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Erfahrungen mit ABSOLVENTA (33): „Geisteswissenschaftler können fast jedem Unternehmen helfen“

Erfahrungen mit ABSOLVENTA (33): „Geisteswissenschaftler können fast jedem Unternehmen helfen“

Daniel VillbrandtDaniel Villbrandt (28) studierte an der Universität Erfurt Literaturwissenschaft. Nach dem Master absolvierte er einige Praktika, verdiente sein Geld als freier Mitarbeiter in einer Online-Redaktion, arbeitete ehrenamtlich für ein Studentenmagazin und trieb nebenher seine Dissertation an. Er befasste sich intensiv mit den Möglichkeiten des Web 2.0, verfasste SEO-Texte und sammelte erste Erfahrungen im Online-Marketing. Über die Jobbörse ABSOLVENTA kam er nun an einen neuen Job bei der Rhiem Distribution Systems GmbH. In unserem Interview erzählt er, wie es dazu kam und was seine zukünftigen Aufgaben beim neuen Arbeitgeber sind.

Hallo Daniel, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Job. Wir freuen uns, dass es geklappt hat. Wie bist Du eigentlich auf ABSOLVENTA aufmerksam geworden?

Ehrlich gesagt durch meinen Finanzberater. Er hatte von euch gehört und riet mir, mal auf eure Webseite zu schauen. Das Konzept von ABSOLVENTA gefiel mir auf Anhieb, weshalb ich mich dann auch in die Lebenslaufdatenbank eintrug.

Wie lange hat es gedauert, bis Du die erste Jobanfrage erhalten hast?

Das hat bei mir etwas länger gedauert. Das liegt aber vermutlich mehr an meinem Studiengang, denn kaum ein Arbeitgeber sucht explizit nach einem Literaturwissenschaftler. Nach einigen Praktika habe ich mein Profil auf den neuesten Stand gebracht sowie eine neue, knackigere Beschreibung für mein Profil hinterlegt. Daraufhin bekam ich dann Jobanfragen.

Die Anfrage der Rhiem Distribution Systems GmbH war also nicht die einzige?

Richtig, es gab davor drei weitere Anfragen. Alle drei klangen sehr spannend, bei einem ging ich sogar ins Vorstellungsgespräch, das auch recht gut lief. Allerdings haben einige Faktoren nicht gepasst, weshalb ich mich letztendlich gegen die Job-Offerte entschied.

Du hast also nicht das erstbeste Angebot angenommen?

Ich kann mir vorstellen, dass es bei Geisteswissenschaftlern nach dem Studium zu einer kleinen Panik kommen kann. Doch ich bin dagegen, nur des Geldes wegen einen Job zu machen. Die Job-Anfragen waren gut, aber was nützt mir das, wenn ich nicht wirklich glücklich werde mit der Arbeit, weil private Faktoren dagegen sprechen? Ich finde, ein gesundes Selbstvertrauen darf auch ein Literaturwissenschaftler an den Tag legen.

Wie gestaltete sich die Jobanfrage Deines neuen Arbeitgebers?

Ich bekam über die Absolventa-Lebenslaufdatenbak eine E-Mail und bestätigte die Jobanfrage, nachdem ich mir die Stellenbeschreibung angeschaut hatte. Kurz darauf bekam ich eine weitere E-Mail, diesmal vom Geschäftsführer der Firma. Er stellte sich und das Projekt kurz vor und wir verabredeten ein Telefoninterview.

Wie verlief das Telefoninterview und wie ging es dann weiter?

Das Telefoninterview verlief sehr gut. Ich erfuhr detailliert, womit das Unternehmen sein Geld verdient und was man von mir erwarten würde. Danach stellte ich mich im Detail vor und wir unterhielten uns kurz über einige Aspekte des Jobs. Im Prinzip geht es darum, einen Webshop konzeptionell zu erarbeiten und dann strategisch sowie operativ zu steuern. Nach einer guten halben Stunde lud er mich zu einem persönlichen Gespräch ein. Dies war dann aber kein normales Vorstellungsgespräch, stattdessen sollte ich ein grobes Konzept für den Webshop vorstellen. Die Präsentation war sozusagen das Job-Interview.

Wie war der Tag der Präsentation?

Nachdem ich angekommen war, holte mich der Geschäftsführer des Start-Up ab und wir fuhren aufs Betriebsgelände. Bevor es zur Präsentation kam, gab es erst einmal Mittag zusammen mit dem Chef des großen Unternehmens, zu dem das Start Up letztendlich gehört, der ebenfalls bei der Präsentation anwesend sein würde. Danach stellte ich mein Konzept vor, in dem ich grob die Zielgruppe, die Logik und das Design des Shops erörterte und Marketingmaßnahmen diskutierte.

Und?

Offenbar hatte ich vieles richtig gemacht, da vor allem meine Philosophie für den Webauftritt überzeugte. Zudem habe ich von vornherein gesagt, dass ich weder ein Programmierer noch ein Designer bin. Ich weiß, wie so ein Webshop aufgebaut sein sollte und welche Strategien im Web 2.0 erfolgversprechend sind, aber das andere kann ich einfach nicht. Das war aber kein Problem. Es sitzen im großen Unternehmen bereits vierzehn Programmierer im Haus und auch an einem Designer wird es nicht mangeln. Die Jobbeschreibung hatte also nicht zu viel versprochen. Bei meinem neuen Job geht es eher um das strategische und operative, die technische Umsetzung wird dann das Team gemeinsam stemmen. 

Kannst Du uns etwas zum Vertragsinhalt sagen?

Die Stelle ist ziemlich gut bezahlt, vor allem wenn man meinen Studiengang berücksichtigt. Zudem ist es prinzipiell eine Halbtagsstelle. Ich hatte beim Vorstellungsgespräch von meiner Dissertation erzählt. Mein neuer Arbeitgeber möchte, dass ich Zeit dafür habe, auch weil man schlechte Erfahrung mit unzufriedenen Doktoranden gemacht hatte, die kaum zu ihrer Dissertation kamen. Um dem entgegen zu wirken, bot mir das Unternehmen eine Halbtagsstelle an. Man muss nun sehen, inwiefern dies mit der leitenden Position vereinbar ist. Aber allein, dass sich das Unternehmen auch für meine persönliche Weiterentwicklung einsetzt, finde ich schon toll. Der Vertrag ist auf zwei Jahre befristet. Allerdings sind beide Seiten an einer langfristigen Beziehung interessiert.

Kannst Du ein kurzes Fazit zu ABSOLVENTA ziehen und ein paar Tipps für andere Geisteswissenschaftler geben?

Ich halte ABSOLVENTA für eine sehr gute Plattform, die einem viele Möglichkeiten eröffnet. Allerdings könnt auch ihr nicht zaubern. ABSOLVENTA spiegelt den Arbeitsmarkt, und da muss sich ein Geisteswissenschaftler zurzeit mehr bemühen als vielleicht ein Ingenieur. Daher sollte sich jeder zuerst selber klar darüber werden, was er kann. Mit ein paar nachweisbaren Erfahrungen in bestimmten Tätigkeitsfeldern in der Tasche geht es dann im zweiten Schritt darum, dies den potentiellen Arbeitgebern klar zu machen. Daher sind sowohl die Fakten, sprich Lebenslauf, als auch die Präsentation durch das Anschreiben wichtig. Wer ein geisteswissenschaftliches Studium erfolgreich zu Ende gebracht hat, hat eine Menge drauf, das muss er aber auch den Unternehmen rüberbringen.

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