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Denglisch Wörterbuch (2): Marketing-Denglisch

Denglisch Wörterbuch (2): Marketing-Denglisch

„Quadratisch, praktisch, gut!“ – Die bekanntesten deutschen Werbesprüche sind in deutscher Sprache verfasst. „Man gönnt sich ja sonst nichts“ oder „Geiz ist geil“ kann gefallen oder nicht, die Aussage ist jedenfalls eindeutig. Doch obwohl nichts wichtiger ist, als eine verständliche Botschaft an den Kunden, sind Werbetexter und „Marketing Consultants“ die zuverlässigsten Anglomanen.

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Die Getreideflocken im Müsli heißen plötzlich „Cerealien“ und der französische Kinofilm „Les Chevaliers du Ciel“ kommt nicht als „Ritter des Himmels“, sondern als „Sky Fighters“ in die deutschen Kinos. Die großen amerikanischen Werbeagenturen sind für viele Werbetexter und Marketing-Experten übermächtige Vorbilder. Gelegentlich haben sie wohl auch das Gefühl, die Verwendung von Denglisch würde sie aus Hintertupfingen direkt in die Madison Avenue versetzen. Dabei sind ihre Denglisch-Erfindungen häufig arg- und sinnlos.

Verständlichkeit gleich Null

Laut der Studie des Instituts Endmark aus dem Jahr 2003 wurde von zwölf englischen Werbesprüchen nur einer annähernd verstanden. Die anderen wurden teils sehr verquer übersetzt: Der Sat.1-Slogan „Powered by emotion“ (von Gefühlen bewegt) wurde von den Probanden als „Kraft durch Freude“ und Mitsubishis „Drive alive“ (lebendiges Fahren) als „Überlebe die Fahrt“ gedeutet. Warum also nicht einfach auf deutsch?

Verwendung von „Buzzwords“

Marketing – und Werbefachleute sind ständig auf der Suche nach neuen Bezeichnungen für ihre Produkte und Dienstleistungen. Sie sollen prägnant sein, einen hohen Wiedererkennungswert besitzen und sich von Konkurrenzprodukten unterscheiden. Deshalb verwenden sie sogenannte „Buzzwords“, also Modewörter. Damit können sie Laien beeindrucken oder Altbekanntes interessanter und neu erscheinen lassen. Aus dem „Ortsgespräch“ wird nun also der „City-Call“.  Viele Neuschöpfungen gibt es vor allem in der relativ jungen Online-Marketing-Branche. Dort geht es vom „Corporate Citizenship“ über „on demand“ bis zur „Usability“ darum, den Umsatz einer Website zu steigern.

Accessibility Accessibility bedeutet „Zugänglichkeit“ oder „Verfügbarkeit“. Im Online-Marketing meint der Begriff die barrierefreie Gestaltung von Internetseiten. Mit bestimmten Web-Design-Vorgaben sollen Webseiten auch blinden oder älteren Menschen zugänglich gemacht werden.
advanced Etwas das den Titel advanced trägt, ist „fortgeschritten“ oder „erweitert“. Das Adjektiv wird von Marketing-Experten gerne verwendet, um Überlegenheit zu demonstrieren: „Advanced-Bank“ oder „Advanced-System“.
Benefitting oder auch Win-Win Aus Benefitting- („nützlich“) oder Win-Win-Beziehungen profitieren laut Marketing Consultants sowohl der Benutzer als auch der Werbetreibende. Der Nutzer erhält in der Regel eine Leistung die an eine Werbemaßname gekoppelt ist. Das kann zum Beispiel der Newsletter eines Unternehmens sein.
Branding Ein „brand“ ist der Markenname einer Firma. Branding bezeichnet die Verknüpfung von Marke und Konsument. Durch unterschiedliche Werbemaßnamen soll die Marke beim Konsumenten ein positives Image hinterlassen. Im Idealfall kann sich der Nutzer sogar mit dem Unternehmen identifizieren. Wichtig dafür sind zielgruppenspezifische Logos und Slogans mit hohem Wiedererkennungswert.
Committen, sich Wenn sich jemand committed, dann legt er sich verbindlich fest oder verpflichtet sich. Committen ist das Lieblingswort des Bahn-Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann: „Ich bin nach wie vor committed in Deutschland“.
Content Content ist der englische Begriff für „Inhalt“ oder „Gehalt“. In der Marketing- und Webebranche bezieht er sich vor allem auf Medieninhalte. Im Online-Marketing dient er dazu, User von der Suchmaschine auf die Website zu holen und damit ?Page-Impressions zu erhalten.
Corporate Citizenship Mit Corporate Citizenship wird das soziale und gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens beschrieben. Mit dem „Firmenengagement“ kann das Unternehmen beim Kunden ein positives Image hinterlassen und neue Mitarbeiter gewinnen. Beispiele: Engagement im Umweltschutz, Zusammenarbeit mit Hochschulen, Förderung von Kunst, Kultur und Sport.
Corporate-Identity Die Corporate-Identity ist die Firmenphilosophie, die nach außen und innen präsentiert wird. Sie zeigt sich beispielsweise in Unternehmensleitlinien, in der Unternehmenskommunikation, der hauseigenen Zeitschrift, Verhaltensregeln für Mitarbeiter und im „Corporate-Design“.
Couponing Couponing ist ein Marketinginstrument zur Kundenbindung und -neugewinnung. Nach Vorlage eines Coupons oder eines Gutscheins erhält der Kunde Rabatte oder Freikarten.
Credibility Die Credibility, also „Glaubwürdigkeit“ spielt vor allem im Marketing, in der Öffentlichkeitsarbeit und der Marktforschung eine große Rolle. Die hohe Glaubwürdigkeit eines Unternehmens trägt zu einem positiven Image bei.
Enabler Der Enabler ist ein „Möglich-Macher“. Er besitzt genügend Kenntnisse und Erfahrungen um eine Idee umzusetzen.
Freelancer Freelancer sind selbstständige, freie oder freiberufliche Mitarbeiter. In der Werbe-, Design- und PR-Branche sind Freelancer mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme.
Fruppie/Yuppie Fruppie steht für „Frustrated Urban Professional“, ein Yuppie ist ein  „Young Urban Professional“. Fruppies und Yuppies sind junge, gebildete und berufstätige Großstadtmenschen.
Launch Mit dem Launch wird die Markteinführung eines Produktes oder einer Dienstleistung bezeichnet. Besonders häufig wird das Wort im Zusammenhang mit der Veröffentlichung einer neuen Website verwendet. Wird ein bestehendes Produkt komplett erneuert, bezeichnet man das als „Relaunch“.
On demand On demand bedeutet „auf Nachfrage“. Der Begriff wird vor allem im Online-Handel in Zusammenhang mit Produkten oder Dienstleistungen verwendet, zum Beispiel Books- oder Videos-on-demand. Der Begriff ist positiv besetzt und wird darum häufig verwendet um darzustellen, dass etwas sofort, schneller oder flexibel funktioniert.
Page-Rank/SEO Der Page-Rank untersucht die Popularität einer Website. Das kann beispielsweise hinsichtlich Besucherzahlen, Anzahl der Links oder Qualität des Inhalts geschehen. SEO ist die Abkürzung für „Search Engine Optimization“, also die Suchmachinenoptimierung. SEO soll die Website bei der Google-Suche möglichst weit vorne positionieren.
Page Impressions (PI) Page Impressions, auf deutsch „Seitenaufrufe“, ermitteln wie häufig eine Website aufgerufen wird. Die Zahl ist vor allem für die Banner-Schaltung oder andere Online-Werbung wichtig.
Stakeholder Im Marketing-Zusammenhang übersetzt man Stakeholder mit „Meinungsmacher“. Sie beeinflussen die Meinungen anderer oder beschleunigen ein Projekt durch Überzeugungsarbeit.
Usability Das Wort Usability, also „Benutzerfreundlichkeit“, wird vor allem im Online-Marketing verwendet. Eine Internetseite muss beispielsweise den Sehgewohnheiten angepasst werden, damit sie möglichst gut genutzt werden kann.
Web-Napping Web-Napping ist ein Kunstwort aus „web“ und „kidnap“. Web-Napping versucht den Internetnutzer dazu zu bringen, auf ein verlinktes Logo oder Werbebanner zu klicken, um ihn auf eine andere Webseite zu „entführen“.

In den anderen Teilen unseres Denglisch-Wörterbuchs haben wir das Denglisch der Manager, der Marketing-Branche sowie der Consulter und der Banker vorgestellt. Zudem kannst Du hier die gebräuchlichsten Denglisch-Abkürzungen kennenlernen. Warum sich Kollegen aus ein und derselben Firma manchmal nicht verstehen, erfährst Du in unserem Hauptartikel Denglisch im Berufsalltag.

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Weitere Informationen zu Soft Skills, Rhetorik und vieles mehr erhältst Du in unserem Karriere-Guide.

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