Denglisch-Wörterbuch (7) – Denglische Berufsbezeichnungen

Denglisch-Wörterbuch (7) – Denglische Berufsbezeichnungen

Was versteckt sich eigentlich hinter Berufsbezeichnungen wie „Manager Financial Sustainibility Relations“ oder „Key Account Manager“ ? Im siebten Teil unserer Denglisch-Serie gibt das Redaktionsteam der Jobbörse ABSOLVENTA Auskunft über denglische Berufsbezeichnungen, ihre Vor- und Nachteile und Tipps für den Umgang mit diesen Berufsnamen.

Die Historie (d)englischer Berufsbezeichnungen

Die englischen Berufsnamen haben sich bereits in den achtziger Jahren in Deutschland eingebürgert. Doch besonders ab dem Jahr 2000 gab es einen enormen Zuwachs englischer Titel in der deutschen Arbeitswelt. Vornehmlich, um ihnen ein exklusives und modernes Flair zu verleihen.

Dieser Trend ist momentan rückläufig, es haben sich aber viele „denglische“ Berufsbezeichnungen, also eine Mischung aus englischer und deutscher Bezeichnung wie Teamleiter, HR-Verantwortlicher oder Service-Kraft durchgesetzt.

Warum werden die Jobs auf Englisch ausgeschrieben?

Viele Unternehmen wollen sich modern und international darstellen und ihre Stellenangebote sollen das auch ausdrücken. Ein weiteres Problem ist, dass sich vermehrt Agenturen darum kümmern, vakante Stellen auszuschreiben und die Namensgebung in Hinblick auf bessere Vermarktung bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln. Dabei sind viele Jobsuchende von dieser eigentümlichen Stellenbezeichnung genervt.

Mit „Key Account Manager“ beispielsweise ist entweder ein Betreuer für Großkunden oder schlicht Verkäufer gemeint. Zusätzlich zu den teils unverständlichen Bezeichnungen kommt also auch ein Interpretationsspielraum hinzu, der den Bewerbungsprozess eher verkompliziert als vereinfacht.

Vor- und Nachteile der englischen Berufsbezeichnungen

Diese kryptisch anmutenden Berufsbezeichnungen wecken Assoziationen zu einem internationalen Umfeld, umfangreichen Berufserfahrungen und lassen Absolventen vermuten, dass sie erst gar nicht angesprochen werden sollen. Wenn allerdings nicht jeder diese Berufsbezeichnungen verstehen kann, schränkt sich dadurch natürlich die Zahl der Bewerber auf die vakante Stelle ein. Unternehmen könnten mit verständlicheren Berufsbezeichnungen eine höhere Anzahl an Bewerbungen erhalten und somit mehr Erfolg bei ihrer Kandidatensuche haben.

Stellenangebote genau lesen

Wenn Du Dich auf eine Stelle als „Key Account Manager“ bewirbst, solltest Du nicht überheblich sein und im Anschreiben kontinuierlich die deutsche Variante „Großkundenbetreuer“ verwenden. Du kannst aber anmerken, dass Du Erfahrungen in der Betreuung von Kunden hast.

Gegen Unsicherheiten beim ausgeschriebenen Tätigkeitsbereich hilft oft eine Nachfrage bei dem Unternehmen. Die Personalleiter, oder „Director of Human Ressources“, geben Interessenten gern Auskunft. Oft wird auch aus der Stellenbeschreibung klar, welches Kandidatenprofil gesucht wird. Daher empfiehlt es sich, die Stellenangebote aufmerksam durchzulesen.

Hier findet ihr eine Übersicht über die gängigen englischen Berufsbezeichnungen und ihre deutsche Entsprechung: 

(Key) Account Manager

(Groß-)Kundenbetreuer

Advertising Manager

Anzeigenbearbeiter, Planung und Durchführung von Werbung

Art Director

Chef der Werbeabteilung bzw. Werbegestalter

Brand Manager

Produktgruppen-Manager (Marketing von Markenprodukten)

Buyer

Einkäufer

Chief Executive Officer (CEO)

Leitender Direktor, Vorsitzender der Geschäftsführung, Vorstandsvorsitzender

Consultant/Inhouse Consultant

Berater zur Organisation und Optimierung von Abläufen in Unternehmen

Content Manager

Verantwortlicher für Internet-Inhalte, Online-Redakteur

Corporate Development Director

Leiter Unternehmensentwicklung

Customer Relationship Manager (CRM)

Dokumentation, Verwaltung und Organisation v.a. langfristiger Kundenbeziehungen

Customer-Service-Manager

Optimierung der Kundenbetreuungssysteme, auch Mitarbeiterführung im Kundenbereich

Freelancer

Selbstständiger oder freiberuflicher Mitarbeiter

Human Resources Manager

Personalleiter, Experte für Personalwesen

Professional, Young/Senior

Fachmann/-frau

Recruiter

Wirbt neue Mitarbeiter an

Sales Manager

Verkaufsleiter, Koordination der Verkaufsmaßnahmen, Beratung und Vertrieb

SEO (Search Engine Optimization) Manager

Sorgen dafür, dass Suchmaschinen Internetauftritte besser „wahrnehmen“

Supply Chain Manager

Steuert Koordination und Integration der an der Wertschöpfungs- bzw. Lieferkette beteiligten Partner

Trainees

Systematisch als vielfältig einsetzbare Nachwuchskraft aufgebauter Hochschulabsolvent

Warehouse Distribution Manager

Leitung und Koordination des Vertriebslagers, wickelt Kundenaufträge ab

 

Lies auch das Denglisch-Wörterbuch: Abkürzungen

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Der Intelligenztest
Schlauer Kopf?

Der Intelligenztest

Es existiert eine große Zahl von Intelligenztest-Verfahren. Manche wurden von unabhängigen Psychologen und Wissenschaftlern entwickelt, andere sind grober Unfug. Ein Problem ist allen gemein: Intelligenz kann nicht endgültig definiert werden. Deshalb können alle Tests immer nur ein auf bestimmte Intelligenzbereiche ...

Zum Artikel
Bewerbungsfoto: Der erste Eindruck zählt
„Say cheese“

Bewerbungsfoto: Der erste Eindruck zählt

Wir machen ständig Fotos für Facebook, Instagram oder Snapchat – aber wenn es um das Bewerbungsfoto geht, fällt das Lächeln plötzlich gar nicht mehr leicht. Verkrampft, verkniffen, unnatürlich – dabei wollte man doch freundlich, seriös und unglaublich kompetent wirken. Wir verraten dir, auf was es beim Bewerbungsfot...

Zum Artikel
Die klassische Bewerbungsmappe
Schön analog

Die klassische Bewerbungsmappe

Bewerbungsmappe – wie unmodern! Und überhaupt: Wer braucht die noch in Zeiten von Online-Bewerbung & Co.? Stimmt, Bewerbungsmappen werden stetig weniger nachgefragt. Dennoch bevorzugen rund 30 Prozent der Unternehmen diese Art der Bewerbung. Wenn du außerdem weißt, welche Inhalte in eine klassische Bewerbungs...

Zum Artikel