Motivation finden im Selbstversuch – Natur, Sport, Teamwork

Motivation finden im Selbstversuch – Natur, Sport, Teamwork

Absolventa Team im ParkSonne macht glücklich, Sport motiviert, Spaß verbindet. Es gibt gute Gründe, das Büro ab und an gegen eine Portion Frischluft zu tauschen. Besonders die Generation Y lässt sich mit sportlichen Ausflügen in der Natur motivieren. Warum das Outdoor-Abenteuer im Team besonders beflügelt und wie Arbeitgeber- und Arbeitnehmer langfristig davon profitieren? Ein Erfahrungsbericht unserer Redakteurin Luise Köhler (26).

Erschöpft liege ich auf der Wiese. Schweißtropfen brennen in den Augen, Mücken fallen über mich her, meine Beine sind schwer wie Blei. Wie durch Watte höre ich die Trainerin sagen, dass wir jetzt zurück laufen. Mein Kollege Michael reicht mir schmunzelnd die Hand und hilft mir hoch. Wankend klatsche ich ein: „Geschafft.“

Gemeinsam sind wir stark

Die trabende Herde joggt locker zurück in Richtung Büro. Sandra, Martin, Franz – so hab ich meine Kollegen noch nie gesehen. Ein bisschen müde sehen sie aus, aber glücklich. „Das machen wir jetzt jede Woche!“, da sind sich alle einig. Wer hätte das gedacht? Wir erleben unser ganz persönliches Bootcamp in der Stadt, mit den Kollegen – und das freiwillig.

Und genau das macht es auch besonders. Wir alle wollten die sportliche Herausforderung. Es gibt keinen, der sich zu etwas gezwungen fühlt und das merkt man deutlich an der Stimmung im Team. Im Park motivieren wir uns gegenseitig, keiner wird zurückgelassen oder ausgebuht. Im Gegenteil: Ich muss ehrlich gestehen – auch wenn unser Umgang im Büro sehr freundschaftlich ist – mit soviel Loyalität meiner Kollegen habe ich nicht gerechnet. Bereits bei der ersten Übung war klar, wir ziehen das als Team durch. Und nur so habe ich es auch geschafft, dran zu bleiben und weiter zu machen.

Grenzen überwinden

Inzwischen sind rund fünf Wochen vergangen. Unsere Sportgruppe ist ein bisschen kleiner geworden, aber ein wenig Schwund ist ja immer. Alle, die am Ball geblieben sind, bewegen sich in meinen Augen ganz anders durchs Büro. Denn neben dem ohnehin schon guten Gefühl, das sich nach sportlicher Betätigung einstellt, hinterlässt unser Bootcamp-Training noch etwas anderes. Und damit meine ich nicht den Muskelkater am nächsten Tag. Es ist das Gefühl, man könne alles schaffen.

Das neu gewonnene Selbstbewusstsein trage ich nun Tag für Tag mit ins Büro und das wirkt sich äußerst positiv auf meine Arbeitseinstellung aus. Anstatt unangenehme Aufgaben vor mir herzuschieben, wende ich jetzt das Bootcamp-Prinzip an: Augen zu und durch. Was mich motiviert, ist vor allem die Aussicht auf das Gefühl, wieder etwas von der To-Do-Liste abzuhaken. Scheinbar unlösbare Probleme gehe ich jetzt einfach an, ohne im Vorhinein alles zu zergrübeln. Das wiederum macht mich viel produktiver und ich wachse im Arbeitsalltag immer wieder über mich hinaus.

Adieu, Denk-Blockaden!

Das Training an der frischen Luft hat noch eine andere, wertvolle Nebenwirkung: Es macht den Kopf frei. Gerade nach einem Tag voller Marathon-Meetings und Informationsfluten, die auf einen einströmen, ist die körperliche Ertüchtigung eine willkommene Abwechslung. Sobald ich meine Laufschuhe angezogen habe, ist der Alltag vergessen und ich konzentriere mich voll auf meinen Körper und die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Kurz: Ich kann mal richtig abschalten. Und das ist für den eigenen Erfolg ganz elementar. Schließlich hilft es enorm, die Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und Denk-Blockaden zu überwinden.
 

Absolventa Sport Team
Team vor Ego

Doch mal abgesehen von den positiven Auswirkungen auf jeden einzelnen, hat das Training im Park unserem Team-Spirit neu belebt. Einige Bootcamp-Teilnehmer sind zu einem Wettkampf gefahren, neue Kletter-, Fuß- und Volleyballgruppen wurden gegründet und die Marketing-Abteilung hat sich zum Teambuilding in den Hochseilgarten begeben. Wir haben jetzt sogar einen Meeting-Raum im Turnhallen-Look.

Es scheint so, als sei der Sportsgeist die neue Arbeitsmoral. Das wohl allerbeste daran: Wir kommunizieren besser. So haben wir nicht nur Denk-, sondern auch zwischenmenschliche Blockaden abgebaut. Und das hilft der ganzen Firma, schneller voran zu kommen. Die Meetings werden effizienter: „So, jetzt sitzen wir hier schon eine halbe Stunde. Wir sollten zum Ziel kommen!“ Komplexe Aufgaben werden im Team besprochen: „Kannst Du mir bitte kurz helfen? Du hast doch schon mal so ein ähnliches Projekt betreut.“ Und wir motivieren uns gegenseitig: „Wenn wir hier noch ein bisschen dran schrauben, dann können wir den Effekt verdoppeln.“

Dran bleiben...

Nun gilt es, dran zu bleiben. Doch auch hierbei ist der neu entstandene Teamgeist hilfreich. Durch die erhöhte Transparenz wissen wir voneinander besser, wer an welchen Projekten arbeitet und wie es voran geht. Generell hat eine zielführende und lösungsorientierte Kommunikation enorm an Stellenwert gewonnen, abteilungsübergreifende Projekte nehmen zu. Bleibt zu hoffen, dass der Schwung, der durchs Unternehmen geht, nicht bloß eine Schönwetterfront ist. Das Bootcamp jedenfalls soll auch im Herbst weiter gehen.

 

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Über den Autor

Luise Köhler
Luise Köhler

Als ehem. ABSOLVENTA-Redakteurin hat Luise über die Bedürfnisse, Interessen und Fragen junger Berufseinsteiger recherchiert, geschrieben und erklärt.

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