Studie: Attraktive Frauen werden bei Bewerbungen benachteiligt

Studie: Attraktive Frauen werden bei Bewerbungen benachteiligt

Gemeinhin gilt, dass es schöne Menschen im Leben leichter haben und dadurch auch im Berufsleben erfolgreicher sind. Dies gilt allerdings nur für Männer, denn Unternehmen laden – bei gleichem Qualifikationsprofil - attraktive Frauen deutlich seltener zu einem Vorstellungsgespräch ein als attraktive männliche Mitbewerber ODER Frauen mit einem durchschnittlichen Äußeren, wie eine Studie ergeben hat.

In der Studie aus Israel verglichen Soziologen die Attraktivität des Bewerbungsfotos mit der Zahl der vereinbarten Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Im Durchschnitt bekamen Frauen (14,33 Prozent) zwar sogar etwas häufiger die Gelegenheit auf ein Bewerbungsgespräch wie Männer (14,2 Prozent) . Die besten Chancen hatten attraktive Männer, während attraktive Frauen am wenigsten häufig eingeladen wurden, Bewerberinnen mit einem durchschnittlichen Foto nur geringfügig öfter. Am besten fuhren die Bewerberinnen, die überhaupt kein Foto einsendeten (was in Israel übrigens jedem Bewerber und jeder Bewerberin selbst überlassen ist). Hier die Tabelle der Studie.

 

Attraktives Foto

Durchschnittliches Foto

Kein Foto

Rücklaufquote der Männer

19,7

9,2

13,7

Rücklaufquote der Frauen

12,8

13,6

16,6

 

Die Ursache und Gründe der Ergebnisse bleiben Spekulation

Die Studie macht leider keine Angaben zu den Gründen. Vermutlich ist es – wie so oft im Leben – eine Gemengelage aus unterschiedlichen Motiven. Ein Grund könnte die Zusammensetzung der Personalabteilung in den Unternehmen sein. In vielen Betrieben sitzen dort erfahrungsgemäß vermehrt weibliche Mitarbeiter. Angesichts dieser Ergebnisse liegt die Vermutung nahe, dass attraktive Männer bei den Frauen in den Personalabteilungen einen Bonus genießen, während sie gegenüber attraktiven Frauen Argwohn, Neid, Vorurteile oder Konkurrenzgedanken hegen. Personaler(innen) sind eben keine Maschinen die lediglich auf objektive Kriterien wie Noten und Kompetenzen der Bewerbungen schauen. Die Tatsache, dass Bewerber mit ausländisch klingendem Namen im Schnitt deutlich mehr Bewerbungen schreiben müssen um eine Einladung zu erhalten, bestätigt dieses.  Doch wenn das ein mitentscheidender Grund ist, entbehrt das angesichts der Diskussion um die Frauenquote nicht einer gewisse Ironie, wenn Frauen sich gegenseitig den Weg in die Unternehmen versperren.

Eine weitere Vermutung liegt darin, dass männliche Personaler sich nicht vorwerfen lassen wollen, sie würden attraktive Frauen nur wegen ihres Aussehens bevorzugen und laden dann lieber die „durchschnittlich“ aussehenden Bewerberrinnen ein. Oder sie haben Befürchtungen, dass männliche Kollegen durch zu attraktive Mitarbeiter „abgelenkt“ werden. Aus dem, Grund wurde in den USA wurde im letzten Jahr eine Mitarbeiterin einer Bank entlassen, weil sie zu attraktiv war. Der Fall sorgte weltweit für Aufsehen.

 

Was ist die Konsequenz für die Bewerbungsbilder von Frauen und Männern?

Auch nach Einführung des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) ist festzuhalten, dass die Chance auf dem Arbeitsmarkt noch immer und vermutlich auch zukünftig mit dem Aussehen in Zusammenhang steht. Trotz der Ungewissheit zu den Ursachen der Ergebnisse lassen sich einige Handlungsempfehlungen formulieren. Generell sollten Frauen stärker ihre fachlichen Qualifikationen und Kompetenzen betonen und nicht versuchen eine Bewerbung mit einem einladenden Foto aufzupeppen, sondern das Bewerbungsfoto eher dezent halten. Das bedeutet auch eher weniger als mehr Schmuck und Styling auf dem Bewerbungsbild. Auch Bilder in schwarz-weiß oder sepia hinterlassen beim Betrachter einen tendenziell seriöseren Eindruck als bunte Farbfotos.

Für Männer hingegen sollten verstärkt Augenmerk auf ihr Bewerbungsfoto legen und dementsprechend mehr Zeit und Geld in ihre Bewerbungsfotos investieren und einen professionellen Fotographen aufsuchen.

Lies auch: Bewerbungsfotos mit Persönlichkeit und Tipps und Tricks für ein gutes Bewebungsfoto.

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Downshifting – Einen Gang im Job zurückschalten
Mehr Leben

Downshifting – Einen Gang im Job zurückschalten

Downshifting ist die Idee, im Beruf einen Gang zurück zu schalten. Ein nicht ganz so altes Sprichwort sagt: „Wir geben Geld aus, welches wir nicht haben, für Produkte, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.“ Und um diesen Konsum zu finanzieren, müssen wir arbeiten. Downshifting setzt ...

Zum Artikel
Berufseinstieg als Trainee bei Groupon: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg als Trainee bei Groupon: Erfahrungen

Stephanie (25) hat Tourismus-Management studiert, bevor ihr der Berufseinstieg als Trainee Inside Sales bei Groupon gelungen ist. Im Interview mit ABSOLVENTA spricht sie über ihre Erfahrungen im Auswahlverfahren, die Betreuung durch die Vorgesetzten und über das Einstiegsgehalt bei Groupon.

Zum Artikel
Insider-Interview | Berufseinstieg bei Statista GmbH

Insider-Interview | Berufseinstieg bei Statista GmbH

Neben ihrem Marketing & Sales Studium an der Nordakademie in Elmshorn arbeitet Ann-Christin als Werkstudentin im Vertrieb bei der Statista GmbH. Im Gespräch mit ABSOLVENTA gibt sie Einblicke zum Bewerbungsprozess und den Arbeitsalltag sowie Tipps, welche Eigenschaften man für eine Stelle im Vertrieb beim Online-...

Zum Artikel