme.

Entschlüsselt: 50 Formulierungen im Praktikumszeugnis.

In unserem Download findest du nicht nur die Top 10 der Zeugnis-Formulierungen, sondern auch alle gängigen Formulierungen im Praktikumszeugnis, die den Noten von „sehr gut“ bis „ungenügend“ entsprechen.

Praktikumszeugnis Vorlage

Viele Praktikanten formulieren ihre Praktikumszeugnisse selbst aus, damit die Führungskraft sie nur noch überprüfen und dann unterschreiben müssen. Was zunächst paradox erscheint, ist gängige Praxis. Dabei solltest du dich an die gebräuchliche Zeugnissprache halten und keine fantasievollen Formulierungen verwenden, die möglicherweise verwirrend sind. Außerdem verwendet man in der Regel das Briefpapier des Unternehmens.

Im Folgenden geben wir dir eine Praktikumszeugnis-Vorlage, mit der du dir ein sehr gutes Arbeitszeugnis verschaffst. Du musst die Zeugnis-Vorlage, bzw. das Muster, dann nur noch zum Ende des Praktikums an den entsprechenden Stellen ausfüllen und deinem Vorgesetzten geben. Als Faustregel für die einzelnen inhaltlichen Bestandteile eines qualifizierten Arbeitszeugnisses gilt:

Bestandteile Inhalt
Einleitung: Herr/Frau XY, geboren am TT.MM.JJJJ, war vom TT.MM.JJJJ bis zum TT.MM.JJJ als Praktikant/in in unserer Agentur tätig.
Unternehmen: Unternehmen XY ist eine Agentur für Unternehmenskommunikation. Sie beschäftigt rund 30 Mitarbeiter_innen und berät internationale Kunden in den Bereichen Kommunikation, PR, Websitekonzeption und Suchmaschinenmarketing. Zu den Kund_innen zählen unter anderem AB, CD, EF und GH.
Tätigkeiten/Tätigkeitsbereich: Als Praktikant/in wurde Herr/Frau XY hauptsächlich mit folgenden Aufgaben betraut:
Verfassen von Pressemitteilungen
Anfertigung eines Pressespiegels
Informationsrecherche
Pflege des CMS
Anlegen von Werbeanzeigen über Social Media
Fachwissen/Kenntnisse: Herr/Frau XY besitzt ein umfangreiches Fachwissen, das er/sie bei fachspezifischen Fragen und auftretenden Aufgaben sicher einsetzen konnte. Letztere erfüllte Herr/Frau XY über den gesamten Praktikumszeitraum zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Auffassungsgabe: Dank seiner/ihrer sehr schnellen Auffassungsgabe und den ausgezeichneten kommunikativen Fähigkeiten fand er/sie sich unmittelbar ins Team ein. Hervorzuheben ist sein/ihr hervorragendes analytisches Denkvermögen, mit der er/sie präzise Lösungen fand und die er/sie erfolgreich in die Praxis umsetzte.
Leistungsbewertung: Herr/Frau XY erledigte seine/ihre Aufgaben mit außergewöhnlichem Engagement und persönlicher Eigeninitiative.
Arbeitsweise und Ergebnis: Seine/ihre selbstständige Arbeitsweise machten ihn/sie zu einem/einer durchgehend verlässlichen Mitarbeiter/in, der/die sehr gute Leistungen erzielte.
Soft Skills: Sein/ihr Verhalten gegenüber Kolleg_innen und Führungskräften war durchweg vorbildlich. Seine/ihre freundliche und aufgeschlossene Art machten ihn/sie im gesamten Unternehmen sehr beliebt.
Beendigungsgrund: Das Arbeitsverhältnis endete fristgemäß am TT.MM.JJJJ.
Schlussformulierung: Wir haben sehr gerne mit ihm/ihr zusammengearbeitet und wünschen ihm/ihr für seine/ihre persönliche und berufliche Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Das Recht auf ein Praktikumszeugnis

Das Praktikumszeugnis wird in der Regel relativ bald nach, im Idealfall zum Ende des Praktikums ausgestellt. Einige Arbeitgeber lassen sich aber auch gerne Zeit mit dem Verfassen eines Zeugnisses. Lass dich aber nicht abwimmeln oder lange vertrösten, denn auch Praktikant_innen* haben ein Recht auf ein Arbeitszeugnis.

Laut Paragraf 109 der Gewerbeordnung (GewO) und Paragraf 630 des BGB sind Arbeitgeber grundsätzlich dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitenden (dazu zählen auch Praktikanten) ein Arbeitszeugnis auszustellen. Diese Passagen sind auch auf das Praktikumszeugnis und für jedes anderes Arbeitszeugnis anwendbar. In der GewO gibt es zwei Arten des Zeugnisses. Es wird laut GewO zwischen einem „einfachen Praktikumszeugnis“ und einem „qualifizierten Arbeitszeugnis“ unterschieden.

Unterschied zwischen einfachem Praktikumszeugnis und qualifiziertem Arbeitszeugnis

Bei dem einfachen Praktikumszeugnis handelt es sich lediglich um eine Art Bestätigung, dass du in einem Betrieb beschäftigt warst. In einem qualifizierten Arbeitszeugnis werden darüber hinaus auch deine Leistungen innerhalb deiner Praktikumszeit bewertet. Ein qualifiziertes Praktikumszeugnis sieht im Lebenslauf besser aus und hilft dir dabei, nach dem Praktikum einen Job mit Festanstellung zu finden – immerhin dient das Zeugnis als Leistungsreferenz und steigert deinen Marktwert. In der Regel stellen Firmen automatisch ein qualifiziertes Arbeitszeugnis für Praktikanten aus. Wenn nicht, können Arbeitnehmer es einfordern. Eine Ausnahme bildet dabei allerdings das Pflichtpraktikum, hier kann dein Arbeitgeber dir ein einfaches Arbeitszeugnis, sprich eine Praktikumsbescheinigung, ausstellen.

Sollte dir deine Firma aber für dein Praktikum lediglich ein einfaches Zeugnis ausstellen, dann frage dennoch nach einem qualifizierten Arbeitszeugnis. Kaum ein Betrieb wird sich dagegen sträuben.

Fristen für das Praktikumszeugnis

Wann genau die Praktikumsstelle dir ein Praktikumszeugnis ausstellen muss, ist nicht eindeutig geregelt. Unter Bezug auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, ist ein Arbeitszeugnis für Praktikanten „bei Beendigung der Beschäftigung“, sprich bei Ende deines Praktikums, zu erteilen. Wenn ein befristeter Vertrag besteht, kann ein Zeugnis bereits bei Beginn der gesetzlichen Kündigungsfrist eingefordert werden

Verjährungsfrist für das Praktikumszeugnis

Achtung: Dein Anspruch auf ein Praktikumszeugnis kann verjähren. Nach drei Jahren nach deinem Praktikum verlierst du einen Anspruch auf die Bewertung deiner Leistungen, sprich ein Zeugnis. Allerdings kann dein Anspruch auf ein Zeugnis auch dann verfallen, wenn eine Bewertung nicht mehr möglich ist, weil man sich z. B. nicht mehr an dich erinnert oder in deiner ehemaligen Abteilung, in der du dein Praktikum gemacht hast, ein völlig neues Team arbeitet. Aus diesem Grund solltest du auch bei einer Übernahme durch die Firma in eine feste Anstellung ein Praktikumszeugnis einfordern, um deinen Werdegang später lückenlos darstellen zu können.

! TIPP

Ein erfolgreich abgeschlossenes Praktikum glänzt nicht nur im Lebenslauf, es ist der ideale Weg, um erste Berufserfahrungen zu sammeln und um zu sehen, ob dein gewählter Beruf auch zu dir passt. Einige Unternehmen stellen ihre Praktikanten nach erfolgreich abgeschlossenem Praktikum sogar ein. Mit einem Praktikum im Lebenslauf bist du auf besten Weg, deine Karriere zu starten. Vor allem für hart umkämpfte Stellen, wie Stellen im Ingenieurswesen, kann ein Praktikum deine Bewerbung von den anderen Bewerbern abheben.

! TIPP

Wie bei einem normalen Arbeitszeugnis gilt auch bei einem Praktikumszeugnis, dass du es dir direkt nach Erhalt auf jeden Fall gründlich durchlesen solltest, bevor du es in deine Bewerbung aufnimmst, um eventuelle Unstimmigkeiten sofort klären zu können. Reklamationen im Nachhinein sind oft deutlich aufwendiger, sowohl für dich als auch für die Firma.

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