Die Geschichte der Wirtschaftsprüfung

Die Geschichte der Wirtschaftsprüfung

Die 3000jährige Geschichte der WirtschaftsprüfungDie Wirtschaftsprüfung in der jetzigen Form existiert seit Ende des 19. Jahrhunderts. Erst in dieser Zeit war es für Unternehmen nötig, externe Wirtschaftsprüfer für die Kontrolle der Buchhaltung einzusetzen. Aber bereits davor lassen sich zahlreiche Belege dafür finden, dass einzelne Personen die ökonomischen Vorgänge eines Betriebes, und sei es ein Familienbetrieb, regelmäßig überprüft haben.

Die Anfänge der Wirtschaftsprüfung – Ein wirtschaftsgeschichtliches Phänomen seit 3.000 Jahren

Die Geschichte der Wirtschaftsprüfung nimmt ihren Anfang vermutlich in Babylon. Historiker haben auf den alten Steintafeln sogenannte Prüfungshäkchen ausgemacht. Was vielleicht eine einfache Inventarprüfung war, bedeutet aber auch den Beginn der wirtschaftlichen Vergleichs des Ist- mit dem Soll-Zustand. Damit war die Wirtschaftsprüfung geboren.

In Ägypten setzte sich ungefähr zur gleichen Zeit das Vier-Augen-Prinzip durch. Händler kontrollierten sich dabei verständlicherweise gegenseitig, aber vereinzelt gab es auch interne „Wirtschaftsprüfer“ - auch wenn sie wohl kaum unter dieser Bezeichnung arbeiteten. Der Stadtstaat Athen und das gesamte Römische Reich entwickelten zudem auf Grund des bürokratischen Aufwandes ausgesprochen detaillierte Kontrollmechanismen für die Finanzen des Staates.

Wirtschaftsprüfung im Mittelalter – Innenrevision durch das Zunftsystem

Im Mittelalter bekam die Geschichte der Wirtschaftsprüfung neuen Schwung. Das Zunft- respektive Gildensystem organisierte größtenteils das Handwerk und den Handel über eine starre Organisation. Wer ein bestimmtes Handwerk nachgehen wollte, musste Mitglied einer Zunft werden. Dort prüften Mitglieder anhand einer Zunftordnung die wirtschaftlichen Vorgänge und unterzogen die Handwerksbetriebe einer Innenrevision. Die Gilden, in denen sich Kaufleute zusammenschlossen, arbeiteten ähnlich. Wirtschaftsprüfung fand bis dato also intern statt. Ein eigenständiger Berufstand der Wirtschaftsprüfer entwickelte sich erst zum Ende der Industriellen Revolution.

Wirtschaftsprüfer – Externe Kontrolle der Unternehmen

Die Ausläufer der Industriellen Revolution und die in ihrer Größe stark angewachsenen Unternehmen erschwerten zusehends eine interne Wirtschaftsprüfung. Da ist es nur logisch, dass sich einige Personen auf die „ökonomische Nische“ konzentrierten und ihre Dienste anboten. In Deutschland entstand zwar schon 1701 die erste staatliche Rechnungskontrollbehörde, doch erst seit 1870 herrscht eine Prüfungspflicht. Spätestens ab diesem Zeitpunkt entstand ein lukrativer Markt für Wirtschaftsprüfer, der bis heute anhält. Der Wettbewerb während der Industriellen Revolution öffnete auch ein neues Feld in der außerbetrieblichen Kontrolle, die sogenannte forensische Wirtschaftsprüfung. Veruntreute Gelder und gesetzeswidrige Handlungen eines Unternehmens, welche die Wirtschaftsvorgänge betraf, spürten externe Kontrolleure auf und trugen so maßgeblich zu einer „ordentlichen“ Wirtschaft bei.

Wirtschaftprüfung heute

Wirtschaftsprüfer blicken heute in eine rosige Zukunft. Nachdem die 2009er-Finanzkrise überwunden ist, ist die deutsche Wirtschaft wieder stabil, was einen höheren Bedarf an externen Wirtschaftsprüfungen bedeutet. Daher planen viele Gesellschaften neue Mitarbeiter einzustellen und ihr Aufgabenfeld zu erweitern. Die Geschichte der Wirtschaftsprüfung ist also noch lange nicht Geschichte. Daran werden auch neue Wirtschaftskrisen wenig ändern.

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Lies auch:
Auf dem Prüfstand - 4 Vorurteile gegen Wirtschaftsprüfer

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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