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Best of "Absolventen fragen - Personaler antworten"

Best of "Absolventen fragen - Personaler antworten"

In unserem Karriereguide haben wir Euch kürzlich in der Rubrik “Absolventen fragen - Personaler antworten” die Möglichkeit gegeben, erfahrenen Personalern Fragen zur Bewerbung, zum Vorstellungsgespräch und zum Assessment Center zu stellen. Nun haben wir nochmal die "Highlights" unserer vierteiligen Serie zusammengestellt.

Hilfestellung für Deinen Bewerbungsprozess

Die Personaler verraten, wie Du Dich bereits während des Studiums auf den Berufseinstieg vorbereiten kannst, wodurch sich eine gute Bewerbung auszeichnet und welche häufigen Fehler Kandidaten bei ihrer Bewerbungen unterlaufen. Die Personaler geben außerdem Einblicke darüber, was sie in einem Vorstellungsgespräch erwarten. Zudem erfährst Du, wie Du Dich am besten auf ein Assessment Center vorbereiten kannst, und auf welche Eigenschaften der Bewerber dort besonders Wert gelegt wird.

Auf welche Fragen im Vorstellungsgespräch MUSS der Kandidat unbedingt eine ausführliche und aussagekräftige Antwort parat haben?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Auf die Frage nach seinem Werdegang, nach den Inhalten seiner letzten Tätigkeiten und nach Fragen zu seinen Stärken und Schwächen.
Yvonne Bayha (Ernst & Young): Auf seine Motivation bei der Bewerbung.

Wie kommen Absolventen aus dem Dilemma heraus, dass in Stellenanzeigen fast immer Berufserfahrung gefordert ist?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Dem Berufserfahrungsdilemma können Studierende entkommen, indem sie sich von Anfang an darum bemühen, praktische Erfahrungen zu sammeln: Praktika, Studentenjobs, Werkstudententätigkeiten, Trainee Programme, Uni-Projekte sind super Möglichkeiten, ins Berufsleben zu schnuppern und herauszufinden, in welche Richtung es später gehen soll.
Ulrike Al-Mallah (Brose): Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern es auf jeden Fall probieren, jedenfalls sofern die Anforderungen nicht erheblich von den Qualifikationen abweichen. Oft ändern sich auch im Laufe der Zeit die Anforderungen an die Stelle bzw. ist es oft auch so, dass Alternativangebote vorhanden sind, wenn der Lebenslauf überzeugt.

Inwieweit hinterlässt ein Bewerber einen negativen Eindruck, wenn er nach seinem Studium ein Praktikum absolviert hat?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Keinen! Ein Praktikum zeugt davon, dass der Absolvent Erfahrungen sammelt und sich vielleicht noch nicht ganz sicher ist, in welchem Bereich er arbeiten möchte. Er ist schon in der Berufswelt unterwegs und kennt die Abläufe in einem Unternehmen. Außerdem sind Praktika oft der erste Schritt zur Einstellung. Länger als ein halbes Jahr sollte das Praktikum nach dem Abschluss aber nicht dauern.

Sind Bachelor-Absolventen gegenüber Master-Absolventen und Diplomanden im Nachteil?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Nein, so grundsätzlich kann man das nicht sagen. Hier zählen die individuellen Erfahrungen. Ein interessierter Bachelor-Absolvent, der relevante Praktika absolviert hat, kann einem Uni-Absolvent mit weniger Motivation und weniger praktischen Erfahrungen durchaus den Rang ablaufen.
Robindro Ullah (DB Mobility Logistics AG): Nein. In der Regel nicht, sofern keine besonderen Qualifikationen durch die Stelle vorgeschrieben sind.

Worauf legen Personaler mehr Wert: Auf das Anschreiben oder auf den Lebenslauf?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Auf den Lebenslauf. Dort stehen schließlich die relevanten Fakten für die Stelle drin. Deshalb wende ich für den Lebenslauf mehr Zeit auf. Dort möchte ich lesen, welche Stationen der Bewerber schon durchlaufen hat, welche Erfahrungen er gemacht hat. Das Anschreiben ist deswegen nicht unwichtig, es ist eher eine Art Eindruck von der Persönlichkeit. Dort kann ich ablesen, was der Bewerber sich für eine Stelle wünscht, was er vorhat, ob er sich Gedanken zur Stelle gemacht hat und ob er sich schriftlich ausdrücken kann.

Studenten, die ihr Studium selbstfinanzieren müssen, weisen oftmals eine deutlich höhere Studiendauer auf als die Regelstudienzeit. Inwieweit ist das ein Nachteil?

Ulrike Al-Mallah (Brose): Ich denke, wenn dies deutlich und offen dargestellt wurde bzw. am CV nachweisbar ist, ist solch eine Bewerbung keinesfalls im Nachteil gegenüber Bewerbungen, die eine Regelstudiendauer aufweisen. Es ist immer eine Frage der Darstellung bei diesem Thema.

Nadia Grötsch (TowerConsult): Grundsätzlich ist es positiv, wenn sich ein Student teilweise oder ganz selbst um seinen Lebensunterhalt kümmern muss. Dass sich dadurch das Studium verlängern kann, weiß jeder Personaler. Dauert das Studium aber deutlich länger, muss man sich auf entsprechende Fragen im Vorstellungsgespräch einstellen.

Robindro Ullah (DB Mobility Logistics AG): Eigentlich sollte der Student trotz Selbstfinanzierung in der Lage sein, das Studium in einem angemessenen Rahmen zu beenden, also in etwa ein bis zwei Semester über der Durchschnittsstudienzeit. Wenn der Bewerber von seinen Qualifikationen überzeugt, ist für uns die Studiendauer nicht ausschlaggebend.

Was sind die drei häufigsten Fehler, die Absolventen bei ihrer Bewerbungen machen?

Ulrike Al-Mallah (Brose): Fehler im Anschreiben, vergessene Zeugnisse, mangelnde Darstellung des Lebenslaufes, beispielweise zu wenig Infos zu den Inhalten und Tätigkeiten der Praktika.

Nadia Grötsch (TowerConsult): Aussagelose Unterlagen durch das Verwenden von Bewerbungsvorlagen, fehlende oder unvollständige Kontaktinformationen, unkonkrete Lebensläufe ohne detaillierte Angaben zu Kenntnissen und Erfahrungen.

Robindro Ullah (DB Mobility Logistics AG): Unplausible Angaben, von inhaltliche Unstimmigkeiten bis zur Lüge. Außerdem Rechtschreibfehler und Unstimmigkeit in den Bewerbungsunterlagen selbst, zum Beispiel fehlende oder auch unnötige Zeugnisse und Nachweise.

Stichwort Online Reputation. Schauen Sie schon mal bei Google oder auf webbasierenden sozialen Netzwerken wie Xing und StudiVZ nach den Bewerbern?

Ulrike Al-Mallah (Brose): Da wir selber einer Researchabteilung haben und hier die Direktansprachen über soziale Netzwerke vornehmen, ist dies ein großes Thema. Jedoch wird bei der Selektierung nicht anders vorgegangen wie im normalen Bewerbungsprozess.

Robindro Ullah (DB Mobility Logistics AG): Wir nutzen solche Netzwerke nicht zum Nachspionieren.

Nadia Grötsch (TowerConsult): Natürlich tun wir das. Nicht bei jedem Bewerber natürlich, das würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei Kandidaten, die einen nichtssagenden Lebenslauf haben, bei denen sich Widersprüche zeigen oder vor Vorstellungsgesprächen schauen wir schon mal bei studiVZ und Xing vorbei. Kick-out-Kriterien gibt es nicht, vielmehr geht es darum, ein besseres Bild von der Persönlichkeit zu bekommen. In der Online-Branche ist es außerdem wichtig zu schauen, ob und wie sich jemand im Internet bewegt und darstellt.

Die Fragen nach den Stärken und Schwächen eines Kandidaten sind knifflig zu beantworten. Wie können Bewerber diese Fragen elegant lösen?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Indem sie ehrlich sind. Die „Standard“-Antworten kennt eh jeder Personaler. Wenn als Schwäche immer wieder „Ungeduld“ genannt wird, ist das langweilig und nicht authentisch. Ich möchte doch mit dieser Frage den Kandidaten nicht bloßstellen, sondern herausfinden, wie er sich selbst einschätzt und ob er reflektiert mit dieser Einschätzung umgeht. Deshalb sollte man sich vorher schlüssig und vor allem wahre Antworten überlegen. Flunkern ist nicht sinnvoll, es fliegt sowieso auf.

Sind kleine (Not-)Lügen und Übertreibungen erlaubt, z.B. bei Fragen nach einem Kinderwunsch oder dem Aufgabengebiet des letzten Praktikums?

Yvonne Bayha (Ernst & Young): Grundsätzlich nein. Bei unzulässigen Fragen wie z.B. der Frage nach Kinderwunsch sollte lieber nicht geantwortet werden anstatt zu lügen. Wenn bei den bisherigen Aufgaben geschwindelt wird und die Mitarbeiter demzufolge falsch eingesetzt werden, kommt das spätestens bei der Tätigkeit ans Tageslicht und ist für beide Seiten ungünstig. Darüber hinaus führt dies zu Vertrauensverlust.

Was sind die drei größten Fehler in einem Vorstellungsgespräch?

Nadia Grötsch (TowerConsult): Ungepflegtes Auftreten, keine Vorbereitung, Lügen.

Yvonne Bayha (Ernst & Young): Eine schlechte Vorbereitung für die Stelle; wenn die Motivation für die Stelle und das Unternehmen nicht herausgestellt werden; wenn keine Fragen gestellt und keine Notizen gemacht werden, denn das vermittelt Desinteresse.

Geht es bei einem Assessment Center eher darum, die fachlichen Kompetenzen eines Bewerbers zu ermitteln oder um seine sozialen Kompetenzen?

Heike Schirmer-Ditze (Henkel): Es geht ausschließlich um die persönlichen Kompetenzen, die sog. Soft Skills. Die fachlichen Kompetenzen werden in Gesprächen mit dem einstellenden Fachbereich bewertet.

Bianca Grafe (Ernst & Young): Ausschlaggebend ist für uns insgesamt das Potenzial des Bewerbers, somit das Zusammenspiel aus fachlicher und sozialer Kompetenz. Neben der Sozialkompetenz sollte der Bewerber für das Trainee Programm ein gewisses Hintergrundwissen mitbringen. Dieses kann der Bewerber durch grundlegendes BWL-Wissen oder durch Kenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens sowie durch das Interesse für den jeweiligen Fachbereich mit entsprechenden Abschnitten im Lebenslauf aufzeigen.

Nennen Sie bitte drei Tipps zur Vorbereitung auf ein Assessment Center.

Bianca Grafe (Ernst & Young): Finden Sie soviel wie möglich über uns heraus und notieren Sie sich relevante Fragen für uns. Überlegen Sie sich, wie Sie uns am besten von Ihren Stärken und Fähigkeiten überzeugen können, dafür ist eine gute Veranschaulichung Ihres Lebenslaufs und Werdegangs wichtig. Am Auswahltag selber ist es hilfreich genügend Zeit für die Anreise einzuplanen um pünktlich zu erscheinen. Außerdem sollten Sie Neugier mitbringen und mit Offenheit auf unsere Kollegen zugehen.

Heike Schirmer-Ditze (Henkel): Man kann sich nicht wirklich auf ein Assessment Center vorbereiten. Allerdings sollte der Bewerber möglichst ausgeruht und ausgeschlafen zum Assessment Center starten, und mit viel Neugierde und Interesse in die Veranstaltung hineingehen.

Was sind die drei größten Fehler, die einem Kandidaten bei einem Assessment Center unterlaufen können?

Heike Schirmer-Ditze (Henkel): Es gibt eigentlich nur einen Fehler, und der beruht vielleicht auf zu intensiver Vorbereitung. Es ist sehr wichtig, dass man natürlich und soweit möglich locker bleibt. Zu versuchen, sich auf eine Erwartungshaltung zu reagieren, und damit evtl. etwas darzustellen, was man ansonsten nicht verkörpert, also im Extremen eine Rolle zu spielen, ist für alle Beteiligten nachteilig.

Bianca Grafe (Ernst & Young): Der Bewerber sollte nicht unpünktlich erscheinen. Ein ungepflegtes Erscheinungsbild hinterlässt keinen positiven Eindruck. Weiterhin sollte der Bewerber niemals aufgeben, auch nicht, wenn eine Aufgabe schwierig erscheint und es probieren, diese bestmöglich zu lösen.

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Hier geht es zu Teil 1 von "Absolventen fragen - Personaler antworten": Die Bewerbung

Hier geht es zu Teil 2 von "Absolventen fragen - Personaler antworten": Kenntnisse und Praxiserfahrungen"

Hier geht es zu Teil 3 von "Absolventen fragen - Personaler antworten: Das Assessment Center

Hier geht es zu Teil 4 von "Absolventen Fragen - Personaler antworten": Das Vorstellungsgespräch

 

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