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Gehaltsverhandlung und Gehaltserhöhung

Gehaltsverhandlung und Gehaltserhöhung

In unserer Serie Gehalt und Einstiegsgehalt widmen wir uns heute der Gehaltsverhandlung. Egal, ob es um die Frage nach dem Einstiegsgehalt für Absolventen beim Vorstellungsgespräch geht oder eine Gehaltsverhandlung mit dem Ziel einer Gehaltserhöhung für Young Professionals: Immer sind einige Do’s & Don’ts zu beachten. Die Jobbörse ABSOLVENTA nennt wichtigste Tipps und Tricks, damit Du erfolgreich aus der Gehaltsverhandlung kommst.

Vom passenden Zeitpunkt

Als Absolvent steht der Zeitpunkt Deiner Einstiegsgehaltsverhandlung ziemlich genau fest: Meistens kommt die Frage nach Deiner Gehaltsvorstellung am Ende des Vorstellungsgesprächs, eventuell wurdest Du bereits mit dem Einsenden Deiner Bewerbungsunterlagen dazu aufgefordert, einen Gehaltswunsch zu formulieren.

Als Young Professional gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Entweder beim Arbeitgeber- oder Positionswechsel. Hier gilt gleiches wie beim Berufseinstieg: Das Vorstellungsgespräch oder die Verhandlung über einen Jobwechsel innerhalb der Firma ist der richtige Zeitpunkt, über eine passende Vergütung zu sprechen. Wir betonen dies, da es tatsächlich Arbeitgeber gibt, die sich gerne vor dieser Frage drücken.

Die andere Möglichkeit für Young Professionals besteht darin, nach bestimmten Leistungen eine Gehaltserhöhung zu fordern. Dies kann z.B. ein abgeschlossenes Projekt sein, eine über-erfüllte Aufgabe oder eine erfolgreich abgeschlossene berufliche Fortbildung. Ist Deine Forderung dann nicht überzogen, handelt es sich im Grunde genommen nicht um eine Gehaltserhöhung, sondern eher um eine Anpassung der Bezüge. Schließlich leistest Du ja mehr.

Daniel Rettig empfiehlt in der Wirtschaftswoche: Vereinbare einen Termin mit Deinem Chef und sprich ihn nicht einfach zwischen Tür und Angel an. Thema des Termins muss nicht unbedingt Dein Gehalt sein, sondern etwa eine Diskussion Deiner Leistungen. So weiß Dein Chef trotzdem, was auf ihn zukommt.

Ungünstig ist immer der Zeitpunkt kurz vor einer Deadline oder zu Projektende. Ob es während der aktuellen Finanzkrise hingegen allgemein schlecht ist, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, daran scheiden sich die Geister. Viele Unternehmen derzeit ihre Gehaltstöpfe zusammen. Andererseits sind wir erst am Anfang der Krise und die Budgetplanungen der meisten Firmen stammen aus der Zeit vor dem finanziellen Abschwung. Außerdem: Jetzt braucht jedes Unternehmen hoch motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, um die wirtschaftliche Talfahrt zu überstehen. Wer dies seinem Chef glaubwürdig vermittelt, kann unter Umständen richtig punkten, so der Experte Martin Wehrle im Interview. Nach der Krise kommen dann übrigens alle mit ihren Wünschen. So wird Dein Stück des Kuchens immer kleiner.

Gute Vorbereitung und starke Argumente

Beginne die Gehaltsverhandlung nicht gleich mit Deiner Forderung. Stattdessen verweise zunächst auf Deine Erfolge im Unternehmen, so dass Dein Chef Dir zustimmt. Dabei gilt wie immer: In der Kürze liegt die Würze. Zähle also nicht endlos auf, sondern beschränke Dich auf Herausragendes. Bereite Dich gut vor und nimm Dir ruhig Notizen oder Nachweise mit in die Verhandlung, rät Florian Zick im Focus.

Gleiches gilt für das Einstellungsgespräch. Wahrscheinlich hast Du Deine Stärken und Kenntnisse bereits geschildert, nun gilt es sie prägnant zusammen zu fassen, was etwa so klingen könnte: „Aufgrund meiner praktischen Erfahrungen bei der Firma XYZ in dem gleichen Bereich, in welchem ich hier arbeiten soll, bin ich für den Job sehr gut qualifiziert. Deswegen halte ich ein Einstiegsgehalt von XX Euro im Jahr für angebracht.“ Verfügst Du über Spezialkenntnisse, die für die Stelle von Nöten sind und die Dich von den Mitbewerbern absetzen, hast Du hier gute Karten.

So, wie Du dabei nicht übertreiben solltest, gilt es auch, nicht zu zaghaft zu sein. Der Konjunktiv hat in Deinen Sätzen nichts verloren, „ich hätte gerne“ oder „100 Euro mehr wären schön“ brauchst Du gar nicht erst zu sagen. Auch Jammern hilft nicht, weder über die hohe Inflation noch über das höhere Gehalt des Kollegen. Dadurch hält Dein Chef Dich nur für eifersüchtig oder unfähig, mit Geld umzugehen.

Ein angemessenes Gehalt

Doch wie viel sollst Du nun konkret fordern? Für Young Professionals ist die Frage leichter zu beantworten. Sie sollten bei einem Jobwechsel durchaus zehn bis 20 Prozent mehr verlangen. Die gesammelte Berufserfahrung gilt hier als ausschlaggebendes Kriterium.

Für Absolventen ohne große Berufserfahrung ist die Bestimmung eines passenden Einstiegsgehaltes viel schwieriger. Du kannst Dich zwar bei vielen im Internet erhältlichen Studien nach dem Verdienst Deiner Vergleichsgruppe erkundigen, dies ist aber nur bedingt sinnvoll, da meistens zu wenige Daten erfasst sind. (Warum Du Gehaltsstudien mit Vorsicht genießen solltest, erklären wir Dir in der nächsten Folge unserer Serie Gehalt und Einstiegsgehalt.)

Vor dem Gespräch solltest Du für Dich Dein Mindesteinkommen bzw. Mindesterhöhung festlegen. In der Verhandlung startest Du dann mit einer vernünftigen Obergrenze. Dein Wunschbetrag liegt idealerweise in der Mitte. Und denk daran: alles unter drei Prozent reicht nicht einmal zum Inflationsausgleich.

Nein ist nicht gleich Nein

Natürlich wird Dein Chef Deinen Gehaltswunsch runterhandeln wollen oder gar ablehnen. Doch das bedeutet noch lange nicht das Aus für Dich. Nicht umsonst heißt es Gehaltsverhandlung. Wenn Du etwas nachgibst, fühlt sich Dein Chef ebenfalls besser, da er Dir etwas abgerungen hat (was Du paradoxerweise nie besessen hast).

Wirf nicht Dein bestes Argument als erstes in den Ring. Locke den Chef ruhig mit einem B- oder C-Argument aus der Deckung und bringe am Schluss Deinen Knüller. Denk daran: Dein Chef hat mit Sicherheit wesentlich mehr Gehaltsverhandlungen geführt als Du. Aber Studien haben gezeigt, dass auch Chefs nicht gerne mit ihrem Oberchef um ihr eigenes Gehalt verhandeln. Wir sind eben alle nur Menschen.

Nicht nur Bares ist Wahres

Kommst Du beim Thema Geld gar nicht weiter, weiche ruhig auf geldwerte Vorteile aus: Mitarbeiterrabatte, Monatskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel, Benzingutscheine oder das Fitnessstudio. Hier können sogar beide sparen, da solche Boni bis zu gewissen Beträgen für beide Seiten steuerfrei sind. Noch eine Möglichkeit: Erfolgsabhängige Bestandteile zum Grundgehalt oder Einmalzahlungen vereinbaren.

Zu guter Letzt

Sollten Deine Bemühungen gänzlich erfolglos geblieben sein, weil Dein Chef z.B. mit der Finanzkrise argumentiert, vereinbare einen Zeitpunkt, zu dem die nächste Gehaltsverhandlung geführt wird. Dies kann das Ende der Probezeit sein oder der Zeitraum von einem Jahr. Frage Deinen Chef auch, was Du in dieser Zeit tun kannst, um Dich für ein höheres Gehalt zu qualifizieren. Halte diese Hinweise ruhig schriftlich fest, so kannst Du Dich daran besser orientieren und später damit argumentieren.

Im Idealfall hast Du aber erreicht, was Du Dir gewünscht hast. Um der Vergesslichkeit des Chefs vorzubeugen wird allerorts empfohlen, nach der Gehaltsverhandlung die Ergebnisse niederzuschreiben und dem Chef als Erinnerung zu geben. Eine kurze Mail reicht normalerweise völlig aus.

Das bringt doch alles nichts?

Wenn Du jetzt denkst, dass Dir das alles zu anstrengend ist und Du keine Lust hast, mit Deinem Chef zu diskutieren, führe Dir doch bitte kurz folgende Fakten zu Gemüte:

  • Erstens: Wie der Job-Coach Martin Wehrle in seinem Buch "Lexikon der Karriere-Irrtümer" vorrechnet, bringen alleine 150 Euro mehr im Monat und das alle zwei Jahre nach 30 Berufsjahren 432.000 Euro mehr auf dem Konto. Das wiederum kann für einen ruhigen Renteneintritt sorgen.
  • Zweitens: Die reale Inflation liegt weit über der offiziell mit ca. drei Prozent angegebenen. Wer sich allein daran erinnert, dass bei Lebensmitteln heute oft eine größere Zahl vor dem Euro-Zeichen steht, als damals vor dem DM, weiß was gemeint ist.
  • Drittens: Mit der Berufserfahrung und eventuellen Fortbildungen steigt Deine Leistungsfähigkeit. Beim Autohändler musst Du für einen schnelleren Wagen auch mehr hinblättern.

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