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Orchideenfächer – Alles andere als nutzlos!

Orchideenfächer – Alles andere als nutzlos!

Sie werden Schwafler genannt, brotlose Künstler oder Taxifahranwärter. Es sind die Studenten der so genannten Orchideenfächer von denen hier die Rede ist. Ihr Name verweist dabei nicht nur auf die Schönheit und den Exotismus der Pflanzen, denen er entlehnt ist, sondern auf ihre scheinbare Nutzlosigkeit. Die Jobbörse ABSOLVENTA zeigt, wie man jedoch auch mit Orchideenfächern beruflich erfolgreich wird.

 

 

Die Exoten

Ihre Namen sind vielfältig und die sogenannten Orchideenfächer scheinen für den Nicht-Kenner auf den ersten Blick wie ein bunt dadaistisch durcheinandergewürfelter Haufen von Buchstaben. Die „Kleinen Fächer“ werden sie genannt, aus zwanghaft logischen quantitativen Gründen, bezogen auf die strukturelle Ausstattung, die Universitätsstandorte und natürlich die Studierendenzahl. Man findet unter ihnen die Paläontologie (Geowissenschaften), Metallurgie (Materialwissenschaften) oder Frisistik (Friesische Philologie), um einige der Kleinsten zu nennen.

Um sogleich ein Vorurteil zu beseitigen: Orchideenfächer sind keineswegs nur geisteswissenschaftliche Studiengänge, auch spezialisierte technische bzw. naturwissenschaftliche Studiengänge sind Teil davon. Diese sind meist sehr jung und vor allem praxisorientiert, wie z.B. „Medizinische Physik“ oder „Management natürlicher Ressourcen“. Im Gegensatz zu Studenten geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer sind die naturwissenschaftlichen Absolventen jedoch sehr gefragt am Arbeitsmarkt. Doch auch Geistes-und Sozialwissenschaftler sind am Arbeitsmarkt nicht chancenlos. Im Gegenteil, denn Hochschulabsolventen haben aufgrund ihrer universitären Ausbildung vielfältige Möglichkeiten im Berufsleben. Wichtig ist allerdings, nicht zu festgelegt zu sein.

Ein Orchideenfach studieren?

Purer Optimismus ist daher allerdings noch lange nicht angebracht. Absolventen von Orchideenfächern verdienen im Job im Schnitt ein Viertel bis zur Hälfte weniger als der Durchschnitt der Absolventen, arbeiten oft in Positionen, in denen ein Hochschulabschluss nicht notwendig ist und brauchen meist länger bis zur ersten regulären Stelle. Erst nach fünf Jahren nähert sich die Beschäftigungsrate der Absolventen der Orchideenfächer dem Durchschnitt aller Absolventen an. Daher sollte sich jeder Student zu Beginn eines Orchideenfach-Studiums fragen, ob er tatsächlich für sein Fach brennt. Stellt das Festlegen auf Orchideenfächer nur ein Verzögerungstaktik dar, um sich noch nicht festzulegen oder entspringt der Sympathie für einen Lehrer, sollte man es gleich lassen. Als Geistes- und Sozialwissenschaftler ist bei der Jobsuche nämlich noch mehr Durchhaltevermögen gefragt als bei den Kollegen aus anderen Studienbereichen.

Abschluss im Orchideenstudienfach – Was nun?

Auch wenn nur Wenige bestimmte Orchideenfächer studieren, muss man davon ausgehen, dass die Konkurrenz bei den nur wenigen freien Stellen (z.B. an Universitäten, in Kultureinrichtungen oder Forschungsinstituten) hoch ist. Für die Studienabsolventen der Orchideenfächer, bieten sich aber weitere vielfältige Möglichkeiten an, wenn sie bereit sind, über ihr Kernfach hinaus zu gehen und einen Quereinstieg hinzulegen.

Geistes- und Sozialwissenschaftler besetzen somit beispielsweise Positionen als Projektleiter, Key Account Manager, Marketingassistent oder Medienlektor. Die Arbeitgeber wissen dabei die Kundenorientierung und soziale Kompetenz der Geisteswissenschaftler zu schätzen, die außerdem wichtige analytische und kombinatorische Fähigkeiten mitbringen.

Es zählt der ganze Mensch

Studenten der Orchideenfächer müssen andere davon überzeugen können, wo und wie ihr Wissen im Arbeitsleben anwendbar ist. Deshalb empfiehlt es sich, bereits während des Studiums die Augen nach potenziellen Arbeitgebern bzw. Arbeitsbereichen offen zu halten und sich die ersten praktischen Erfahrungen bereits früh anzueignen. Denn Praxiserfahrung ist nicht nur für Geisteswissenschaftler der Türöffner für den Berufseinstieg. Auch Auslandssemester, Fremdsprachenkenntnisse oder ehrenamtliche Tätigkeiten sollten im Lebenslauf nicht fehlen, denn für die Unternehmen zählt meist der ganze Mensch und nicht allein das Fachwissen. Auch auf den Arbeitsmarkt zugeschnittene Abschlussarbeiten sind in diesem Kontext sinnvoll, damit eine Konkurrenz mit Absolventen aus anderen Studienbereichen möglich wird.

Der Weg zum Top-Arbeitsplatz

Ein guter Arbeitsplatz fällt nicht vom Himmel, vor allem nicht für die Absolventen der Orchideenfächer. Die Wahl des Studiums, der Studienverlauf selbst und die Aneignung von Zusatzqualifikationen, die sich bereits auf ein ausgewähltes Berufsfeld beziehen sind entscheidend, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren und nicht Jahre lang hinterherzuhinken.

Trotzdem: Zum Schluss zählt nicht die „richtige“ Studienrichtung sondern die richtige Einstellung. Wer für sein Fach brennt und sich mit Leidenschaft in die Arbeit stürzt, wird auch im Beruf vorankommen.

ABSOLVENTA wünscht dabei viel Erfolg!

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