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Beruf oder Berufung?

Berufliche Alternative Lehrer?

Berufliche Alternative Lehrer?

Seit langem geistert das Thema Lehrermangel in Deutschland durch die Medien. Mythos oder Realität? Milchmädchenrechnung oder statistisch richtig? Die Fakten: Trotz der abnehmenden Geburtenrate werden jedes Jahr durchschnittlich 33.000 Stellen für Lehrer frei, es verlassen aber lediglich ca. 26.000 ausgebildete Pädagogen die Universitäten. Die Nachfrage ist also groß. Für viele Abiturienten und Studenten stellt sich dann die Frage, ob das Lehrewrdasein eine berufliche Alternative darstellt. Schließlich ist das Gehalt ordentlich und die Ferien lang. Durch den Mangel an Lehrkräften ergeben sich auch Optionen für Quereinsteiger.

Lehrermangel durch Pensionierungen, schwieriger Ausbildung und Praxisschock

Im europäischen Vergleich sind deutsche Lehrer am ältesten. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Pensionierungswellen so hoch ausfallen. Die didaktische Ausbildung ist zudem alles andere als leicht. Es ist aber auch keine Lösung, den Lehrplan an der Hochschule zu vereinfachen, denn gerade Lehrer müssen eine Top-Qualifikation nachweisen können. Sie vermitteln Wissen, Methoden und vor allem Werte an junge Menschen, weshalb ihre Bedeutung wichtiger ist, als der Ruf der "faulen" Lehrer verluten lässt. Lehrer stellen die Weichen für die Zukunft ihrer Schüler. Ein einfacheres Curriculum könnte die Lehramtsstudenten womöglich nur mangelhaft auf ihre anschließende Lehrtätigkeit vorbereiten.

Viele Referendare erleben an der Schule außerdem einen regelrechten Praxisschock. Sich jeden Tag vor bis zu 30 Schüler zu stellen bedarf einer gefestigten Persönlichkeit. Streitereien, aufmüpfige und lernunwillige Schüler sind beruflicher Alltag. Dies müssen auch viele Quereinsteiger für den Lehrerberuf erfahren, die zwar über das nötige Fachwissen verfügen, aber keine fundierte didaktische Ausbildung besitzen und von den Umständen überfordert sind.

Erhöhter Lehrerbedarf auf Grund der rasanten Wissensentwicklung

Ein weiterer Faktor für einen erhöhten Bedarf an optimal ausgebildeten Lehrern ist die Wissensgesellschaft. In der heutigen zeit ist Know-how der wesentliche Produktionsfaktor, nicht mehr länger Boden oder Kapital. Zum einen muss das Wissen der Welt vermittelt werden und zum anderen müssen Lehrer ihren Schülern Lernkompetenzen beibringen, damit die Schüler sich auch selbst Dinge aneignen können. Das Wissensschatz der Menschheit wird jeden Tag größer. Genau deswegen ist es wichtig, sich fortzubilden und sich fortlaufend das für einen selbst wichtige neue Wissen aniegnen zu können. Auch Erwachsene besuchen Seminare und Fortbildungen, um mit dden geänderte beruflichen Anforderungen mitzuhalten. Im Beruf wird man sonst von anderen überholt oder verdrängt.

Unterschiedliche Chancen für angehenden Lehrer

Der Lehrermangel bedeutet allerdings nicht, dass alle Lehrer die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Insbesondere die MINT-Fächer sind gefragt, da hier die größten personellen Engpässe herrschen. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sind gemessen an der Zahl der Studienbeginner relativ unbeliebte Studienfächer. Wer sich bereits zu Schulzeiten für diese Fächer begeistern konnte und in dem Bereich auch einen guten Universitäts-Abschluss in der Tasche hat, wird mit großer Sicherheit in die Wirtschaft statt (zurück) an die Schulen gehen. In der freien Wirtschaft winken mehr Prestige, ein besseres Gehalt und eine weniger stressiger Berufsalltag. Demgegenüber stehen aber zusammengerechnet ca. drei Monate Urlaub im Jahr und ein Beamtenverhältnis.

Im Studium Praktika absolvieren

Das alles sollte aber nicht der entscheidende Faktor sein. Vielmehr sollte nur Lehrer werden, wer diesen Beruf auch wirklich mit Überzeugung ausüben möchte. Glücklich wird man sonst  auf Dauer nicht. Die hohe Burn-Out-Rate der Lehrer ist ein deutliches Zeichen dafür. Für die Schüler ist es ebenso wenig gut, wenn sie von jemanden unterrichtet werden, der ohne Engagement und Motivation bei der Sache ist. Jedem, der mit dem Beruf des Lehrers liebäugelt, sei daher angeraten, schon im Studium Praktika an der Schule zu machen, und in dieser Zeit auch selbst Unterrichtsstunden durchzuführen. In anderen Ländern machen Lehramtsstudenten vom ersten Semester an in die Schule. Ein Modell, worüber man auch in Deutschland nachdenken sollte. Wenn jeder Student einen Tag die Woche an die Schule geht, können die Studenten dort Nachmittags auch Aufgaben wie z.B. nachhilfe übernehmen oder Workshops durchführen. In der Praxis an der Schule merkt man schnell, ob man für den Beruf gemacht ist oder nicht. Denn das Studium ist oft sehr theorielastig. Im Job selbst ist die Praxis aber mindestens genauso wichtig. denn als Lehrer vermittelt man nicht nur Wissen sondern ist immer auch Erzieher, Sozialarbeiter, Vertrauensperson, Ratgeber und vieles mehr.

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