Denglisch Wörterbuch: das Denglisch der Consulter.

Denglisch Wörterbuch: das Denglisch der Consulter.
Gerade die Berater-Branche tendiert zu einem oft schwer verständlichen Fachwortschatz.
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  1. Englisch ist Standardsprache.

    Häufig jedoch bleibt den Unternehmensberatern gar nichts anderes übrig, als Anglizismen zu verwenden: Die meisten Analysewerkzeuge stammen aus dem angelsächsischen Raum. Unternehmensberatungen sind in der Regel international tätig und auch unternehmens­interne Projektunterlagen werden gewöhnlich in englischer Sprache verfasst.

    So sind Meilensteine für Unternehmensberater „Milestones“, die Messlatte ist die „Benchmark“ und „Learnings“ verwenden die Berater statt Erkenntnisse. Viele Begriffe ließen sich eigentlich leicht ins Deutsche übersetzen. Die Sprache der „Consulter“ neigt zu Übertreibungen und einer gewissen Grundhysterie: Die „Top Executives“ und das „Human-Resources Department“ stehen im ständigen „War for Talents“.

  2. Die wichtigsten Fachbegriffe.

    Damit du dich im Denglisch-Dschungel nicht verirrst, bietet dir ABSOLVENTA hier eine Übersetzung der wichtigsten Anglizismen.

    Beauty Contest Bei der Ausschreibung eines Projektes stellen verschiedene Beratungen ihre Vorzüge dar, der „schönste“ Vorschlag gewinnt.
    Bottom-up und Top-down Bei Bottom-up und Top-down handelt es sich um zwei entgegengesetzte Herangehensweisen an Problemstellungen. Dabei wird vom Speziellen aufs Allgemeine geschlossen, bzw. vom Konkreten aufs Abstrakte.
    Challengen „Wir müssen den Entwurf noch challengen“ bedeutet, dass die Vorschläge „herausgefordert“, also kritisch geprüft werden müssen.
    Critical path Mit der „Kritischen Pfad Methode“ wird die Mindestdauer eines Projektes bestimmt. Das Projekt wird dafür in Teilprozesse aufgegliedert, die unbedingt erledigt werden müssen, damit es pünktlich abgeschlossen werden kann.
    Down- und Upstream „Stromabwärts“ beziehungsweise „stromaufwärts“ bezeichnet den Güterfluss in einer Hierarchie. Oben sind die Zulieferer angesiedelt und unten die Abnehmer.
    Executive oder auch Management summary Dabei handelt es sich um die Zusammenfassung der „Key findings“, also der wichtigsten Projekt- und Analyseergebnisse.
    Gestreamlined Im Fachjargon werden die BWL-Absolventen mit den „stromlinienförmigen“ Lebensläufen als gestreamlined bezeichnet. In der Beraterbranche geht der Trend jedoch auch zu Exoten mit einer interessanten Persönlichkeit.
    Going Live Going Life bezeichnet die Umbruchphase in einer Firma, in der nicht produktiv gearbeitet werden kann. Solch eine Umbruchsphase kann bspw. durch eine neue Software auf den Firmenrechnern ausgelöst werden.
    High level view Die „Vogelperspektive“ stellt durch den Blick von oben komplexe Sachverhalte in einem Gesamtüberblick dar, ohne sich im Detail zu verlieren.
    HOD Montags bis donnerstags arbeiten die Unternehmensberater in der Regel vor Ort, freitags ist der „Home Office Day“, bei dem die Berater von zu Hause aus arbeiten können.
    Leveragen Wenn ein Berater davon spricht, dass ein Kunde sein Marktwissen besser „leveragen“ soll, dann meint er, dass dieses wirksamer eingesetzt werden muss.
    Milestones „Meilensteine“ sind im Projektmanagement wichtige Zwischenstationen. Ob sie erreicht wurden, wird in der Meilensteinsitzung überprüft. Sind alle Milestones erfüllt, kann das Projekt umgesetzt werden (go ahead). Ansonsten muss es überarbeitet werden (rework) oder wird abgelehnt (stop).
    On the beach Die On-the-Beach-Phase ist die Zeit zwischen zwei Projekten. Der Berater ist keinem Kunden zugewiesen und führt beispielsweise interne Studien durch.
    Outsourcing Outsourcing, der wohl wichtigste Begriff der Beratersprache, ist ein englisches Kunstwort, gebildet aus „outside resources using“. Auf Deutsch: Nutzung auswärtiger Quellen oder Möglichkeiten. Unternehmen können Ressourcen auslagern (Fremdfirmen), ausgründen (Tochterfirmen) oder ausgliedern.
    Out-of-the-box Dieser Ausdruck beschreibt in der Beratersprache besonders ungewöhnliche, kreative Lösungsansätze.
    Plug and Play Ganz nach dem Motto: Computer „anschließen und loslegen“ muss der Berater immer und überall einsetzbar sein.
    PMI Unter der „Post Merger Integration“ versteht man Projekte, die Prozesse und Kulturen nach der Fusion von Unternehmen zusammenführen sollen.
    PMO PMO ist die Abkürzung für „Project Management Office“. Das Projektbüro übernimmt Koordinierungsaufgaben im Beratungsteam. Es wird häufig von jungen Beratern geführt.
    Quick wins Unter dem „schnellen Erfolg“ versteht man die Strategie, zunächst jene Vorhaben zu realisieren, die schnell zu sichtbaren Ergebnissen führen. Die Resultate tragen durch ihren plakativen Charakter dann dazu bei, Akzeptanz für Neuerungen zu schaffen.
    Quick and Dirty Beratungen funktionieren oft nach dem Motto: „Schnell und dreckig“. Akribische Detailarbeit können sich die wenigsten Berater leisten, es zählt das große Ganze - so schnell wie möglich.
    Rightsizing Rightsizing ist ein beschönigter Ausdruck für ?Downsizing, also die Verbrauchsreduzierung. Das kann beispielsweise durch die Reduktion von Mitarbeitern oder Standorten geschehen.
    Sabbatical oder auch Leave Abgeleitet vom Sabbatjahr beschreibt Sabbatical eine Auszeit die Berater nehmen können, um die Welt zu bereisen oder einen MBA zu absolvieren.
    Staffing Als Staffing bezeichnen Berater die personelle Besetzung eines Projektes.
    Up or out „Hoch oder raus“ – nach dem Motto funktionieren Beraterkarrieren: Entweder du wirst befördert, oder du kannst dich nach einem neuen Job umsehen.
    Work hard, play hard Ganz nach dem Motto „wer hart arbeitet kann auch hart feiern“ beginnt nach offiziellem Arbeitsende für viele Berater der inoffizielle Teil an der Bar des Hotels, in Clubs oder Restaurants.

     

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