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Rails Girls Summer of Code: Drei Monate Programmieren lernen mit ABSOLVENTA

Rails Girls Summer of Code: Drei Monate Programmieren lernen mit ABSOLVENTA

Frauen sind im Web Development – genau wie in anderen technischen Berufen – meist unterrepräsentiert. Das sah bis vor kurzem auch in unserer IT-Abteilung bei ABSOLVENTA nicht anders aus. Doch seit vergangener Woche gibt es im siebenköpfigen Development-Team weiblichen Zuwachs! Tam und Susanne nehmen am Rails Girls Summer of Code teil. Das heißt: Drei Monate Praktikum, drei Monate Programmieren, drei Monate lernen, lernen, lernen. Hier berichten die beiden, wie es ihnen als Einsteigerinnen im Web Development ergeht.
 

„Ich und Programmieren?“ – Dieser Gedanke war uns beiden bis vor einem halben Jahr fremd. Programmieren, das macht vielleicht der Kumpel, der Physik studiert oder der ehemalige Klassenkamerad, der sich nach Schulschluss freudig in sein dunkles Kämmerlein zum Zocken und Programmieren zurückzog. Beide tun dies vermutlich schon seit dem sie zehn sind. Dass wir mit Mitte zwanzig noch ernsthaft damit anfangen könnten, erschien völlig abwegig. Bis zu dem Zeitpunkt, als wir beide das erste Mal vom Rails Girls Summer of Code hörten.

 

„Furchtlose Revolutionäre und hilflose Kleinkinder zugleich“

Rails Girls Summer of Code, das ist ein Stipendium für Frauen, die den Quereinstieg ins Web Development wagen wollen. Vorbild ist der Google Summer of Code. Beide haben das gleiche Ziel: drei Monate Vollzeit an Open Source Projekten arbeiten und dabei lernen. Einziger Unterschied: Der Rails Girls Summer of Code richtet sich auch an Anfänger, in erste Linie Frauen. Das Projekt findet diesen Sommer zum ersten Mal statt. Ins Leben gerufen wurde der Summer of Code von den Rails Girls, einer Organisation Freiwilliger, die mittlerweile weltweit Wochenend-Workshops für Frauen anbietet, in der sie die Programmiersprache Ruby und das dazugehörige Framework Rails kennenlernen.

Doch wie ist es als Quereinsteiger und Anfänger in einen männerdominierten Bereich wie das Web Development vorzudringen? Wir fühlen uns wie furchtlose Revolutionäre – und hilflose Kleinkinder zu gleich. Anweisungen wie „Das musst Du in die Users Index View eintragen!“ oder „Du musst erst 'ne Migration machen und dann 'nen Commit machen und zu Git Hub pushen.“ können anfangs verwirrend bis angsteinflößend sein. Was für erfahrene Web Developer selbstverständlich ist, ist für uns meist (noch) ein unverständliches Rauschen. Dass das Rauschen bald verschwinden wird und stattdessen wohlige Klänge in unseren Ohren erklingen werden, dafür sorgen jeden Tag unsere Coaches Carsten und Felix. In mitunter mehrstündigen Unterrichtseinheiten werden wichtige Konzepte wie Testing erklärt.
 

Aller Anfang ist ... gar nicht mal so schwer

Kennengelernt haben wir – Tam und Susanne – uns in einem Workshop der Rails Girls Berlin im Februar dieses Jahres. Dort haben wir auch unsere ersten Zeilen Code geschrieben. Wir hatten Spaß daran und entschlossen uns, im Anschluss einer Projektgruppe beizutreten, die sich einmal pro Woche trifft und an einem anfängerfreundlichen Projekt arbeitet. Eigentlich sind wir eine Journalistin und eine Linguistin. Das Programmieren steht in einem willkommenen Kontrast zu den theorielastigen Inhalten des Unistudiums, ja es fühlt sich beinahe an wie ein Handwerk. Und so ist die entscheidende Strategie: Learning by doing.

An unserem ersten Tag bei ABSOLVENTA hieß es deshalb auch gleich von unserem Mentor: „Ich halte nichts davon, dass ihr euch lange einlest, fangt am besten sofort an.“ Gesagt, getan. Wir fühlen uns wie zwei Schwämme, die jedes Wort aufsaugen und wissen beide nicht, wann wir jemals soviel in so kurzer Zeit gelernt haben. Am Ende des Tages sind wir erledigt. Aber auch sehr zufrieden. Denn die Ergebnisse des Erlernten kann man meistens sofort sehen. Momentan freuen wir uns noch über Kleinigkeiten: Ein neuer Button, der beim Draufklicken auch tatsächlich auf die richtige Seite führt, ein Drop-Down Menü oder eine Tabelle, die Informationen speichern kann. Unser Projekt: Ein Programm, das es ermöglicht, im Hintergrund eines Systems laufende Ereignisse zu tracken. Wird der ABSOLVENTA-Newsletter beispielsweise einmal nicht abgeschickt, trudelt in der IT eine Benachrichtigung ein.
 

„Vier Augen sehen mehr als zwei“

Dass wir zu zweit arbeiten, oder als Pair, wie man unter Programmierern sagt, erleichtert vieles. Vier Augen sehen mehr als zwei und zwei Hirne speichern mehr als eins. Lässt sich eine Fehlermeldung auch nach einer halben Stunde Googlesuche nicht beheben, kommen uns entweder unsere Coaches Carsten und Felix zur Hilfe – oder eben einer der fünf anderen Rails Developer. Alles in allem fühlen wir uns gut aufgehoben. Die morgendlichen Stand-Up Meetings stellen schon nach einer Woche einen selbstverständlichen Punkt in der Tagesordnung da, genau wie das regelmäßige Abspeichern unseres Projektes auf GitHub. Der Weg zum Junior Developer ist noch ein langer, but we're on a Highway to Rails...

In ein paar Wochen werden wir euch an dieser Stelle berichten, wie es auf unserer Reise in die unergründlichen Tiefen von Ruby on Rails weitergeht.

Jetzt aber erstmal: Zurück an die Arbeit!

 

>> Hier geht's zu Tams und Susannes Blog!
 

Lies auch: 

>> Quereinstieg IT: Webprogrammiererin werden

>> Roter Faden im Lebenslauf verliert an Bedeutung

>> Ruby on Rails Stellenangebote

Über den Autor

Susanne Dewein
Susanne Dewein

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