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Rezension "Lügen mit Zahlen" und "Um Geld Verhandeln"

Rezension "Lügen mit Zahlen" und "Um Geld Verhandeln"

Es ist noch viel zu kalt draußen, um sich in Badeshorts der Mitwelt zu präsentieren. Da ist es weitaus schöner, es sich daheim mit einem Schmöker und einem Heißgetränk gemütlich zu machen. Es muss ja nicht immer ein Thriller oder ein Historischer Roman sein. Auch Sachbücher können einen unterhalten und sind dabei mitunter für die eigene Karriere nützlich. Wir stellen euch deshalb zwei druckfrische Bücher vor, bei denen es sich lohnt, mal reinzuschauen.

 „Lügen mit Zahlen“ von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff

Lügen mit Zahlen„Die Ausgaben des Sozialstaates steigen in unermessliche Höhen!“ „Ein Empfänger von Hartz 4 erhält mittlerweile mehr Geld als ein Kellner!“ Solche oder ähnliche Ausrufe hat wohl jeder schon einmal gehört. Meistens werden die Aussagen mit Statistiken eindeutig belegt. Mitnichten, sagen Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff. Der erste ist Professor für Statistik und Mathematik, der zweite Historiker und Politologe. So unterschiedlich die beiden Autoren sind, so unterschiedlicher Mittel bedienen sich auch diejenigen, die mit einer Statistik ihren Standpunkt untermauern möchten. Ihre jeweilige Wahrheit unterscheidet sich dabei oftmals – je nachdem, wie man die Zahlen interpretiert. Denn mit kleinen Tricks lässt sich fast jede Statistik frisieren.  

Die Mär vom Marathonläufer

Ein recht anschauliches Beispiel, wie jemand mit Zahlen lügen kann, bietet der ambitionierte Ausdauersportler. Erreicht er beim Marathon eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 14 km/h, beim Halbmarathon 15 km/h und auf einer Strecke von 10 Kilometern ein Tempo von 16 km/h, so könnte er in Versuchung geraten, diese statistische Entwicklung einfach fortzuführen. Bei halbierter Strecke erhöht sich das Tempo um einen Kilometer die Stunde. Runter gerechnet auf 100 Meter bräuchte er dann jedoch ganze 16 Sekunden. Selbst ein untrainierter Läufer dürfte schneller sein. Diese statistische Manipulation bezeichnet der Experte als Trend-Extrapolation. Empirische Fakten werden dabei einfach fortgesetzt, ohne die möglichweise veränderten Umstände zu berücksichtigten. Daher, so die Autoren, sei eine Bevölkerungsprognose irrsinnig und „das Papier nicht wert, auf dem sie steht“. Die statistische Wahrheit bei den Eingangs erwähnten angeblich steigenden Sozialausgaben und dem Gehalt der Kellner erfährt der Leser ebenso.

In 16 Kapiteln stellen Bosbach und Korff weitere statistischen Methoden bloß. Mit stellenweise unterhaltsamen Beispielen geben sie so einen Einblick in die Möglichkeiten der statistischen Manipulation. Dabei stellen sie jedoch immer wieder klar, dass Zahlen an sich nicht Lügen, aber die Interpretationen doch einigen Raum für eben Interpretationen lassen. Und wer noch immer glaubt, dass Mathematik immer eineindeutig ist, der wird sich beim Lösen dieser einfachen Gleichung vielleicht umstimmen lassen: x² =4. Richtig, X ist sowohl 2 als auch -2. 

„Lügen mit Zahlen“ lohnt sich für alle, die keinen Schweißausbruch bekommen, sobald sie das Wort Statistik hören. Und auch für all diejenigen, die gern kritisch hinterfragen. Der durch das Buch geschulte Leser erkennt dann auch den vermeintlichen Druckfehler, bei dem das Jahr 2004 zu 2007 wird. Das Ziel der Autoren scheint zumindest erfüllt, der Leser nimmt nicht mehr jedes Diagramm hin, sondern hinterfragt es.  

"Um Geld Verhandeln" von Claudia Kilmich

Um Geld VerhandelnDie Gehaltsverhandlung ist eine der wichtigsten beruflichen Verhandlungen. Dennoch oder vielmehr gerade deswegen fällt es vielen schwer, bei ihrem Chef respektive ihrer Chefin um mehr Lohn zu bitten. Und genau da liegt laut der Autorin Claudia Kimich der Fehler. Es geht nicht darum, für etwas zu bitten, sondern darum, einen angemessenen Preis für die eigene Leistung zu erhalten. In kurzen Kapiteln schildert das Buch einige Vorgehensweisen, um erfolgreich zu verhandeln und wartet mit Hilfestellungen auf.

Geld ist nicht alles –Lohn kann auf verschiedenste Art und Weise bezahlt werden

Eine Gehaltsverhandlung dreht sich zumeist um den monetären Lohn. Dabei existieren auch alternative Konzepte. Eine große Firma könnte mit Mitgliedschaften im Fitnessclub locken, ein variables Gehalt ist teilweise deutlich attraktiver als ein starres Fixgehalt, Vorsorgeleistungen können vom Unternehmen zusätzlich getragen werden und flexible oder gar reduzierte Arbeitszeiten lohnen sich mitunter für beide Seiten. Vor einer Gehaltsverhandlung sollte also jeder über sämtliche Möglichkeiten nachdenken.

Persönlichkeitscoach, sprachliche Kniffe und Verhaltenstypen

Um erfolgreich zu verhandeln, geht die Autorin stark auf die Persönlichkeit ein. Mit Übungen und einem Notizbuch bewaffnet, geht es in den ersten Kapiteln darum, sich selbst kennenzulernen und aktiv zu werden. Danach folgen wertvolle Tipps für den alltäglichen Sprachgebrauch. Unnötige Füllwörter gilt es zu eliminieren, schwammige oder negative Ausdrücke zu vermeiden. Am Ende von „Um Geld Verhandeln“ lernt der Leser unterschiedliche Typen kennen, die einem in der Gehaltsverhandlung begegnen könnten. Wie man diese am besten für sich gewinnt oder überzeugt, sind hier das Thema. Den wichtigen Unterschied zwischen diesen Beiden Wörtern erfährt der Leser ebenso.

Alles in allem ist „Um Geld verhandeln“ ein gelungenes Buch zum Bereich Gehaltsverhandlung, das zwar nicht allzu viel Neues beinhaltet, diesen Inhalt aber kompakt und übersichtlich darstellt. Vor allem Berufseinsteiger, die noch wenige Erfahrungen in Gehaltsverhandlungen haben, finden hier einen guten Einstieg.

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