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"Erfolgreiche Bewerbungen brauchen eine eigene Handschrift"

"Erfolgreiche Bewerbungen brauchen eine eigene Handschrift"

Achim Krämer ist Geschäftsführer von JOBCOLLEGE BewerbungsPartner und bietet bundesweit Karriere- und Bewerbungsberatung an. Im Experten-Interview mit dem Karriere-Blog der Jobbörse ABSOLVENTA zeigt der langjährige Headhunter auf, was eine gute Bewerbung ausmacht und ob Zeitarbeitsfirmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für Akademiker eine Alternative darstellen. Zudem gibt Achim Krämer Empfehlungen für einen individuellen und langfristig erfolgreichen Karriereweg.

ABSOLVENTA Experteninterviews

Herr Krämer, was unterscheidet eine Bewerbung, die heutzutage erfolgreich sein soll, von einer Bewerbung, wie sie vor 10 Jahren geschrieben wurde?

Der Unterschied geht einher mit den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Bewerben  ist daher sehr dynamisch zu sehen und heute wie in der Zukunft mehr geprägt von der klaren Kommunikation der fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen auf die aktuellen Anforderungen der jeweiligen Firmen und Märkte.

Durch die EDV lassen sich heutzutage in einem kurzen Zeitraum deutlich mehr und auch deutlich günstiger Bewerbungen schreiben als früher. Macht  das Schreiben vieler Bewerbungen Sinn, oder sollte man stattdessen mehr Arbeit in die wirklich passenden Stellenangebote  investieren?


Achim Krämer im Interview mit dem ABSOLVENTA Karriere-Blog zum Thema Bewerbung und Karriere
Die ausgewogene Mischung macht es. Sicher muss sich auch der Bewerber organisieren. Es ist verlockend, mit ein paar Mausklicks mal eben 20 Bewerbungen zu verschicken.  Man sollte aber nicht „Spammen“, denn es besteht dabei auch Gefahr, seinen eigenen Namen zu „verbrennen“.  Eine individuelle Bewerbungsstrategie, die sich am eigenen Kompetenzprofil orientiert und sich auf passende Stellenangebote  ausrichtet, hat sicherlich mehr Aussicht auf Erfolg.

Was macht eine erfolgreiche klassische Bewerbung Ihrer Meinung nach aus?

Formal klar und sachlich und in der Aussagekraft kreativ, emphatisch  und kompetent - das ist zu empfehlen.  Wichtig ist eine eigene „Handschrift“ zu finden um den potentiellen Arbeitgeber zu überzeugen den Kandidaten kennenlernen zu wollen. Doch in unserer täglichen Praxis sehen wir immer mehr Standardbewerbungen, die entweder von Büchern oder anderen Quellen kopiert werden. Oder die Bewerbung wird einfach nur mit Floskeln bestückt. Personaler finden das nicht besonders prickelnd und sortieren gleich mal aus. Auch eine kreative Bewerbung von einem Freund oder Kollegen, der seine Bewerbung als Flaschenpost geschickt hat, ist nicht das Maß der Dinge. Der Schuss kann schnell nach hinten losgehen.

 

Bewerber sind oft selbst befangen, wenn es um die eigene Bewerbung geht. Wie weiß der Bewerber, ob er mit seinen Unterlagen gut aufgestellt ist ?

 

So wie Unternehmen sich professionelle externe Berater holen, um Ihre Ziele zu erreichen, haben auch Bewerber diese Möglichkeit, die Hilfe von Beratern in Anspruch zu nehmen. Bewerber sollten sich stets Feedback von unbefangenen und neutralen Personen suchen und sich am besten auch professionell beraten lassen. Schließlich ist der Bewerber „Unternehmer“  in eigener Sache, und schließlich geht es um den eigenen Job, die Existenz und das Geldverdienen.

 

Raten Sie Studenten, die (relativ) kurz vor ihrem Abschluss stehen, diesen in Zeiten der Rezession lieber hinauszuzögern oder macht es in jedem Fall Sinn, sein Studium zügig zu beenden und den Berufseinstieg zu suchen?

Es wäre gefährlich, zu einer künstlichen Verlängerung zu raten.  Es gibt auch Gewinner in der Krise und gute Jobs die vakant sind. Daher möchte ich die Frage nicht pauschal beantworten, denn das hängt von vielen Faktoren ab: Welche Berufsausrichtung  wird gewählt? Welche Kompetenzen sind vorhanden?  Wie sieht die Situation in den jeweiligen Arbeitsmärkten und Branchen wirklich aus?  Wenn es reelle Chancen gibt in die Berufspraxis einzusteigen, dann gebe ich ein klares „go to Job“.

Sollte ein Absolvent in absehbarer Zeit keine Beschäftigung in seinem Bereich finden, ist es ratsam eine Stelle oder ein Praktikum in einem anderen Bereich anzunehmen, um mehr Erfahrungen zu sammeln und sich breiter zu qualifizieren?

Eine gewisse Themenrelevanz für die Vita ist schon zu empfehlen. Von daher ist es sinnvoll am Kernthema zu bleiben. Hat jemand eine Ausrichtung zum Beispiel im Bereich Medical Engineering, kann er seinen beruflichen Radius vergrößern und sich im gesamten medizinischen Umfeld umschauen.

 

Viele Unternehmen planen in Zukunft weniger Geld für Stellenangebote auszugeben. Hat eine Initiativbewerbung dadurch wieder größere Chancen?

 

Ich halte nichts von einer Trendprognose. Am besten sollte man sich seinen Marktbereich genau anschauen und verfolgen. Bemühen Sie sich um Marktkenntnisse und Marktkompetenz! Dann wissen Sie genau, wie Ihre Zielbranche tickt, ob sie in Medien inseriert oder ob sie Initiativbewerber bevorzugt.

Persönliche Kontakte eröffnen nach wie vor gute Wege zu attraktiven Stellen. Wie gelingt es jemanden, ein hilfreiches Netzwerk aufzubauen?

Wir beraten und betreuen unsere Kunden schon lange im viralen Selbstmarketing. „Stille“ Mitgliedschaften und Accounts bei Xing, LinkedIn, Facebook & Co oder Twitter reichen nicht aus. Die genaue Vorgehensweise würde jetzt den Rahmen sprengen. „Tue Gutes und rede darüber“ ist schon mal der richtige Weg. Networking will gelebt sein. Dazu gehört der Dialog und eine möglichst offene Art, sein Wissen mit anderen zu teilen. Im besten Fall stellt man Kontakt zu Experten her, die sich genau in dem Themenumfeld bewegen, das man selbst anstrebt. Fachautoren können zum Beispiel sehr gute Multiplikatoren sein, um sich mit qualitativ hochwertigen Beiträgen als Co-Autor einzubringen.

Ist es  in so schwierigen Zeiten auch für Akademiker eventuell eine gute Alternative, sich an Zeitarbeitsfirmen zu wenden?

Ja durchaus. Es gibt allerdings große Unterschiede in den Vertragsmodalitäten und Geschäftsmodellen der einzelnen Gesellschaften. Hier empfehle ich eine genaue Prüfung der Chancen und Risiken. Im besten Fall kann man über diesen Weg zu einem Angestelltenvertrag kommen oder bekommt eine gute Referenz für die Vita.

Was empfehlen Sie Absolventen für ihren erfolgreichen Karriereweg?

 

Nicht nur Absolventen sollten den Mut haben, sich immer mehr auf Ihre Talente, Fähigkeiten und Kompetenzpotentiale zu konzentrieren und diese ständig zu erweitern und auszubauen, anstatt sich daran zu orientieren, was momentan am Markt gefragt ist. Nach der Marktlage zu gehen, birgt gewisse Risiken, denn die Arbeitswelt ist sehr dynamisch. Der globale Wandel der  Märkte und Wirtschaftsstrukturen gibt uns schon lange keine Garantien mehr für solide Prognosen. Wertschöpfung fängt zunächst bei jedem Einzelnen an. Mit welchen Kompetenzen kann ich Probleme und  Engpässe lösen? Kompetenzen sind als „Kapital“ zu sehen. In jedem Problem steckt immer auch eine Chance. Wer sich da ran traut, wird langfristig immer interessante Herausforderungen haben und eine nachhaltige Karriereentwicklung schaffen. Wenn die erworbenen Kompetenzen zudem optimal zu den persönlichen Wünschen und Neigungen passen, wird der Beruf zur Berufung, macht Spaß und sorgt für langfristigen und ganzheitlichen Erfolg.
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JOBCOLLEGE bietet einen kostenlosen Quick-Check an und überprüft Dein Anschreiben, Deinen Lebenslauf und Dein Bewerbungsbild wie ein Personaler. Im internen Bereich von ABSOLVENTA kannst Du Deine Dokumente hochladen und an Jobcollege senden. Anschließend bekommst Du ein telefonisches Feedback zu Deinen Bewerbungsunterlagen. Darüberhinaus bietet Jobcollege  u.a. Potentialanalysen, individuelle Bewerbungsoptimierung und entwickelt erfolgreiche Bewerbungsstrategien.

Lies weitere Experteninterviews zu den Themen Bewerbung, Berufseinstieg, Arbeitsmarkt und Karriere.

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Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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