Die Gehaltsvorstellung
Die eigene Gehaltsvorstellung ist ein zentraler Faktor in der Gehaltsverhandlung. Auch im Vorstellungsgespräch kann sie über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Berufseinsteiger haben aus Mangel an Erfahrung besonders große Schwierigkeiten, ihren eigenen Marktwert einzuschätzen. Deshalb ist es sehr wichtig, sich im Vorfeld gut über branchen- und positionsübliche Gehälter zu informieren.
Informationen über das Unternehmen einholen
Die Höhe des Gehalts gehört in Deutschland oft zu den Tabuthemen. Das macht es umso schwieriger, die eigene Leistung und Qualifikation realistisch einzuschätzen und eine Gehaltsvorstellung zu formulieren. Umso wichtiger ist es, vor dem Vorstellungsgespräch möglichst viel über die Gehaltsstrukturen in der angestrebten Branche zu erfahren. Du kannst auf verschiedene Arten Informationen zu den branchenüblichen Durchschnittsgehältern recherchieren. Gewöhnlich veröffentlichen Fach- und Wirtschaftsmagazine in regelmäßigen Abständen allgemeine oder branchenbezogene Gehaltstabellen. Aber auch im Internet findest Du viele Informationen zu Tarifverträgen, Durchschnittsgehältern und Gehaltsstrukturen. Unterliegt das Unternehmen einer Tarifbindung, dann wird es für Dich einfacher, eine Gehaltsvorstellung zu entwickeln. Der Tarifvertrag gibt nämlich die Untergrenze von Gehältern für konkrete Positionen und Tätigkeiten vor.
Weitere Einflussfaktoren der Gehaltsvorstellung
Neben der Branche und der Tarifbindung spielt aber auch die Unternehmensgröße und die wirtschaftliche Situation eine entscheidende Rolle. Je größer das Unternehmen ist und je besser es finanziell aufgestellt ist, desto mehr Gehalt lässt sich in der Regel auch aushandeln. Darüber hinaus kommt es auf die Region an, in der das Unternehmen ansässig ist. Tendenziell verdienen Arbeitnehmer in der Stadt mehr als auf dem Land, im Süden mehr als im Norden und im Westen mehr als im Osten.
Für Gehaltsvorstellung die Anforderungen der Stelle kennen
Ob mit oder ohne Personalverantwortung, ständigen Auslandsgeschäftsreisen oder die Betreuung besonders wichtiger Kunden: Die Aufgabenbereiche und das Maß der Verantwortung der angestrebten Stelle bestimmen ebenso die Gehaltsvorstellung, wie die geforderten fachlichen Qualifikationen. Auch hier ist die Unternehmensgröße wichtig. Ein Familienbetrieb kann vielleicht ein geringeres Gehalt zahlen, bietet dafür aber möglicherweise mehr Eigenverantwortung und flachere Hierarchien. Dies gilt es bei der Entwicklung der Gehaltsvorstellung zu berücksichtigen.
Eigene Qualifikationen einschätzen
Bei all dem darfst Du nicht Deine eigenen Qualifikationen vernachlässigen. Sie sind der entscheidende Faktor für Deine Gehaltsvorstellung. Dabei sind vor allem Dein Studiengang und die Qualität Deines Abschlusses entscheidend, aber auch zusätzliche Fähigkeiten wie z.B. Fremdsprachen, spezielle IT-Kenntnisse, berufsnahe Praktika oder Auslandserfahrung. In einer besonders guten Position bist Du, wenn Du eines der MINT-Fächer oder Wirtschaftswissenschaften studiert hast. Wenn Du dazu noch eine gesuchte Spezialisierung bieten kannst, lässt sich Deine Gehaltsvorstellung weiter nach oben korrigieren. Die besten Gehälter werden bei Banken, Pharmakonzernen, im Maschinen- und Anlagebau aber auch in der Chemiebranche gezahlt. Du solltest Gespräche mit Studien- oder Ausbildungskollegen in vergleichbaren Positionen führen, um einen weiteren Anhaltspunkt für Deine Gehaltsvorstellung zu bekommen.
Andere Gehaltsbestandteile berücksichtigen
Deine Gehaltsvorstellung sollte sich jedoch nicht ausschließlich aus den branchenüblichen Rahmenbedingungen und dem reinen Geldbetrag bilden. Das Gehalt kann auch aus weiteren Komponenten bestehen, z.B. Mitarbeiterrabatt, Gutscheinen, Gewinnbeteiligungen, Provisionen, Belegschaftsaktien, betrieblicher Altersvorsorge oder ähnlichem. Diese Zusatzleistungen sind oftmals sowohl für Dich als auch für den Arbeitgeber steuerlich günstiger.
Das musst Du bei der Gehaltsvorstellung beachten
Die Gehaltsvorstellung setzt sich aus vielen einzelnen Komponenten zusammen. Beziehe sowohl die festen als auch die flexiblen Gehaltsbestandteile mit ein. Mache Dir ein Bild darüber, was aufgrund Deiner persönlichen Qualifikationen, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und der Branche möglich ist. Ein detaillierter Gehaltscheck kann dabei sehr hilfreich sein. So kommst Du zu einer realistischen Gehaltsvorstellung, die sich in der Gehaltsverhandlung auch erfolgreich umsetzen lässt. Es ist dabei üblich, das angestrebte Brutto-Jahresgehalt anzugeben.