Ein Argument gegen die Frauenquote, das keines ist

Ein Argument gegen die Frauenquote, das keines ist

Gegner einer Einführung der Frauenquote für Führungspositionen, Posten in Vorständen und Aufsichtsräten, führen immer wieder das Argument an, dass nicht eine Quote, sondern die Leistung bei der Besetzung der Stellen zählen soll. Das ist im Prinzip natürlich richtig. Allerdings nur unter der Prämisse, dass Leistung in der Realität auch wirklich das entscheidende Kriterium wäre.

FrauenquoteIn den männerdominierten Führungsetagen der meisten Unternehmen sieht die Realität aber anders aus. Dort zählt bei der Besetzung der Posten nicht allein die Leistung, sondern es ist fast immer auch eine Frage von Kontakten, Seilschaften, politischen Überlegungen und Co. Von daher ist das Contra-Argument, dass es nach Leistung gehen soll, ein scheinheiliges. Viel zu oft ist das Gegenteil der Fall.

Umdenken fördern

Dass ein honoriger Mann wie Ex-BDI-Chef Michael Rogowski vor Millionen Menschen in einer TV-Talkshow gesteht, er könne sich nur schwer vorstellen, sich im Beruf etwas von einer Frau sagen zu lassen, zeigt, dass sich in den Köpfen etwas ändern muss. Außerdem bestätigt er mit dem Satz – vermutlich ungewollt – dass es bisher tatsächlich nicht nach Leistung geht, sondern um fest verankerte und vor allem veraltete Rollenklischees.

Und genau da muss man ansetzen. Eine „Frauenquote“ (welch ein hässliches Wort) erscheint diesbezüglich als geeignetes Mittel, um den Prozess des Umdenkens in den Führungsetagen zu beschleunigen. So zeigen die letzten Jahre: Ohne eine verbindliche  Quotenregelung geht der Wandel nur sehr schleppend von statten.

Handeln statt Diskutieren

Dabei, so bestätigen Studien, sind Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in Führungspositionen erfolgreicher. Aus diesem Grund plädieren wir für weniger Reden und mehr Handeln. In diesem Fall geht probieren nämlich über ewig diskutieren.

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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