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Interkulturelle Kompetenz

Interkulturelle Kompetenz

Interkulturelle Kompetenz ist ein wichtiger Soft Skill, den vor allem Personaler von international agierenden Unternehmen von Bewerbern erwarten. In Berufen, die eine internationale Zusammenarbeit erfordern, ist es wichtig, sich angemessen in fremden Kulturen bewegen zu können. Alles andere könnte den geschäftlichen Erfolg gefährden.

Interkulturelle Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, sich mit seinem Verhalten auch in fremden Kulturkreisen anzupassen zu können. Jede Kultur hat ihre Eigenheiten, die man erlernen kann. Zur interkulturellen Kompetenz gehört aber nicht nur, die kulturellen und gesellschaftlichen Eigenheiten zu kennen, sondern  vor allem diese zu respektieren und sich im Umgang mit Personen aus den Kulturkreisen entsprechend zu verhalten.internationale Flaggen

Nutzen interkultureller Kompetenz für Arbeitgeber

Firmen profitieren von Mitarbeitern mit interkultureller Kompetenz dadurch, dass sie auf einem internationalen Markt professionell auftreten können. Sie verhalten sich Kunden und Geschäftspartnern gegenüber respektvoll und in einer angemessenen Art und Weise. Das vergrößert die Chancen auf eine gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Geschäftsabschlüsse.

Interkulturell kompetente Mitarbeiter sind aber auch dann ein Erfolgsfaktor für Unternehmen, wenn keine geschäftlichen Beziehungen ins Ausland bestehen. Menschen, die in der Lage sind andere Menschen zu verstehen, verfügen in der Regel über viel Feingefühl und Selbstreflexion. Ein Verständnis anderer Verhaltensweisen und Denkmuster bringt auch in der Belegschaft eines Unternehmens eine positive Atmosphäre, da es dazu beiträgt, dass Konflikte gar nicht erst entstehen oder schneller beigelegt werden. 

Beispiele kultureller Unterschiede

Bei der interkulturellen Kompetenz spielt die Höflichkeit eine große Rolle: In einigen afrikanischen Ländern ist es eine Geste der Ehre höher gestellten Menschen nicht direkt in die Augen zu sehen. Westlich orientierte Länder empfinden es als unhöflich, während eines Gespräches auf den Boden zu schauen.

Vorsicht ist geboten bei der Kommunikation, ob mit oder ohne Worte. Sagt man einem frischgebackenen europäischen Ehemann, er sei dick geworden, ist dieser wohlmöglich beleidigt. Das ist auf den Umstand zurückzuführen, dass Europäer annehmen, nach der Hochzeit oder generell in Beziehungen lasse man sich gehen. Sagt man dasselbe zu einem Nordafrikaner, so wird dieser voller Stolz auf seine Ehefrau sein. Seine Leibesfülle ist ein Beweis dafür, dass er eine Frau geheiratet hat, die ihn gut versorgt.

Auch die Sprache mit Händen und Füßen, die oft gebraucht wird, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht, birgt Fallen. Das uns bekannte Zeichen für „Okay“ (Zeigefingen und Daumen formen ein „O“) ist in einigen osteuropäischen Ländern eine obszöne Geste.

Bei der interkulturellen Kompetenz geht es auch darum, über Unterschiede in der Wahrnehmung der Welt Bescheid zu wissen. Beispiel gefällig? Im Brasilianischen gibt es im Vergleich zu anderen Sprachen ungewöhnlich viele Wörter für Blau- und Grüntöne. Dies lässt darauf schließen, dass Brasilianer eine viel sensiblere Wahrnehmung dieser Farben haben.

All diese Beispiele zeigen, dass für die Kommunikation und die Einhaltung der Höflichkeitskonventionen mit Menschen anderer Kulturen eine große Sensibilität für deren Eigenarten erforderlich ist. 

Interkulturelle Kompetenzen lernen

Firmen richten interkulturelle Trainings aus, um Mitarbeiter gezielt in dieser Hinsicht zu schulen. In kulturspezifischen Trainings geht es darum, die Aspekte kennen zu lernen, die in der ausgewählten Kultur relevant sind.

Kulturunabhängige Trainings versuchen eine generelle Sozialkompetenz zu entwickeln und legen den Fokus unter anderem auf einen bewussten, kritischen Umgang mit Stereotypen. 

Wer aufgeschlossen ist, mit offenen Augen durchs Leben geht und immer an neuen Dingen und anderen Denkweisen interessiert ist, legt den Grundstein für interkulturelle Kompetenz. Auch Networking mit ausländischen Kollegen und Kommilitonen ist hier hilfreich.

Auch Reisen und längere Auslandsaufenthalte sensibilisieren für spezifische kulturelle Kontexte und schulen die interkulturelle Kompetenz. Wer im seiner Ausbildung oder im Studium die Möglichkeit hat, für eine Weile im Ausland zu leben, der sollte diese Chance ergreifen. Auslandssemester und Auslandspraktika sind starke Pluspunkte für Bewerbungen Hier sammelt man Erfahrungen fürs Leben und erweitert seinen Horizont: Man verbessert seine Sprachkenntnisse, wird selbständiger und lernt viele neuen Menschen kennen.

Interkulturelle Kompetenz ist im Zeitalter der Globalisierung auf dem Arbeitsmarkt daher ein großes Plus, in vielen Jobs sogar zwingende Voraussetzung.

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Über den Autor

Lisa Bouziane
Lisa Bouziane

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