Wer fragt, der führt auch das Gespräch. Mit Hilfe von bestimmten Fragetechniken lässt sich ein Gespräch in die gewünschte Richtung lenken und bei dem Gesprächspartner mitunter ein bestimmtes Verhalten auslösen. In Bewerbungsverfahren Gesprächsführung werden sie deshalb gezielt eingesetzt. Geschlossene und offene Fragen Bei den Lenkungstechniken geht es darum, das Verhalten des Gegenübers im Anschluss an das Gespräch zu ändern. Mit Fragetechniken hingegen soll das unmittelbare Verhalten des Gesprächspartners innerhalb des Gespräches beeinflusst werden. Um also den Fortgang des Gesprächs in seinem Sinne zu beeinflussen, kann der Sprecher durch die „richtigen“ Fragestellungen seinen Gesprächspartner lenken und die gewünschten Informationen erhalten bzw. um das gewünschte Verhalten auszulösen. Die Fragetechniken umfassen dabei offene, halboffene und geschlossene Fragen. Offenen Fragen – frei und ohne Einschränkung berichten Mit den typischen W-Fragen „Wie“, „Was“, „Wieso“, „Weshalb“, „Warum“ oder „Wann“ soll der Gesprächspartner die Möglichkeit bekommen, frei und ohne Einschränkung zu berichten. Diese Fragen dienen dazu, mehr als nur ein „ja“ oder „nein“ als Antwort zu bekommen. Dementsprechend eignen sich offene Fragen, um wortkargen Gesprächspartnern ausführlichere Antworten zu entlocken. Drei Beispiele für offene Fragen in einem Vorstellungsgespräch:
Bei geschlossenen Fragen ist der Gesprächspartner aufgefordert, eindeutig Stellung zu beziehen. Dadurch haben geschlossene Fragen einen autoritären Charakter und müssen meistens mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden. Geschlossene Fragen eigenen sich auch, um Gesprächsinhalte bzw. deren Ergebnisse festzuhalten. Bespiele für geschlossene Fragen sind:
Geschlossene Fragen finden eher am Ende eines Gesprächs Anwendung, oder wenn eine schnelle und eindeutige Antwort verlangt wird. Beginnt ein Gespräch mit geschlossenen Fragen, kommt der Dialog oft nur langsam voran. Bei sehr redseligen Gesprächspartnern können geschlossene Fragen hilfreich sein, um ihren Redeschwall in Grenzen zu halten. Der Frager zwingt damit sein Gegenüber zu Präzision und Knappheit in der Aussage.
Halboffene Fragen arbeiten mit Kategorien, lassen aber normalerweise eine offene Kategorie zu. Der Gefragte kann nicht nur mit „ja“ oder „nein“ antworten. Stattdessen hat er in seiner Wahrnehmung eine echte Wahlalternative. In dieser Variante der Fragetechnik muss der Gesprächspartner seine Antwort zudem in der Aktivform formulieren. Für den Frager ist das ein günstiger psychologischer Effekt. Denn wenn ein Mensch Sachverhalte in der Ich-Form verbalisieren muss, ist die Verantwortung für das Gesagte höher, als wenn er nur mit „ja“ oder „nein“ antwortet.
Bei den Informationsfragen möchte der Fragesteller (z.B. ein Assessor) von dem Befragten konkrete Informationen bekommen. Informationsfragen ähneln den offenen Fragen. Beispielweise:
Durch Suggestivfragen wird der Gesprächspartner durch die Art und Weise der Fragestellung dahingehend beeinflusst, eine vom Fragesteller gewünschte Aussage mit vorbestimmtem Inhalt zu treffen. Suggestivfragen haben somit manipulativen Charakter. Beispielsweise bei der Frage „Wann wollen wir uns treffen?“. Durch das „Wann“ wird gleich vorgegeben, DASS man sich trifft und gar nicht zur Debatte stellt, OB überhaupt ein Treffen stattfindet. Der Befragte kann sich dem Treffen somit kaum noch entziehen. Weitere Beispiele für Suggestivfragen sind:
Die Fragetechniken sind subtile Hilfsmittel um ein Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken. Werden sie allerdings zu oft und zu plump angebracht, durchschaut der Gesprächspartner derartige Manipulationstechniken. Zudem sollte man zwischen den Fragetechniken variieren, da eine alleinige Anwendung von W-Fragen eine verhörgleiche Situation herbeiführen könnte und somit Unbehagen erzeugt. Fragen zur Rückversicherung („Habe ich das richtig verstanden?“) hingegen signalisieren Aufmerksamkeit und beugen eventuellen Missverständnissen vor.
Wertvolle Tipps und nützliche Infos rund um Bewerbung, Job, Gehalt und Karriereperspektiven.
Auf Jobsuche? Bewirb Dich aktiv! Aktuelle Stellenangebote ausschließlich für junge Akademiker.
Bewirb Dich passiv! Lebenslauf in die Datenbank eintragen und Unternehmen bewerben sich bei Dir!
Die Jobbörse Absolventa bietet Studenten, Absolventen und Young Professionals hilfreiche Instrumente für den erfolgreichen Berufseinstieg. Bewerber finden tausende Berufseinstieg- und Trainee-Stellenangebote. Studenten können durch ein Stipendium gefördert werden. Der Absolventa Karriereblog und der Karriereguide Informieren Absolventen umfassend und kostenlos, egal ob Telefoninterview, Einstellungstest, Vorstellungsgespräch, Rhetorikkurs, Assessment Center oder Gehalt. In den Karriere-Seminaren Assessment Center Training und Bewerbungstraining kann man dieses Wissen vertiefen und eine individuelle Persönlichkeitsanalyse durchführen.
Dies hilft bei der Bewerbung um einen der zahlreichen Ingenieur Jobs, IT Jobs oder eine der vielen Trainee Stellen. Aber auch Young Professionals können über die Jobbörse Absolventa ein Rhetorik Seminar belegen und mit dem Gehaltsrechner eine persönliche Gehaltsanalyse vornehmen, damit auch künftige Gehaltsverhandlungen erfolgreich sind.