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Denglisch Wörterbuch (4): Banker-Denglisch

Denglisch Wörterbuch (4): Banker-Denglisch

Womit beschäftigen sich Finanz-Experten am liebsten? Natürlich mit Absolute-Return- und Portable-Alpha-Strategien, mit Overlay-Mandaten und globalen Tractical Asset Allocations. Kaum ein Berufszweig kann mit so vielen englischen Fachbegriffen aufwarten wie die „Financial Market Terminology“, also die Finanz-Sprache.

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Banker haben einen eigenen Sprachjargon, der von Neologismen und Denglisch durchzogen ist. Die Wörter, Ausdrücke und Redensarten werden in der Finanzwelt täglich verwendet und von ihren Sprechern auch verstanden – so hofft man jedenfalls. Im Alltag kommt dieser Wortschatz allerdings selten oder gar nicht zum Einsatz. Die Finanz-Sprache ist nicht für Laien ausgelegt. Das ist seltsam, da die Kunden der Banken in der Regel Laien sind.

Viele Bankkunden verstehen die AGBs nicht

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut „Marketagent“ führte 2009 im Auftrag der ING-DiBa Direktbank Austria eine Umfrage zur Verständlichkeit der AGBs von Banken durch. Das Ergebnis: Jeder zweite der 500 befragten 19-69-Jährigen verstand die Geschäftsbedingungen seiner Bank gar nicht oder nur zum Teil. Nach Angaben der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ entsteht dadurch ein wirtschaftlicher Schaden von jährlich mindestens einer Milliarde Euro.

All-Time-High/All-Time-Low All-Time-High beziehungsweise All-Time-Low bezeichnen den historisch höchsten und niedrigsten Wert, den eine Aktie, ein Wertpapier oder eine Währung in ihrem Verlauf erreicht hat.
Ask/Bid Ask gibt den Kurs an, zu dem für ein Wertpapier Verkaufsaufträge vorliegen. Bit bezeichnet den Kurs, zu dem Kaufaufträge existieren.
Bad Bank Bad Bank, also „schlechte Bank“ kann man im Deutschen mit Abwicklungs- oder Auffangbank übersetzen. Eine Bad Bank ist ein von Banken ausgelagertes Institut zur Abwicklung fauler Wertpapiere oder Kredite. Das Bad-Bank-Konzept verwendeten in der Finanzkrise ab 2007 unter anderem Deutschland und die USA.
Benefit Der Benefit ist der Mehrwert eines Produkts oder einer Dienstleistung. Als „Consumer Benefit“ bezeichnet man den Teil eines Konzeptes, der den Verbrauchernutzen erläutert.
Blue-Chips/Small-Caps Blue-Chips sind umsatzstarke Aktien von repräsentativen Unternehmen, die sich in der Regel durch ein hohes ?Rating auszeichnen. Deutsche Blue-Chips sind beispielsweise die Siemens- oder Telekom-Aktie. Im Gegenteil dazu sind Small Caps unbedeutendere, kleine Aktiengesellschaften. Sie lassen größeren Raum für Spekulationen und Schwankungen.
Bond Bond ist der englische Ausdruck für ein festverzinsliches Wertpapier. Bonds sind also solche Wertpapiere, die während ihrer gesamten Laufzeit einen festen Zins haben. Beispiele sind Anleihen oder Pfandbriefe.
Cash-Cow Die Cash-Cow kann man im Deutschen mit „Geldkuh“ oder „Melkkuh“ übersetzen. Eine Cash-Cow ist ein Produkt oder eine Dienstleistung, die hohen Gewinn abwirft und dauerhaft „gemolken“ werden kann. Sie ist Teil der BCG-Matrix, die den Absatz von Produkten untersucht.
EBIT EBIT ist die Abkürzung für „Earnings Before Interest and Taxes“, zu Deutsch: Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Die betriebswirtschaftliche Kennzahl erläutert den Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum.
Factsheet/ Termsheet Factsheet ist die englische Bezeichnung für eine Faktenübersicht oder ein Datenblatt. Ein Termsheet ist nichts anderes als ein Zeitplan.
Freefloat Freefloat ist der „Streubesitz“, also der Aktienanteil einer Aktiengesellschaft, der sich nicht in festem Besitz sondern in Händen von vielen Aktionären befindet.
Gap Gap ist eine „Lücke“, die entsteht, wenn der Kurs einer Aktie über oder unter dem letzten des Vortages liegt. Weitergefasst handelt es sich dabei um einen Mangel, der behoben werden muss, beispielsweise: Wettbewerbsnachteile eines Unternehmens oder ein Mangel an Überzeugungskraft.
Going public Mit Going public wird der Börsengang einer Aktiengesellschaft bezeichnet, die zuvor noch nicht an der Börse notiert war.
Knock-Out-Schwelle/Schein Der Knock-Out-Schein ist ein „Verfallsschein“: Fällt der Kurs eines Basiswerts unter einen bestimmten Wert – die Knock-Out-Schwelle – wird der Knock-Out-Schein wertlos.
KPI KPI ist die Abkürzung für „Key Performance Indicator“. Der KPI ist betriebswirtschaftliche Kennzahl, mit der Aussagen zur Effizienz von Prozessen getroffen werden können.
Market-Outperform/ Market-Performer Market-Outperformer ist die Bezeichnung für eine Aktie, deren Kursentwicklung nach Expertenmeinung besser als die des Gesamtmarktes sein wird. Für solche Aktien werden dann Kaufempfehlungen gegeben. Market-Performer bezeichnen hingegen Aktien, dessen Kursentwicklung gleich gut oder schlechter als die des Gesamtmarktes sein wird.
Offshoring Offshoring bedeutet, dass unternehmerische Prozesse ins Ausland verlagert werden. Vor allem weltweit tätige Unternehmen verlagern kostenintensive Dienstleistungen wie Beratung oder Softwareentwicklung in Niedriglohnländer.
Private Equity Private Equity bedeutet auf Deutsch: Außerbörsliches Eigenkapital. Es handelt sich dabei um privates Beteiligungskapital, das nicht an Börsen handelbar ist.
Put oder auch Call Der Käufer eines Puts oder Calls erwirbt sich das Recht, innerhalb einer bestimmten Zeit eine festgelegte Menge von Wertpapieren zu einem festgesetzten Preis zu verkaufen. Der Grund: So kann er ein Wertpapier bei sinkenden Kursen loswerden, bevor es ganz abstürzt.
Rating Rating-Agenturen beurteilen die Bonität, also die Kreditwürdigkeit, eines Schuldners. Das Verfahren ist standardisiert, beginnt bei AAA für höchste Zahlungsfähigkeit und endet bei C für geringe Zahlungswahrscheinlichkeit.
ROE Der ROE oder „Return of Equity“ ist die englische Bezeichnung für die Eigenkapitalrentabilität.  Diese betriebswirtschaftliche Kennzahl bezeichnet den Quotienten aus dem Jahresüberschuss und dem Eigenkapital.
Shareholder-Value Shareholder-Value ist der Gewinn oder die Rendite (value) der Aktionäre (shareholder). Diese hoffen darauf, dass ihr Unternehmen ständig steigende Aktien-Kurse vorweist.
Subprime Crisis Subprime Crisis ist eine andere Bezeichnung für die US-Immobilienkrise, mit der im Sommer 2007 die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise begann.

In den letzten Teilen unseres Denglisch-Wörterbuchs haben wir das Denglisch der Manager, der Marketing-Branche und der Consulter vorgestellt. In der nächsten Folge unserer Serie präsentieren wir Dir das Denglisch der Informatiker. Warum sich Kollegen aus ein und derselben Firma manchmal nicht verstehen, erfährst Du in unserem Hauptartikel Denglisch im Berufsalltag. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Weitere Informationen zu Soft Skills, Rhetorik und vieles mehr erhältst Du in unserem Karriere-Guide.

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