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Spielwiese ‚Social Media Recruiting’: Neuigkeiten, Trends, Studien

Spielwiese ‚Social Media Recruiting’: Neuigkeiten, Trends, Studien

Social Media Recruiting TrendsSocial Media, oder auch Soziale Medien, sind längst nicht mehr nur private Kommunikationskanäle, sondern auch beliebte Recruiting-Plattformen. Dabei gibt es noch kaum einheitliche, bewerte Konzepte. Vielmehr gleicht das Social Media Recuriting einer Spielwiese, auf der sich die Unternehmen ausprobieren. Die Jobbörse ABSOLVENTA fasst das aktuelle Geschehen zusammen und gibt best practise Tipps für ein erfolgreiches Social Media Recruiting.

 

Neu: Google+ bald auch für Unternehmen

Google+ wird bald auch Unternehmensprofile anbieten. Das verkündete der Internetdienstleister auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco. Zwar räumte Google ein, dass es noch eine Weile dauern werde, bis Unternehmen und Marken ihre eigenen Profile in Google+ anlegen könnten, die Arbeiten an den Business-Profilen seien jedoch weit fortgeschritten. Das Besondere: Die Unternehmensprofile von Google+ sollen sich mit speziellen Funktionen, wie Google AdWords, verknüpfen lassen.

Für Firmen, die Google Apps nutzen, soll Google+ in Kürze bereit stehen. Diese Neuerung dürfte dem Sozialen Netzwerk von Google viele neue Accounts bescheren und somit die aktuelle – im Vergleich zu Facebook (800 Mio.) eher bescheidene – Nutzerzahl von 40 Millionen Mitgliedern erhöhen. Für einen durchschlagenden Erfolg braucht Google+ aber nicht nur neue Firmen-Accounts, sondern neue „Normal-User“. Denn erst dann werden die Accounts für die Unternehmen wirklich interessant. 

Doch auch für dieses Problem hat Google+ bereits eine Lösung gefunden. Bisher konnten sich User nur anmelden, wenn sie kein Synonym sondern ausschließlich ihren richtigen Namen für ihr Profil verwendeten. Diese Pflicht auf die Angabe des echten Namens hat Google+ jetzt abgeschafft. Im Hinblick auf den Ausbau der Userzahlen sicher ein wichtiger Schritt.

Trend: Employer Branding und Recruiting per Video

Social Media Plattformen eröffnen den Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren und somit die eigene Marke zu stärken. Wichtigstes Ziel ist es, virale Effekte zu erzeugen, um eine möglichst hohe Anzahl von Personen zu erreichen. Das heißt: User sollen Inhalte ‚liken’ und diese ihrer Online-Community weiterempfehlen. Geeignetes Instrument, um eine derartige Viralität auszulösen, ist das Web-Video. Aus diesem Grund erfreut sich dieses Medium bei Unternehmen zunehmender Beliebtheit.

Betrachtet man die verschiedenen Recruiting-Videos, die durchs Web kursieren, wird eines deutlich: Die Zielgruppe ‚Nachwuchskraft’ ist eine schwierige. So bemühen sich viele Firmen besonders humorvoll, jung und frisch zu sein und bezwecken damit im schlechtesten Fall genau das Gegenteil ihrer eigentlichen Absicht. Doch es gibt auch positive Beispiele, die ihre Videos mit einem gekonnten Augenzwinkern versehen und somit Nähe zur Zielgruppe herstellen.

Ein Beispiel ist das aktuelle Recruiting-Video des Axel Springer Verlags. Hier sorgt ein überambitionierter Bewerber beim gesamten Vorstand des Springer Konzerns für Sprachlosigkeit:

Studie: Effekte von Social Media Recruiting

Die Wirkung derartiger ‚Spaß’-Videos zu Rekrutierungszwecken wurde von Thorsten Petry, einem Professor für Personalmarketing und Organisation der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, untersucht. In einer nicht repräsentativen Befragung unter 835 Studenten und Berufstätigen wollte der Professor herausfinden, wie das Recruiting in sozialen Netzwerken bei der Zielgruppe ankommt.

Das Ergebnis: für Unternehmen ernüchternd. Etwa zwei Drittel der Befragten haben die Social Media-Aktivitäten der Unternehmen wahrgenommen, jedoch nur zwölf Prozent bewerteten sie positiv. Insbesondere Videos mit vermeintlich jugendlichem Humor verfehlten den gewünschten Effekt. Deutlich mehr Interesse brachten die Befragten Videos entgegen, in denen Mitarbeiter sich und ihren Einsatzbereich näher vorstellen. Allerdings nur, wenn das Video authentisch ist und nicht inszeniert wirkt. Im Hinblick auf die Bedürfnisse potentieller Nachwuchskräfte bedeutet das: Web-Videos zu Recruitingzwecken sollten eher informieren, statt auf Teufel-bzw.Witz-komm-raus unterhalten zu wollen.

Häufiger als Recruitingvideos wurden die Unternehmensseiten bei Facebook genutzt. Jedoch stellte sich heraus, dass lediglich eine Minderheit der Befragten über diese Seiten regelmäßig Karriere-Informationen verfolgt. Der am meisten genutzte Personalmarketing-Kanal der Befragten ist die Stellenanzeige. So gaben 65 Prozent der Befragten an, dass die Stellenanzeige eine hohe Aufmerksamkeit generiere.

Best practise: 5 Tipps für erfolgreiches Social Media Recruiting

Es lässt sich festhalten: Social Media Recruiting ist noch immer ein großes Versuchsfeld, auf dem sich fast alle ausprobieren wollen, bisher jedoch kaum allgemeingültige Strategien existieren, die garantiert den gewünschten Effekt erzielen. Dennoch gibt es einige Dinge, die man beachten sollte, wenn man erfolgreiches Social Media Recruiting betreiben möchte. Die Jobbörse ABSOLVENTA hat fünf best parctise Tipps zusammengefasst:

 

  1. Das Recruiting per Web 2.0 sollte stets in Anpassung an die Corporate Identitiy des Unternehmens erfolgen. Eine abgestimmte Unternehmenskommunikation erhöht die Authentizität und demnach auch die Glaubwürdigkeit des Unternehmens.
  2. Die Unternehmenskultur muss im Hinblick auf eine erfolgreiche Kommunikation via Social Media angepasst werden. Das heißt: Die Benutzung sozialer Netzwerke während der Arbeitszeit sollte nicht generell verboten werden. Vielmehr sollte die Unternehmensleitung Engagement fördern und sich selbst aktiv an der Unternehmenskommunikation im Web 2.0 beteiligen.
  3. Die reine Anzahl der Facebook-Fans ist kein Maßstab für den Erfolg des Personalmarketings eines Unternehmens. Vielmehr zählt eine klare Strategie, in der festgehalten wird, zu welchem Zweck und wie Soziale Medien im Bereich Personalmarketing eingesetzt werden sollen. Dazu gehören die Spezialisierung auf einige oder der Mix verschiedener – klassischer und neuer – Kommunikationskanäle. Das erhöht die Chance, bei der Personalsuche via Social Media tatsächlich Erfolge zu erzielen.
  4. Die Kommunikation via Social Networks sollte durchdacht sein und keinesfalls mittels automatischer Feeds erfolgen. Ebenfalls muss der Content an die verschiedenen Plattformen angepasst werden. Das heißt: keine Tweets automatisch auf die Facebook-Fanpage überführen.
  5. Social Media sind aktuell und dialogorientiert. Wer für die Personalsuche Social Media Kanäle nutzt, sollte diese als öffentliche Plattform für einen transparenten Dialog mit den Usern begreifen. Umgehendes, diplomatisches Handeln ist dabei das A und O.

Mehr Informationen zum Thema im Artikel ‚Authentizität vs. Inszenierung: Recruiting-Videos zum Mitarbeitergewinn’.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den Autor

Luise Köhler
Luise Köhler

Als ehem. ABSOLVENTA-Redakteurin hat Luise zu den Bedürfnisse, Interessen und Fragen junger Berufseinsteiger recherchiert, geschrieben und erklärt.

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