Beeinflussen Vornamen die Karriere-Chancen?

Beeinflussen Vornamen die Karriere-Chancen?

Qualifikationen und ansprechende Bewerbungsunterlagen sind unter Umständen wertlos, wenn der Vorname nicht passt. Vornamen können möglicherweise eine Karriere vorantreiben oder behindern. Das liegt an den Vorurteilen, die viele Menschen hegen und von denen auch Personaler nicht frei sind.

Der Klang eines Namens kann zur Bewerberdiskriminierung führen, denn Menschen schließen anhand des Namens auf den Charakter und die Persönlichkeit eines Bewerbers.

Eine Studie der Universität Oldenburg hat gezeigt, dass bestimmte Namen Vorurteile auslösen können. Assoziationen, die durch Vornamen unweigerlich entstehen und auf dem Schulhof zu Hänseleien führten, entwickeln sich schnell auch auf dem Arbeitsmarkt zu einem hinderlichen Stigma.

Die Schule macht’s vor

Namen wie Peggy, Maurice, Justin oder Kevin stehen für bildungsferne Schichten und führen schon in der Schule zu Diskriminierungen seitens der Lehrer. Andererseits stehen Namen wie Jakob, Simon, Lukas oder Marie für leistungsstarke Schüler, die eine bessere Förderung erhalten und tendenziell in der Notenvergabe Vorteile erhalten.

Vorurteile von Lehrern über die Fähigkeiten eines Kindes mit diesen assoziierten Charaktereigenschaften ersticken nachweislich die Bildungschancen im Keim und können sich später auch bei Personalern wiederfinden.

Manchmal ist auch gar nicht der unglücklich gewählte Vorname entscheidend, sondern Assoziationen und Erfahrungen, die der Lehrer (oder ein Personaler) mit einem bestimmten „Alexander“ gemacht hat.

Der Klang ist (mit-)entscheidend

Auch der Klang eines Vornamens veranlasst Menschen dazu, Rückschlüsse auf den jeweiligen Bewerber zu ziehen. Dazu gehört aber nicht nur der Vorname, sondern auch die Verbindung mit dem Nachnamen. Doppelnamen im Vor- und Nachnamen werden von Personalern als besonders kritisch gesehen. Ein Bewerber mit einem einfachen Name hat schon deswegen bessere Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch geladen zu werden als ein Bewerber mit einem kompliziert klingenden Namen.

Besonders Bewerber mit ausländischen Namen haben es im Bewerbungsprozess oftmals schwerer als ihre gleichgestellten und äquivalent qualifizierten Mitbewerber mit einem deutschen Namen, selbst wenn sie einen deutschen Pass besitzen. Dieses Phänomen lässt sich besonders in kleineren Unternehmen beobachten. Ein Experiment der Konstanzer Arbeitsmarktforscher stellte genau diesen Zusammenhang fest.

Argument für anonymisierte Bewerbungen

Die Ergebnisse der Studien sprechen für die Einführung von anonymisierten Bewerbungen. Ein Bewerbungsfoto lässt sich zwar noch professionell bearbeiten, eine Namensänderung gestaltet sich jedoch nahezu unmöglich.

Übrigens sind die Studenten, Absolventen und Young Professionals im Bewerberpool unserer Jobbörse ABSOLVENTA vollkommen anonym. Die Unternehmen haben bei der Personalsuche keine Einsicht in die persönlichen Kontaktdaten der Kandidaten. Nur wenn ein Kandidat eine Jobanfrage bestätigt, bekommen die Personaler die Kontaktdaten übermittelt. Wie die Jobsuche- und -vermittlung mit ABSOLVENTA funktioniert, erfährst Du in unserer Tour.

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Turbo-Studenten im Interview
In vier Semestern vom Ersti bis zum Master

Turbo-Studenten im Interview

Marcel Pohl, Robert Grünwald und Marcel Kopper sind echte Turbo-Studenten. Gemeinsam haben sie ihren Bachelor-Abschluss in zwei Semestern geschafft. Für den Master brauchte der Schnellste von ihnen gerade einmal sieben Monate. Über ihren Erfolg haben sie jetzt ein Buch geschrieben. Wir haben das zum Anlass genommen,...

Zum Artikel
Partnerpräsentation
"Darf ich vorstellen?"

Partnerpräsentation

"...und wer bitte bist du?" Ein garantierter Eisbrecher in der Vorstellungsrunde des Assessment Centers ist die Partnerpräsentation. Den Sitznachbarn vorzustellen kann allerdings ganz schön schwierig sein. Nur die allgemeinen Daten und Fakten zu erfragen, ist nicht besonders effektiv. ABSOLVENTA erklärt, wie du dies...

Zum Artikel
Karriere bei der Fraport AG: Einblicke vom Arbeitgeber
Personaler im Interview

Karriere bei der Fraport AG: Einblicke vom Arbeitgeber

Mario D’Alessio leitet das Personalmarketing bei der Fraport AG, einem der international führenden Unternehmen im Airport-Business. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 22.000 Mitarbeiter. Im Interview mit ABSOLVENTA spricht Mario D’Alessio über Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen und zeigt auf, was man...

Zum Artikel