Bachelor-Abschluss wartet noch auf den Durchbruch am Arbeitsmarkt

Bachelor-Abschluss wartet noch auf den Durchbruch am Arbeitsmarkt

Die Diskussionen um die Bachelor- und Masterabschlüsse reißen nicht ab. Immer wieder werden Studien und Erhebungen zur Akzeptanz der neuen Abschlüsse am Arbeitsmarkt veröffentlicht. Aktuell streiken die Studierenden in besetzten Hörsälen wieder bundesweit gegen Studiengebühren und die schlechten Studienbedingungen, die vermeintlich in der Bologna-Reform begründet sind. Die Meinungen über den stärkeren Praxisbezug der Bachelor-Abschlüsse gehen weit auseinander. Grund genug, einmal die Gehälter und die Chancen auf den schnellen Berufseinstieg von Absolventen der neuen Studiengänge unter die Lupe zu nehmen.

Unsicherheiten über neue Abschlüsse schwinden

Zu Beginn der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge herrschte am Arbeitsmarkt noch weit verbreitete Unsicherheit darüber, wie die neuen Abschlüsse zu bewerten sind. Zunächst wurde der Bachelor ähnlich wie ein FH-Diplom bewertet. Dies hat sich mittlerweile geändert. Aufgrund der kürzeren Studiendauer und mangelnden Spezialisierung der Absolventen wird der Bachelor mittlerweile von den Personalabteilungen der Unternehmen realistischer eingeschätzt. Eine Studie von Alma Mater belegt, dass die Bachelor-Absolventen ca. 4-5 Prozent weniger Einstiegsgehalt bekommen als die Diplom- und Master-Absolventen und sich dieser Trend in Zukunft vermutlich weiter verstärken wird. Deutlich wird aber auch, dass es bei der Höhe des Gehalts vielmehr auf die Unternehmensgröße und auf den entsprechenden Fachbereich ankommt. So zahlen beispielsweise große Unternehmen in der Regel bessere Gehälter als kleine Familienbetriebe. Besonders spezialisierte Fachkräfte werden zudem besser entlohnt als diejenigen ohne gefragte Spezialqualifikationen. Somit haben auch Bachelor-Absolventen zum Teil die Möglichkeit mehr zu verdienen als Diplom-Absolventen.

Masterabschlüsse mit Diplom gleich auf

Während die Bachelor-Absolventen gewisse Abstriche beim Einstiegsgehalt machen und Schwierigkeiten bei der Jobsuche hinnehmen müssen, verdienen die Master-Absolventen mittlerweile ähnlich viel und teilweise sogar etwas mehr als Diplomanden. Die Studie nennt hierzu leider keine konkreten Zahlen. Vermutlich werden aber die Master-Abschlüsse das Diplom langfristig vom Markt verdrängen, da die Studiengänge in den deutschen Universitäten weitestgehend auf das Bachelor- und Master-System umgestellt sind.

Bachelor insgesamt weniger akzeptiert

Laut der Studie sind die Bachelor-Abschlüsse bei den Unternehmen wenig akzeptiert. Vor allem in den Bereichen der Fertigung, Personal, Forschung und Entwicklung sowie Finanzen und Einkauf finden die Bachelor-Absolventen nur schwer den Berufseinstieg. Anders stellt sich die Situation in den Bereichen IT und Marketing dar. Hier haben auch Bachelor-Absolventen gute Chancen auf eine Einstiegsposition. Insgesamt legen die Unternehmen jedoch großen Wert auf eine weitergehende Qualifizierung durch Master oder Diplom.

Fazit

Die Studie zeigt, dass nicht alleine die Art des Abschlusses einen Einfluss auf die Höhe des Einstiegsgehalts hat, sondern vor allem auch der Grad der Spezialisierung und gesammelten praktischen Erfahrung. Aber auch der Faktor Betriebsgröße ist nicht zu vernachlässigen. Insgesamt betrachtet sind die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen trotz Wirtschaftskrise leicht gestiegen. Ein Hochschulstudium, auch mit Bachelor-Abschluss, lohnt sich somit in jedem Fall, da sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren eher verstärken als abnehmen wird. Außerdem ist die Arbeitslosigkeit unter Akademikern seit Jahren konstant unter fünf Prozent. Ein Hochschulstudium bietet also einen guten Schutz vor Arbeitslosigkeit und zwar über alle Fachbereiche hinweg. Der bestehende Fachkräftemangel wird die Arbeitsmarktsituation der Akademiker auch weiterhin positiv beeinflussen.

Lies auch das Experteninterview mit Kolja Briedis vom Hochschul-Informations-System (HIS) über der Bologna-Reform und die Akzeptanz der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse.

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