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Authentizität vs. Inszenierung: Recruiting-Videos zum Mitarbeitergewinn

Authentizität vs. Inszenierung: Recruiting-Videos zum Mitarbeitergewinn

Recruiting VideoIn Zeiten des wachsenden Fachkräftemangels müssen sich Arbeitgeber bei der Personalsuche etwas einfallen lassen, um die besten Mitarbeiter für ihr Unternehmen zu gewinnen. Insbesondere das E-Recruiting bietet diesbezüglich zahlreiche Möglichkeiten, auf kreative Art und Weise mit potentiellen Bewerbern über das Internet in Kontakt zu treten. Ein Trend, der im Zuge dieser Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt, sind Recruiting-Videos. Diese werden vorwiegend über das Internet verbreitet und sollen Kandidaten das Unternehmen schmackhaft machen. Die Firmen geben dafür oft sehr viel Geld aus. Doch damit solch ein Video den gewünschten Effekt erzielt, sind einige Grundsätze zu beachten.

 

 

Was zeichnet ein gutes Recruiting-Video aus?

Das A und O eines gelungenen Recruiting-Videos ist Authentizität. So kann es beispielsweise leicht passieren, dass ein Kreditinstitut unseriös wirkt, weil es ein besonders ‚spritziges’ Video machen will. Andersherum erscheint es wenig glaubwürdig, wenn Mitarbeiter einer Werbeagentur überschwänglich von ihrem 9-to-5-Job berichten. Damit das nicht passiert, sollte man schon vor dem Videodreh ein stimmiges Konzept entwickeln, das die Vorzüge der Firma hervorhebt, jedoch nicht überbetont. Das Unternehmen sollte gründlich überlegen, inwiefern das geplante Recruiting-Video einen Mehrwert für die potentiellen Mitarbeiter bieten kann. Fakt ist: Jobsuchende wollen keine Floskeln, wie sie in den meisten Stellenangeboten niedergeschrieben sind, sondern mit eigenen Augen sehen, was sie erwartet.

Ebenso ist im Vorhinein festzulegen, welchen Stil man mit dem Recruiting-Video verfolgen möchte. Dabei sollte die Gestaltung natürlich branchen- und, ganz wichtig, zielgruppengerecht erfolgen. Auch beim Recruiting-Video zählt: Weniger ist mehr. So sollten Firmen versuchen, die wesentliche Aussage in einem 1- bis 3-minütigen Clip zu verpacken. Dies ist nicht immer einfach, in einem begrenzten Zeitraum einen Einblick in den Arbeitsalltag des Unternehmens zu bieten.. Dennoch gilt es unbedingt zu beachten, dass die Aufmerksamkeit der Nutzer begrenzt ist. Das Erfolgsrezept für Web-Videos lautet nicht umsonst: Information gepaart mit einem Schuss Unterhaltung – kurz und prägnant.

Mitarbeiter als Schlüsselelement

Das wichtigste Element im Recruiting-Video sind die Mitarbeiter. Zumeist werden diese vom Kamerateam bei ihrer täglichen Arbeit begleitet und berichten in Statements über ihren Job und die Unternehmenskultur. Das soll vor allem Nähe schaffen, indem sich die potentiellen Bewerber mit den Angestellten identifizieren.

Einige Firmen geben sogar die komplette Produktion von Recruiting-Videos in die Hände ihrer Mitarbeiter. Ein beliebtes Gestaltungsmittel ist auch der Rundgang durch das Büro, in dessen Rahmen die Mitarbeiter sich und ihre Motivation kurz vorstellen. Im Prinzip sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – sofern die Aufnahmen und Aussagen glaubwürdig sind und nicht inszeniert wirken. Dazu gehören auch realistische Einschätzungen der Mitarbeiter. So sollten eventuell kritische Aspekte des jeweiligen Jobs nicht außen vor gelassen werden. Allerdings gilt es, diese gekonnt zu formulieren.

Ein gelungenes Beispiel stammt von der Bayer AG. In dem Recruiting-Video beantworten 36 Mitarbeiter des Global Players anhand von Kreidetafeln, was Arbeiten bei Bayer für sie bedeutet. Das Ergebnis kann man hier sehen:

Employer Branding im Web 2.0

Veröffentlicht werden Recruiting-Videos zumeist auf den Karriereseiten der Unternehmen und über die gängigen Social Media Plattformen. Nicht wenige Firmen verfügen sogar über einen eigenen YouTube-Channel, der jegliche Corporate- und Recruiting-Videos bündelt. Zusätzlich gibt es Videoportale, die sich auf diese Art von Bewegtbildangeboten spezialisiert haben. Das bekannteste in Deutschland ist JobTV24.

In der Social-Media-Gesellschaft fällt es Unternehmen zunehmend schwerer, ihr Employer Branding – die Arbeitgebermarke – zu kontrollieren. Denn in Blogs, Foren, Facebook und Co. können ehemalige Beschäftigte, Angestellte und abgewiesene Bewerber mittlerweile überall ihren Unmut gegenüber dem Unternehmen kommunizieren. Mit Recruiting-Videos wollen die Unternehmen einen positiven Eindruck hinterlassen und geben in der Social Media Welt eigene Statements ab.

Recruiting-Videos: Chance, aber kein Erfolgsgarant

Recruiting-Videos sind für Arbeitgeber eine weitere Möglichkeit, dringend gesuchte Fachkräfte zu erreichen und anhand überzeugender Bilder und Statements zu einer Bewerbung zu bewegen.

Selbst große Klickzahlen der Videos bedeuten allerdings nicht zwingend einen Erfolg hinsichtlich der Mitarbeitergewinnung. So kann ein Spot beispielsweise seine Wirkung verfehlen, wenn er in erster Linie als Unterhaltung und nicht als ein Aufruf zur Bewerbung wahrgenommen wird. Oder er ist so schlecht gemacht, dass es als Negativ-Beispiel Aufmerksamkeit erregt.

Aus diesem Grund gilt: Gut geplant, ist halb gewonnen. Über den endgültigen Erfolg bestimmt jedoch der Zuschauer. Schließlich ist er es, der entscheidet, ob er selbst Akteur im Unternehmen werden möchte.

 

Zum Abschluss noch ein gelungenes Recruiting-Video von Twitter:

 

Twitter Recruiting-Video:

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