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Social Man - Warum der soziale Kontakt wichtig im Job ist

Social Man - Warum der soziale Kontakt wichtig im Job ist

Social Man

Social Man – Soziale Bedürfnisse spielen eine große Rolle

Wissenschaftler entwickelten quasi als Reaktion auf den zunehmenden Taylorismus das Konzept des social man. Nach dieser Sicht hat jeder Mensch soziale Bedürfnisse und Motive. Während der homo oeconomicus egozentrisch war, will der social man einer Gruppe zugehören und kann auch nur dann seine optimale Leistung abrufen. Der social man verlangt nach Kommunikation, sozialen Beziehungen, die über ein reines Arbeitsverhältnis hinausgehen und will am Unternehmen und den gefällten Entscheidungen teilhaben. Herrscht eine positive kollegiale Stimmung auf der Arbeit und sieht sich die Belegschaft als gemeinschaftlich arbeitendes Team, fühlt er sich wohl und hat Freude an der Arbeit.

Unternehmen unterstützen den sozialen Kontakt durch besondere Arbeitsbedingungen. Ein offenes Büro setzt die Angestellten in einen gemeinsamen Raum. Nicht jeder arbeitet mehr für sich allein und von den anderen abgetrennt. Zwar geht jeder noch seiner eigenen Arbeit nach, aber er tut dies in der Gemeinschaft der anderen. Außerdem sind so Kommunikationswege kurz, z. B. bei Fragen an die Kollegen, die sich mit bestimmten Programmen auskennen oder über Fachwissen verfügen. Auch in der Produktion können die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Anstelle von reiner Fließbandarbeit haben Betriebe autarke Teams zusammengestellt, die zusammen an einem Produkt arbeiten. Der direkte Kontakt zu den Kollegen kommt den Bedürfnissen des social man entgegen.

Die Probleme des social man

Der social man bringt aber seine eigenen Probleme mit sich. Den Menschen ausschließlich über seine sozialen Beziehungen zu definieren, beraubt ihn seiner Individualität. Personen sind auch soziale Geschöpfe, nicht nur. Fast jedes Team hat seine Einzelgänger, die sich in der Gruppe eher unwohl fühlen. Es wäre falsch, diese Personen dazu zu zwingen, an gemeinschaftlichen Aktionen teilzunehmen.

Zudem birgt der social man die Gefahr, in der Masse unterzutauchen. Orientiert sich der Arbeiter ausschließlich an der Gruppe, bringt er eventuell nicht seine volle Leistung. Schafft er mehr als seine Kollegen, wird er unter Umständen seine Arbeitsgeschwindigkeit drosseln, um nicht weiter aufzufallen. Denn es kommt vor, dass ein Angestellter schnell gebrandmarkt und isoliert wird, sobald er aus Sicht seiner Kollegen zu viel leistet. Soziale Kontrolle, die eigentlich positiv ist, bewirkt so ein negatives Ergebnis für das Unternehmen. Betriebe, die sehr auf die Bedürfnisse des social man achten, ignorieren auch häufig ihre eigenen technische Gegebenheiten und Strukturen. Kreisförmige Fließbänder, bei denen sich die Arbeiter gegenüber stehen, können durchaus den sozialen Kontakt fördern. Eine solche Anordnung ist aber aus technischer Sicht nicht immer sinnvoll. Die produktiven Nachteile überwiegen teilweise die sozialen Vorteile. Der social man ist außerdem im Grunde ein demokratischer Mensch und verlangt nach demokratischen Prozessen im Unternehmen. Der bürokratische und zeitliche Aufwand rechtfertigt sich aus ökonomischer Sicht jedoch nicht immer. Manche Entscheidungen müssen eben direkt von oben kommen.

Alles in allem hat jedoch die Bewegung des social man maßgeblich dazu beigetragen, die Bedingungen am Arbeitsplatz zu verbessern. Dennoch ist er nicht der Weisheit letzter Schluss.

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