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Werteverschiebung statt Lohnerhöhung: Mitarbeiterzufriedenheit nachhaltig steigern

Werteverschiebung statt Lohnerhöhung:  Mitarbeiterzufriedenheit nachhaltig steigern

Zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter und bringen gute Leistungen - ein Erfolgsrezept vieler Unternehmen. Die Formel lautet: Stimmen die Erwartungen der Mitarbeiter mit den Bedingungen im Unternehmen überein, steigt die Mitarbeiterzufriedenheit. Doch viele Unternehmen können den hohen finanziellen Erwartungen ihrer Mitarbeiter nicht standhalten und riskieren damit Unzufriedenheit, sinkendes Engagement, negative Reputation und schließlich hohe Fluktuationsquoten.

Eine Sackgasse? Nein, denn mit einem Blick in die menschliche Psyche und konkreten Maßnahmen können Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit trotz finanzieller Limits erhöhen - und die Werte ihrer Mitarbeiter ganz einfach verschieben.

Geld: Die Hauptmotivation vieler Arbeitnehmer

Nach wie vor liegen die Hauptmotivatoren vieler Arbeitnehmer in materiellen Belohnungen wie Gehalt, Prämien und Dienstwagen. Die Studie Workplace Survey 2010 bestätigt das. Demnach würden Gehalts- und Bonuserhöhungen drei Viertel der deutschen Spitzenkräfte motivieren, in ihrem Unternehmen zu bleiben - vor allen anderen Alternativen. Doch lediglich 37 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind laut geva-Institut mit ihrem Einkommen zufrieden. Beides zusammen ergibt für Unternehmen eine brisante Herausforderung, denn je wichtiger monetäre Werte sind, umso stärker ist auch ihr Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit. Haben monetäre Werte für einen Mitarbeiter also einen hohen Stellenwert und ist der Mitarbeiter gleichzeitig unzufrieden mit seinem Einkommen, wirkt diese Unzufriedenheit stärker negativ auf die Gesamtzufriedenheit als bei einem Mitarbeiter, der zwar unzufrieden mit seinem Gehalt ist, Geld für ihn aber nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Mitarbeiterzufriedenheit muss also nicht über das Erreichen von Einkommenszufriedenheit erfolgen, sondern kann auch durch das Verringern der Wichtigkeit von Einkommenszufriedenheit erreicht werden. Dabei ist es wichtig, Mitarbeitern alternative Werte zu Lohnerhöhungen aufzuzeigen, die stärker auf ihre Gesamtzufriedenheit wirken.

Glücksforschung: Emotionale Belohnungen wirken nachhaltiger

Der Grundstein für Zufriedenheit liegt im Belohnungssystem des menschlichen Gehirns. Wir unterscheiden zwischen materiellen (extrinistischen) und emotionalen (intrinistischen) Belohnungen, die beide von unserem Kopf gleich positiv bewertet werden. Der entscheidende Unterschied: Emotionale Belohnungen wirken nachhaltiger!

Ursache ist der abnehmende Grenznutzen materieller Belohnungen: Wir gewöhnen uns schnell an finanzielle Verbesserung und streben in Folge weitere Gewinne an, wobei das entstehende Glücksgefühl parallel dazu abnimmt. Geld bewirkt damit in Menschen kein natürliches Sättigungsgefühl, weshalb auch gut vergütende Unternehmen einer absoluten Einkommenszufriedenheit kaum nachkommen können. Die Glücksforschung zeigt zudem eine deutliche Überschätzung materieller Belohnungen: Glücksfaktoren wie Anerkennung, Spaß und Selbstverwirklichung werden gegenüber materiellen Dingen vernachlässigt, obwohl sie für die eigene Zufriedenheit gewinnbringender wären.

Für Arbeitgeber bedeutet das zweierlei. Zum einen, dass nachhaltige Mitarbeiterzufriedenheit langfristig nur über emotionale Belohnungen gewährleistet werden kann. Zum anderen, dass die Wichtigkeit von emotionalen Belohnungen im Werte-Kanon der Mitarbeiter an die Stelle von materiellen Belohnungen verschoben wird, sobald emotionale Belohnungen in der Unternehmenskultur erlebbar gemacht werden.

Um den Prozess der Werteverschiebung ins Rollen zu bringen, bedarf es also Serendipität. Das bedeutet, auf der Suche nach etwas anderem, etwas völlig unerwartetes, aber viel besseres zu finden. Ähnlich wie Medizin-Nobelpreisträger Sir Alexander Fleming, der auf der Suche nach Bakterien den Wirkstoff Penicillin entdeckt hat, können Mitarbeiter auf der „Suche nach Geld“ den Mehrwert von Wertschätzung und positivem Arbeitsklima entdecken.

Unternehmensinterne Communities als Instrument zur Werteverschiebung

Um Mitarbeitern diese Entdeckung und damit Serendipität zu ermöglichen, eignen sich unternehmensinterne Mitarbeiter-Communities. Sie funktionieren als Mischform zwischen einem Wikipedia und Facebook für Mitarbeiter und bieten eine ideale Plattform, um emotionale Werte wie Erfolge, Leistungen und Wertschätzung im Unternehmen zu transportieren. Damit sind unternehmensinterne Communities ein wesentliches Instrument zur Werteverschiebung und öffnen die Tür zu emotionalen Belohnungen für jeden einzelnen Mitarbeiter. Der Informationsaustausch in virtuellen Räumen ermöglicht eine Wertschätzung, die über alle Ebenen des Unternehmens sichtbar ist - von der News über das „Team des Monats“ bis hin zum Bericht über den erfolgreichen Projektabschluss in Echtzeit. Wiki-Funktionen unterstützen darüber hinaus die bereichsübergreifende Kollaboration und Teamarbeit. Wissens-Management wird damit ein selbstinitiierter Prozess, Networking löst sich von Ortsbeschränkungen und findet arbeits- und interessenorientierter statt. Mitarbeiter haben so die Möglichkeit, ihr Engagement im gesamten Unternehmen zu zeigen und die aufgelockerte Arbeitsatmosphäre aktiv mitzugestalten. Personalverantwortliche erkennen die Stärken von Mitarbeitern frühzeitig und können diese individuell fördern.

Die bereichsübergreifende Kommunikation vermittelt das Gefühl, nicht mehr nur Mitarbeiter, sondern gleichzeitig Mit-Unternehmer zu sein. Die Leidenschaft für die eigenen Tätigkeiten wird gefördert und Mitarbeiter fühlen sich schließlich mit ihrem Unternehmen verbunden. An dieser Stelle beginnt die Werteverschiebung der Mitarbeiter: finanzielle Forderungen werden unwichtiger, während emotionale Werte an Bedeutung gewinnen - die Mitarbeiterzufriedenheit steigt.



Seto Social HRGastartikel von Cornelia Horst - Social Media Personalmarketing Consultant bei seto social HR.

 

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