Complex man – Die vielen Facetten einer Person

Complex man – Die vielen Facetten einer Person

Der complex man erfasst zum ersten Mal in der Geschichte der Arbeitspsychologie die Individualität des Menschen mitsamt seinem ständigen Wandel. Zuvor gingen alle Konzepte des Arbeiters von einem stabilen Individuum aus. Der homo oeconomicus und der social man waren eindimensional in ihren Bedürfnissen. Sie strebten nach angemessener Entlohnung oder sozialer Anerkennung. Mit dem self-actualizing man diskutierten die Wissenschaftler die sich verschiedenen Bedürfnisse eines Menschen. Aber auch sie setzten ein starres Individuum voraus, dass sich zwar von anderen Individuen unterscheidet, aber selbst aus andauernden Strukturen besteht. Doch Menschen entwickeln sich und sind Veränderungen unterworfen. Ein junger alleinstehender Mann hat andere Bedürfnisse als derselbe Mann zwanzig Jahre später, wenn er eine Familie gegründet hat. So dürfte das Sicherheitsbedürfnis beim gereiften Mann viel stärker ausgeprägt sein. Aber nicht nur über einen langen Zeitraum unterliegt der Mensch einem Wandel. Der junge Mann hat als normaler Angestellter eines Unternehmens ganz bestimmte Wünsche, die das Unternehmen zu erfüllen versucht, z. B. Gehaltsvorstellungen und Arbeitszeiten. Gleichzeitig bekleidet er im selben Unternehmen ein repräsentatives Amt und kümmert sich um die Belange der anderen Arbeitnehmer. In dieser Funktion hat er andere Bedürfnisse als in seiner ausgeübten Tätigkeit.

Es ist also durchaus möglich, dass ein und dieselbe Person einem ständigen Wandel seiner Bedürfnisse unterliegt. Die Idee des complex man ist zumindest teilweise in der Lage, diese Veränderungen zu erklären. Motive sind komplexe Muster, die sich überschneiden und gegenseitig beeinflussen. Um diesen Herr zu werden, bedient sich ein Individuum der unterschiedlichsten Mittel. Die Vielfalt seiner Instrumente, um individuelle Bedürfnisse zu befriedigen, muss sich auch in den Strukturen des Unternehmens wiederfinden. Ansonsten könnte dies zu einem unproduktiven Gebrauch an Humanressourcen führen. Der complex man bringt daher die anderen Menschenbilder der Arbeitspsychologie zusammen. Weder homo oeconomicus, social man, noch der self-actualizing man waren falsch. Sie sind nur unvollständig.

Der complex man erfordert einen flexiblen Führungsstil

Durch den complex man erkannten die Personalverantwortlichen auch, dass es keinen einzig richtigen Weg gibt, es keinen geben kann. Ein guter Leiter muss deshalb über verschiedene Motivationsstrategien verfügen, will er seine Arbeit gut machen. Dies ist auch zugleich sein größtes Problem. Ein Manager sollte eine gute Auffassungsgabe haben und über Soziale Kompetenzen verfügen. Er muss die Persönlichkeit seiner Mitarbeiter erkennen und sie so führen, dass sie sowohl für das Unternehmen als auch für sich selbst die optimalen Ergebnisse erzielen. Die hohen Ansprüche an die Unternehmensleiter verlangen eine hochwertige Ausbildung, die nicht immer leicht zu finanzieren ist. Lösungen sind zudem situationsabhängig, es existiert kein allgemeines Rezept für eine ökonomisch sinnvolle und gerechte Unternehmensführung. Dies erschwert die Organisation erheblich, da Firmen einen großen Aufwand in ihrer Planung und dem täglichen Arbeitsablauf betreiben müssen. Schlussendlich lohnt sich dieser Aufwand jedoch, denn eine zufriedene Belegschaft ruft ihr gesamtes Personal ab und trägt somit maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens bei.

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