Das Einstiegsgehalt von Absolventen variiert stark.

Das Einstiegsgehalt von Absolventen variiert stark.
Gehaltsverhandlung am Ende eines Vorstellungsgesprächs: Welches Einstiegsgehalt darf man fordern? Und was sollte man sogar fordern, um nicht mangelndes Durchsetzungsvermögen zu signalisieren?
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  1. BWL ist nicht gleich BWL.

    Die Durchschnittswerte täuschen aber darüber hinweg, dass es speziell bei Wirtschaftswissenschaftlern stark auf den Studienschwerpunkt ankommt, bzw. auf den Bereich, in dem der Berufseinstieg gelingt. Die Werte schwanken zwischen 18.000 und 60.000 Euro/Jahr. Während der Median (50% der Einstiegsgehälter liegen darüber und 50 Prozent darunter) im Marketing und im Personalwesen „nur“ 38.000 Euro beträgt, sind es in den Bereichen Vertrieb, IT, Fertigung, Controlling und Einkauf 40.000 Euro. Einstiegsjobs im Bereich Forschung und Entwicklung werden im Schnitt sogar mit 41.000 Euro im Jahr entlohnt.

    Abb. 1 Einstiegsgehalt nach Funktionen (Quelle: Gehaltsstudie 2008)

    Noch etwas besser schneiden die auf dem Arbeitsmarkt verstärkt nachgefragten Ingenieure, Informatiker und Naturwissenschaftler ab: Uni-Absolventen erhalten beim Berufseinstieg etwa 43.000 Euro. Mit einem FH-Abschluss oder dem Bachelor in der Tasche beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt knapp 41.000 Euro.

  2. Viele Geisteswissenschaftler kriegen deutlich weniger Gehalt.

    Dagegen sind Geisteswissenschaftler oftmals deutlich schlechter dran. Zwar finden 95 Prozent von ihnen innerhalb eines Jahres nach ihrem Studienabschluss einen Job, doch das mittlere Einkommen von geisteswissenschaftlichen Jobeinsteigern liegt bei vergleichsweise niedrigen 22.500 Euro. Das ist allerdings vielfach der Tatsache geschuldet, dass etwa 50 % der Absolventen (z.T. mangels Alternativen) einen ersten Job annehmen, der nicht ihrer eigentlichen akademischen Qualifikation entspricht.

  3. Je größer die Firma, desto besser die Bezahlung.

    Laut der Gehaltsstudie 2008 spielt beim Einstiegsgehalt auch die Unternehmensgröße eine gewichtige Rolle. Als Faustregel gilt: Je größer die Firma, desto besser die Bezahlung. Bei Firmen mit weniger als 100 Mitarbeitern liegt das Einstiegsgehalt von Absolventen bei ca. 36.000 Euro. Bei einer Firmengröße von 100 bis 999 Mitarbeitern beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt knapp 38.000 Euro und bei Unternehmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern sind es ca. 40.000 Euro. Auf weitere 2.000 Euro mehr Gehalt im Jahr kommen Berufseinsteiger in großen Konzernen mit über 5.000 Angestellten. Die Unternehmensgröße macht also bis zu zehn Prozent aus.

    Abb. 2: Einstiegsgehalt nach Unternehmensgröße (Quelle: Gehaltsstudie 2008)

    Diese Unterschiede erklären sich u.a. dadurch, dass größere Firmen häufiger an Tarifverträge gebunden sind: Während nur 5 Prozent der Betriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern einem Tarifvertrag unterliegen, sind es bei Großunternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern knapp 60 Prozent. Zudem können sich große Konzerne aufgrund ihrer Marktmacht häufig die besten Nachwuchskräfte aussuchen, was sich in einem höheren Einstiegsgehalt für diese Top-Absolventen niederschlägt.

  4. Nord-Süd- und Ost-West-Gefälle.

    Das Einstiegsgehalt ist auch davon abhängig, in welcher Region in Deutschland der Job ausgeübt wird. Wenig überraschend: Es besteht ein West-Ost- und ein Süd-Nord-Gefälle. Die höchsten Einstiegsgehälter werden in Baden-Württemberg und Bayern mit knapp 41.000 gezahlt, die niedrigsten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 39.000 Euro. Doch geringe Lebenshaltungskosten gleichen das gemessen in realer Kaufkraft vielfach wieder aus.

  5. Vor Vertragsverhandlungen Infos einholen.

    Bei den vielen Zahlen ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. In jedem Fall ist es ratsam, sich vor Gehaltsverhandlungen Informationen über das Gehaltsniveau in der jeweiligen Branche und Region einzuholen und herauszufinden, ob die Firma einem Tarifvertrag unterliegt. Auch wenn man den Deutschen nachsagt, eher weniger über das liebe Geld zu reden, geben einem berufserfahrene Freunde und Bekannte vor einem Vorstellungsgespräch unter vier Augen sicher mal die eine oder andere Auskunft, wie hoch ihr Einstiegsgehalt ist oder war.

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