HR-Trends 2021: Remote, agil, flexibel.

HR-Trends 2021: Remote, agil, flexibel.

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Welches Thema ist für Sie bei der aktuellen Jahresplanung besonders wichtig?

Das müssen Sie wissen.

  • Home Office, Kurzarbeit und sich ständig ändernde Corona-Regelungen fordern von Arbeitgebern und -nehmern Flexibilität und Vertrauen.
  • Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den eigenen HR-Arbeitsbereich zu digitalisieren und so gestärkt aus der Pandemie hervor zu gehen.
  • Wer jetzt seine Employer-Branding-Maßnahmen nicht zurück fährt, kann an der Konkurrenz vorbei ziehen.

Dieser Artikel ist ein Teil der Blogparade von Tim Verhoeven zum Thema Recruiting Learnings durch Corona.

1. Flexible Arbeitsorte.

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen gezwungen, ihre Mitarbeiter_innen* ins Home Office zu schicken. Die Unternehmen, die auch vor 2020 schon auf Remote Work gesetzt haben, waren gut gewappnet und konnten relativ problemlos von zuhause aus weiter arbeiten. Doch viele Unternehmen traf die Umstellung auch unvorbereitet.

Wichtig ist, die Arbeit aus dem Home Office jetzt nicht nur als Übergangslösung zu sehen, sondern daran festzuhalten und flexibles Arbeiten in den Unternehmenswerten zu verankern. Denn die meisten Arbeitnehmer kommen gut mit dem mobilen Arbeiten klar und äußern sich positiv zur verbesserten Work-Life-Balance. „Meine aktuelle Arbeit im Home Office ermöglicht es mir, Beruf und Privatleben gut zu vereinbaren“, meinen 77 Prozent der Arbeitnehmer (Quelle: Konstanzer Home Office Studie, Universität Konstanz, 2020). Knapp die Hälfte aller Befragten hat außerdem das Gefühl, im Home Office die Arbeit viel effektiver zu erledigen als sonst.

Vorteile des Home Office aus Sicht der Arbeitnehmer.

Vorteile Prozent
Ich gewinne durch das Homeoffice eine Menge Zeit, weil der Weg zur Arbeit wegfällt. 68 %
Ich kann durch Homeoffice Beruf und Familie besser miteinander verbinden. 66 %
Ich kann meine Arbeitszeit im Homeoffice besser über den Tag verteilen 65 %
Ich kann im Homeoffice produktiver arbeiten als an meinem normalen Arbeitsplatz im Betrieb/Büro. 56 %
Ich empfinde die Arbeit im Home Office angenehmer als an meinem normalen Arbeitsplatz im Betrieb/Büro. 54 %

Grundvoraussetzungen für Remote Work

Dass man die Vorteile von Remote Work nutzen kann und sollte, ist unumstritten. Wie Sie allerdings dahin kommen, das meiste aus dem Arbeitsmodell herauszuholen, ist nicht ganz so einfach. Folgende Fragen sollten Sie sich stellen, um die Arbeit aus dem Home Office so effektiv und angenehm wie möglich zu gestalten:

Was brauchen unsere Mitarbeiter, um gut remote arbeiten zu können?
Welche Veränderungen bringt die Arbeit von zuhause mit sich?
Wie können wir trotz Distanz Teamzusammenhalt schaffen?

Um auch in Zukunft flexibel und agil arbeiten zu können, müssen folgende technische und strukturelle Grundvoraussetzungen gegeben sein:

Voraussetzung check
Moderne Arbeitsgeräte und stabiler Internetzugang
Zugriff auf alle Dateien über Cloud
Projektmanagement-Tools & Ticketsysteme
Kommunikationstools, Instant-Messaging-Dienste
Regelmäßige Meetings über Video-Chat

Wenn Sie vor der Corona-Pandemie schon gut aufgestellt waren, was mobiles Arbeiten angeht, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt, um erste Learnings zu ziehen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuelle Situation und denken Sie noch einmal ein Dreiviertel Jahr zurück. Fragen Sie sich, welche Probleme die Mitarbeiter bei der Umstellung auf die virtuelle Arbeit hatten? Was klappte gut? Wo scheitert die Kommunikation vielleicht immer noch?

2. Mitarbeiterbindung trotz Distanz.

Wie lässt sich eine motivierende Mitarbeiterkultur aufrecht erhalten, wenn man nicht räumlich zusammenarbeiten kann? Geht Mitarbeiterbindung auch auf Distanz? Das sind die Fragen, die Sie sich im nächsten Jahr stellen müssen. Denn mittlerweile ist das mobile Arbeiten keine Übergangssituation.

Während der Arbeit aus dem Home Office verlangen Führungskräfte von Ihren Mitarbeiter viel Disziplin, Engagement und Selbstorganisation. Auf der anderen Seite benötigen Arbeitnehmer Entscheidungsfreiheit und ihnen muss Vertrauen seitens der Vorgesetzten entgegengebracht werden, damit die selbstständige Arbeit von zuhause funktioniert.

Selbstorganisation unterstützen.

Die oben erwähnten Tools und Programme zum Projektmanagement sind der erste Schritt zu einem guten Arbeitsrhythmus. Projekte von Anfang an gut zu strukturieren, hilft dabei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und die Aufgaben der Einzelnen zu managen. Dabei ist es wichtig, auf die individuellen Arbeitsweisen der Kollegen einzugehen und diejenigen zu unterstützen, die hier auf Probleme stoßen. Interne oder externe Coachings zum strukturierten Arbeiten oder Selbstorganisation können dabei helfen.

! TIPP

Zeitmanagementsysteme helfen, Arbeitnehmern einen besseren Überblick über ihre Arbeitszeit zu geben und keine Überstunden zu machen, wie es im Home Office schnell aus Versehen passieren kann.

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Regelmäßiger Austausch mit Vorgesetzten.

Auch wenn Führungskräfte ihren Mitarbeitern vertrauen und Projekte genau im Zeitplan liegen, ist es unverzichtbar, regelmäßig in Austausch zu treten. Dies sollte keinesfalls der Kontrolle dienen, sondern vielmehr einen anregenden Austausch über Projekterfolge und Verbesserungspotenzial bieten. Ebenso helfen individuell definierte Meilensteine dabei, die Mitarbeitermotivation aufrecht zu erhalten.

Darüber hinaus sind Tools oder Umfragen nützlich, um die Stimmung der Kollegen einzufangen. Diese können offen oder anonym durchgeführt werden. Gerade anonyme Umfragen geben natürlich eine mehr oder weniger realistische Ansicht der aktuellen Mitarbeiterzufriedenheit wieder. Auch eine gesunde Feedback-Kultur trägt maßgeblich dazu bei, die positive Stimmung untereinander aufrecht zu erhalten und die Zusammenarbeit untereinander zu verbessern.

Soziale Kontakte unter Mitarbeitern fördern und pflegen.

Auch beim Mobilen Arbeiten gibt es eine Kehrseite der Medaille: Rund ein Drittel der Arbeitnehmer fühlt sich bei der Arbeit im Home Office isoliert (Quelle: Konstanzer Home Office Studie, Universität Konstanz, 2020). Hier liegt es klar an der Personalführung, eine gesunde Arbeitssituation zu schaffen, in der die Chancen des flexiblen Arbeitens optimal genutzt werden können.

Feste Meetings mit Video-Chat sorgen dafür, dass man sich auch mal (fast) persönlich sieht. Das kann ein Projektmeeting sein, aber auch ein kurzes, morgendliches Treffen, bei dem die Tagesaufgaben besprochen werden.

Auch gemeinsame digitale Mittagspausen und After-Work-Events, bei denen nicht nur über Berufliches gesprochen wird, lockern den Alltag enorm auf. Im Home Office muss man aktiv daran arbeiten, den Kontakt zu den Kollegen aufrecht zu erhalten und so für ein harmonisches Arbeitsklima zu sorgen.

Individuelle Lösungen finden.

Führungskräfte dürfen ihre Mitarbeiter keinesfalls als homogene Gruppe sehen, sondern müssen gerade jetzt auf individuelle Bedürfnisse der einzelnen Kollegen achten. Sind einzelne Mitarbeiter überfordert und brauchen Unterstützung? Oder sind einige im Home Office gar unterfordert und wollen mehr Förderung? Haben einige Teammitglieder Probleme, Privatleben und Beruf unter einen Hut zu bekommen und benötigen Unterstützung bei der Kinderbetreuung?

! TIPP

Personalverantwortliche müssen nun verstärkt an ihrer Führungsstrategie arbeiten, um Mitarbeiter bei der Anpassung an ihr neues Arbeitsumfeld zu begleiten. Dabei geht es weniger um Leistung und Prozesse, sondern eher darum, jedes Teammitglied dabei zu unterstützen, neue Herausforderungen zu meistern.

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3. Recruiting mit Distanz.

In schwierigen Zeiten tendieren viele Unternehmen dazu, ihre Recruiting-Maßnahmen herunterzufahren oder Einstellungsverfahren gar zu pausieren. Und auch wenn es unmöglich, in einer unsicheren Situation volle Fahrt zu behalten, sollten Sie keinesfalls Abstriche beim Recruiting machen. Folgende drei Gründe sprechen dafür:

  1. Gerade in Krisenzeiten herrscht weniger Konkurrenz um Talente. Diese Situation können Sie sich zum Vorteil machen und ihre Konkurrenz ausspielen.
  2. Unternehmen, die nicht aufhören zu hiren, halten das Rad am Laufen und kommen nach der Krise schneller wieder in ihren altbekannten Rhythmus.
  3. Ein Recruiting-Stopp bleibt nicht unbemerkt und könnte für Ihr Unternehmen Imageschäden nach sich ziehen. Auch bei potenziellen Bewerbern riskieren Sie so, in Vergessenheit zu geraten. Bleiben Sie also am Ball!

In Zeiten wie diesen spüren Führungskräfte, wie wichtig gelebte Agilität und Digitalisierung sind. Das Recruiting muss plötzlich komplett digital ablaufen, vom ersten Telefonat bis hin zur Besichtigung des Arbeitsplatzes. Hier müssen Sie vor allem technisch gut ausgestattet sein.

Doch wie findet man momentan überhaupt potenzielle Kandidaten? Gerade jetzt sind Arbeitnehmer verständlicherweise weniger wechselwillig als sonst – aber sie sind auch nicht desinteressiert. Hier ist die Devise: Sichtbar sein und aktiv werden!

Sichtbarkeit erhöhen.

Die Karriereseite auf der Unternehmenswebsite zu befüllen, ist ein guter Anfang, aber reicht definitiv nicht aus. Gerade jetzt, wo viele Menschen nicht unbedingt auf Jobsuche, aber doch interessiert an Angeboten sind, können Sie mit direkter Ansprache punkten. Nutzen Sie Online-Jobbörsen, um Ihre Stellenanzeigen möglichst breit zu streuen. Behalten Sie hier auch die Bewertungen Ihres Unternehmens auf Arbeitgeberbewertungsportalen im Auge und reagieren Sie auf die Kommentare, wenn nötig. Auch anhand dieser Bewertungen holen sich potenzielle Bewerber erste Einblicke in Ihr Unternehmen.

Da Karrieremessen zur Zeit nicht möglich sind, sollten Sie die digitalen Alternativen nutzen, um sich und Ihr Unternehmen bei potenziellen Bewerbern zu präsentieren. Auch eigene Bewerbertage oder Assessment Center sollten Sie keinesfalls ausfallen lassen, sondern auf eine digitale Version zurückgreifen. Ebenso können Sie auf alternative Employer Branding-Methoden wie einen Unternehmens-Podcast zurückgreifen, um mehr Sichtbarkeit zu erlangen und Ihre Zielgruppe zu erreichen.

Aktives Recruiting.

Da weniger Menschen aktiv auf Jobsuche sind, liegt es an den Personalverantwortlichen, aktiv zu werden, und den Bewerber-Pool aufzubauen. Sie können sich nicht zurücklehnen und auf Bewerbungen warten, sondern sollten potenzielle Kandidaten individuell ansprechen, z. B. in unserem Talent Pool. Achten Sie hier auf eine individuelle Ansprache statt Standardnachricht.

Eine weitere Option der individuellen Ansprache läuft über zielgruppenspezifische Jobportale. Beim Talent Pool von Absolventa können Unternehmen zusätzlich aus einer riesigen Datenbank gezielt die Kandidaten ansprechen, die sie suchen.

! TIPP

Setzen Sie auf regelmäßige und schnelle Kandidatenkommunikation. Selbst wenn der Recruiting-Prozess momentan etwas komplizierter und langsamer ist, sollten Sie sich regelmäßig bei Ihren Kandidaten zurückmelden und sie auf dem Laufenden halten.

4. People Management und New Leadership.

Arbeit wird zunehmend flexibel, fluide und hybrid hinsichtlich Ort, Zeit und Selbstverständnis. Digitalisierung und Automatisierung sind erforderlicher denn je und verändern die Arbeitswelt grundlegend. Das Human Resource Management muss das Unternehmen bei dieser Aufgabe unterstützen. 39 Prozent der HR-Führungskräfte sehen ihr Unternehmen dahingehend noch nicht ausreichend für die Zukunft vorbereitet (Quelle: Heike Bruch, Till R. Lohmann, Julian Szlang u.a. (Hrsg.) People Management 2025, PwC/Universität St. Gallen 2020)

People Management bezeichnet die Mitarbeiterführung basierend auf Grundwerten wie Empathie, Stärkenförderung, Motivation und Verständnis. Demzufolge ist es das genaue Gegenteil einer autoritären Führung, die sich lediglich auf Kontrolle und die Erledigung der Aufgaben fokussiert. Verantwortung an Mitarbeiter weiterzugeben und sie zu motivieren, eigenständig zu denken und sich zu engagieren, sind der Schlüssel zu gutem People Management. Und in Zeiten, in denen Flexibilität und Agilität sowohl erwünscht als auch erforderlich sind, spielt einem diese Strategie natürlich doppelt in die Karten.

New Leadership bedeutet in dem Zusammenhang: mehr Mentor als Chef sein. Führungspersönlichkeiten müssen Gespräche auf Augenhöhe führen können und ihren Mitarbeitern Vertrauen – in Zeiten von Home Office das A und O. Indem Sie ihren Mitarbeitern Freiheiten geben und gleichzeitig Leistungen fordern, können diese die eigenen Stärken und Schwächen optimal einsetzen. Oft wollen die Teammitglieder sich weiterbilden und gefördert werden. Stärkenförderung jedes einzelnen Mitarbeiters, Verständnis für die persönlichen Anliegen, Motivation und Empathie sind besonders bei Remote Work gefordert.

Auch auf Diversität sollten Führungskräfte setzen, denn von den positiven Effekten eines diversen Teams kann das ganze Unternehmen profitieren. Dabei ist es ganz entscheidend, Mitarbeiter mit ihren entsprechenden Erfahrungen, Kompetenzen, Perspektiven und Qualifikationen sinnvoll im Team zusammenzubringen und zu unterstützen. Diese Aufgabe müssen Führungskräfte im Sinne des New Leaderships übernehmen.

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