Genau wie die Stärken sind auch die Schwächen Thema im Vorstellungsgespräch . Die meisten Bewerber empfinden dies als große Herausforderung. Schließlich geht es darum, einen Weg zu finden, die eigenen Defizite in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen.
Den perfekten Bewerber gibt es nicht, das wissen auch die Personaler. Dennoch haben Bewerber oft Angst den Job nicht zu bekommen, wenn sie Schwächen zugeben und zu wenige Stärken im Vorstellungsgespräch zeigen. Das ist allerdings weitgehend unbegründet. Zumal es schnell als mangelnde Selbstreflexion und Arroganz gewertet kann, wenn ein Bewerber behauptet, keine Schwächen zu haben. Allerdings solltest Du auch nicht den Fehler machen, in eine Selbstanklage zu verfallen.
Natürlich solltest Du keine Schwächen hervorheben, die Dich bei Deiner zukünftigen Arbeit behindern könnten. Allerdings sind Standardantworten wie „Perfektionismus oder „Ich bin ungeduldig“ auch keine Lösung. Das klingt zu sehr nach Standardantwort und auswendig gelernt und wirkt dadurch nicht authentisch.
Der einfachste und effizienteste Weg ist es, vor dem Vorstellungsgespräch eine Liste mit den eigenen Schwächen zu erstellen. Dann solltest Du Dir konkrete Beispiele dazu überlegen. („Ich bin gelegentlich etwas unorganisiert. Manchmal will ich zwei Dinge gleichzeitig machen, anstatt die Dinge nacheinander abzuarbeiten.“) Diese relativierst Du allerdings gleich wieder, indem Du beschreibst, was Du gegen diese Schwäche unternommen hast. („Aber ich mache mir dagegen oft To-Do-Listen, die ich dann abarbeite.“). Es ist allerdings ratsam, im Einstellungsgespräch nur eine oder maximal zwei Schwächen zu nennen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Dinge als Schwäche zu nennen, die überhaupt nichts mit der angestrebten Stelle zu tun haben. („Meine Kochküste sind noch ausbaufähig.“ oder „In einer neuen Stadt kann ich mich nicht sicher auf meinen Orientierungssinn verlassen. Da brauche ich immer ein paar Wochen, um mich zurechtzufinden.“)
Kaum ein Lebenslauf ist absolut gradlinig und zielstrebig. Fast jeder hat mal irgendeine schlechte Note gehabt, einen Job gemacht, der mit dem Berufswunsch nichts zu tun hat oder vielleicht das Studienfach gewechselt. Mit diesen Lücken im Lebenslauf solltest Du aktiv umgehen, denn im Bewerbungsgespräch kommen sie mit Sicherheit zur Sprache. Hier ist es besonders wichtig, dass Du Dich nicht in Rechtfertigungen verlierst oder die Schuld auf andere schiebst.
Falls Dein Lebenslauf nicht gradlinig ist, kannst Du anführen, dass Du bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt hast und Du dadurch gut über den Tellerrand schauen kannst. Präsentiere eine plausible Erklärung und stelle die positiven Aspekte der Schwächen dar. Auch wenn Du vielleicht eine Zeit lang arbeitssuchend warst, versuche diese mit Inhalt zu füllen. Insbesondere in konjunkturellen Schwächephasen sind Phasen der Arbeitslosigkeit nichts Ungewöhnliches.
Jeder Mensch hat Schwächen. Versuche nicht perfekt zu wirken, da das unglaubwürdig erscheint. Präsentiere Schwächen in einem positiven Licht. Lücken im Lebenslauf solltest Du plausibel erklären und mit Inhalt füllen, aber auf keinen Fall etwas erfinden. Bleib bei der Wahrheit. Geh aktiv mit Deinen Schwächen um. Zeige Lernbereitschaft und den Willen, Deine Schwächen zu beseitigen.
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