Kurzarbeit: Personalkosten senken - Know-How der Mitarbeiter erhalten

Kurzarbeit: Personalkosten senken - Know-How der Mitarbeiter erhalten

Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind in Deutschland momentan über 1,3 Millionen Arbeitnehmer auf Kurzarbeit (Stand 07/2009). Zum Vergleich: Im August 2008 gab es nur etwa 40.000 „Kurzarbeiter“. Der Hauptgrund für die regelrechte Explosion der Kurzarbeit ist die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, die für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von minus 6 Prozent zur Folge hat. Eine Rezession dieses Ausmaßes ist in der Geschichte Bundesrepublik einmalig. Die aktuelle Krise bringt für viele Firmen hohe Auftragseinbußen mit sich. In der Folge gibt es Überkapazitäten und der Personalbestand ist höher, als es der Auftragslage entspricht.

Inhalt

  1. Personalkosten senken, Know-How der Mitarbeiter im Unternehmen erhalten
  2. Arbeitsverhältnis mit reduzierter Regelarbeitszeit und reduziertem Gehalt
  3. Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen

Personalkosten senken, Know-How der Mitarbeiter im Unternehmen erhalten

Den Unternehmen gibt das Instrument der Kurzarbeit die Möglichkeit, in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage die Personalkosten zu senken und so Kündigungen zu vermeiden. Das erlaubt den Firmen, das Know-How der eingearbeiteten Arbeitnehmer weiter im Unternehmen zu behalten. Wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder verbessert, muss die Firma nicht erst wieder neues Personal rekrutieren und es auch nicht einarbeiten.

Um Kurzarbeit und die Zahlung des Kurzarbeitergeldes für die Mitarbeiter bei der Arbeitsagentur zu beantragen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die beiden wichtigsten sind, dass ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegen muss, z.B. durch einen starken Rückgang der Auftragseingänge, und dass dieser Arbeitsausfall nur vorübergehend und nicht von Dauer ist.

Arbeitsverhältnis mit reduzierter Regelarbeitszeit und reduziertem Gehalt

Für den Mitarbeiter entspricht die Kurzarbeit einem Arbeitsverhältnis mit reduzierter Regelarbeitszeit. Die Arbeitnehmer arbeiten bei Kurzarbeit also über einen gewissen Zeitraum hinweg weniger. Im Durchschnitt liegt die Arbeitszeit von Kurzarbeitern ein Drittel unter dem regulären Niveau.

Bei Kurzarbeit reduziert sich allerdings auch das Gehalt des Mitarbeiters. Ein Teil des Verdienstausfalls wird zwar durch Zahlungen der Arbeitsagentur in Form eines „Kurzarbeiterentgelts“ ausgeglichen, dennoch ist die Einkommenseinbuße für die Betroffenen alles andere als erfreulich. Viel entscheidender ist aber die Tatsache, dass sie nicht arbeitslos werden. Für die meisten von der Kurzarbeit Betroffenen würde das die deutlich schlechtere Alternative darstellen.

Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen

Kurzarbeit ist normalerweise auf sechs Monate begrenzt. In außergewöhnlichen Situationen auf dem Arbeitsmarkt kann die Kurzarbeit jedoch bis zu 24 Monate lang gewährt werden. Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine solche außergewöhnliche Situation, so dass die Bundesregierung die Kurzarbeit und die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes in Folge dessen auf 24 Monate ausgeweitet hat.

>> Informationen und Musterbeispiele zu den Auswirkungen von Kurzarbeit auf das Gehalt bekommst du im zweiten Artikel zur Kurzarbeit.

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